Gemeinde Dörverden will in Sozialarbeit investieren / Beratung für Ehrenamtliche steht bei neuem Angebot im Fokus

„Fürsorgepflicht gegenüber Flüchtlingshelfern“

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In der Gemeinde Dörverden gibt es viele Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Um ihre Arbeit zu unterstützen, will die Verwaltung jetzt ein wöchentliches Beratungsangebot schaffen.

Dörverden - Das Thema Flüchtlinge beschäftigt auch in der Gemeinde Dörverden seit vielen Monaten zahlreiche Menschen. Dies war Anlass für den Ausschuss für Jugend, Soziales, Sport und Kultur, sich am Mittwochabend im Amtshaus mit der Frage zu beschäftigen, wie man den vielen Fragen und Problemen der ehrenamtlich tätigen Helfer gerecht werden könne.

Nach einem Vorschlag der Verwaltung soll bis auf weiteres ein eigenes Angebot zur Flüchtlingssozialarbeit im Umfang von zunächst zwei Stunden wöchentlich geschaffen werden. Dieser Vorschlag fand die uneingeschränkte Zustimmung der Lokalpolitiker.

Bisher gibt es bereits einen sogenannten „Runden Tisch für Flüchtlinge in der Gemeinde Dörverden“, an dem sich regelmäßig verschiedene Akteure zur Koordination der gemeindeweiten Unterstützungsangebote zusammenfinden. „Die soziale Betreuung der Flüchtlinge in unserer Gemeinde erfolgt zu großen Teilen durch ehrenamtliches Engagement“, erklärte Bürgermeister Alexander von Seggern dem Ausschuss. „Dieses hervorragende Engagement ist nicht endlos und darf zudem nicht überfordert werden.“ Es gebe schon jetzt einige Ehrenamtliche in der Gemeinde, die sich in den vergangenen Monaten nach Einschätzung von von Seggern „über die Maßen engagiert hätten“. Letztlich stelle sich da die Frage nach einer professionellen Begleitung der Arbeit der freiwillig Engagierten, die immer wieder ganz konkrete Fragen im täglichen Umgang mit den Flüchtlingen hätten.

Das neue Angebot, in das die Gemeinde investieren möchte, sei noch nicht bis ins Detail ausgearbeitet. „Es könnte eine regelmäßige, verlässliche Sprechstunde an einem festen Ort sein“, so von Seggern. „Oder es könnte in Vor-Ort-Besuchen umgesetzt werden.“ Dabei solle sich ein professioneller Ansprechpartner vor allem der Fragen und Probleme der Ehrenamtlichen annehmen, stünde aber prinzipiell auch den Flüchtlingen selbst zur Verfügung. Wie genau das Angebot umgesetzt werden wird, solle die Praxis zeigen.

Klar sei laut von Seggern, dass es die entsprechenden Bedarfe bei den Ehrenamtlichen gebe. „Wir haben ihnen gegenüber eine Fürsorgeverpflichtung. Und mit zwei Wochenstunden werden wir dem sicher nicht ansatzweise gerecht.“ Doch sei das geplante „Dörverdener Modell“ zumindest ein Anfang.

„Aufrichtiger Dank und tiefe Anerkennung“

Weil die hauptamtliche Beratung für Migration und Flüchtlinge kreisweit durch den Caritasverband erfolge, sei für die Verwaltung klar, dass dieser auch die geplante Flüchtlingssozialarbeit in der Gemeinde Dörverden übernehmen solle. Man sei bereits in Gesprächen mit der Caritas.

Es werde derzeit von einem Kostenumfang in Höhe von unter 500 Euro monatlich für dieses neue Angebot ausgegangen.

In der Gemeinde Dörverdden leben derzeit 56 aktuell zugewiesene Flüchtlinge, es werden in Kürze 15 weitere in Hülsen erwartet. Den Menschen, die ihnen helfen, sprach Alexander von Seggern in der Sitzung „aufrichtigen Dank und tiefe Anerkennung“ aus.

rei

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