Ein Geldschein trägt den Verdener Dom als Motiv

Ausstellung in Dörverden: „Notgeld“ aus den Kriegsjahren

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Karl-Heinz Rengstorf zeigt seine „Schätzchen“ an den kommenden Sonntagen im Kulturgut Ehmken Hoff.

Dörverden - Schon als Kind hatte Karl-Heinz Rengstorf aus Blender-Oiste das erste Erlebnis mit dem großen Geld. Auf dem Heuboden fand er gemeinsam mit seiner Schwester ein Bündel mit Billionen-Scheinen.

Die Oma nahm sie den Kindern ab. Sie erklärte: „Mit Geld spielt man nicht“ – und warf sie in den Ofen. Die Faszination der Scheine hat Rengstorf aber nicht losgelassen. An den kommenden Sonntagen, 1. und 8. Oktober, zeigt er seine spannende Sammlung im Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden.

In der Ausstellung ist unter anderem Notgeld aus der Zeit des Ersten Weltkrieges von 1914 bis 1918 zu sehen. Das Monopol zum Gelddrucken ist normalerweise nur der Regierung vorbehalten. In diesen Notzeiten hat der Staat das Drucken auch anderen erlaubt. Ohne Münzen wäre sonst das normale Einkaufen nicht möglich gewesen. Weil die kaiserliche Regierung aber zur Finanzierung des Krieges die Silbermünzen benötigte, wurden diese einbehalten. Ebenso wurden die Nickel- und Kupfermünzen eingezogen und für Kriegszwecke eingeschmolzen. Deshalb verschwanden die Münzen und dafür wurden Notgeld-Scheine gedruckt. Neben Sparkassen haben Kaufleute, Gemeinden, Landkreise, Gewerkschaften und Heimatvereine Geld gedruckt.

Bauernviertel in Achim

Eine weitere Zeitspanne der Ausstellung umfasst die Jahre 1920 bis 1922, nach dem verlorenen Krieg. Die Motive auf den Geldscheinen sind sehr unterschiedlich. Im Kreis Diepholz waren Schweine auf den Geldscheinen abgedruckt, in der Lüneburger Heide wurden touristische Motive gewählt.

Die Stadt Achim zeigte das Bauernviertel und landwirtschaftliche Details als Motive auf ihren Geldscheinen. Die Sparkasse Verden wählte Motive vom Dom, der Lätare-Spende und der Hinrichtung im Sachsenhain.

Nach 1922 wurde kein Notgeld mehr gedruckt. Durch die Inflation verlor das Geld rasch an Wert. Die Restbestände an Notgeld wurden einfach umgewandelt: Aus 10 Mark wurden 100 000 Mark. Weil die Reichsbank dann keine andere Möglichkeit sah, wurden Scheine mit Billionen in den Umlauf gebracht.

Rengstorf hat in Bilderrahmen seine „Geldschätze“ aufbewahrt und möchte sie nun den Dörverdenern präsentieren. „Schauen Sie sich die hundert Jahre deutsche Währungsgeschichte im Ausstellungsraum auf dem Kulturgut an“, heißt es in der Einladung des Vereins.

Die Vernissage findet am Sonntag, 1. Oktober, 15 Uhr, statt. An diesem Tag und am Sonntag, 8. Oktober, jeweils von 14 bis 17 Uhr, können Besucher den Hobby-Historiker persönlich antreffen. Gern wird er zu den gezeigten Geldscheinen Erläuterungen geben. - eh

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