Verlassenes Fahrzeug auf Waldweg

Barmer Geisterauto kommt jetzt weg

Der sportliche BMW 320d „parkt“ an einem Waldweg bei Barme. Der Wagen steht etwa 100 Meter von der Bundesstraße entfernt. So weit, so gut. Nun steht das Gefährt aber bereits seit drei Monaten an dieser Stelle. Das ist nicht erlaubt. Wahrscheinlich hat jemand geglaubt, das Fahrzeug auf diese Weise günstig entsorgen zu können. Darauf deutet auch der Zustand des Fahrzeuges hin: Die Reifen sind kaputt, die Scheiben eingeschlagen.

  • Illegale Fahrzeugentsorgung hat stark zugenommen.
  • Aufklärungsquote liegt bei fast 100 Prozent.
  • Fachdienstleiterin hat einen Tipp für Autoverkäufer.

Barme- Silke Brünn, Leiterin des Fachdienstes für Wasser, Abfall und Naturschutz beim Landkreis Verden, berichtet auf Nachfrage: „Der Verursacher hat sich zwischenzeitlich gemeldet und wollte das Fahrzeug selbst abholen lassen, was bisher allerdings nicht geschehen ist. Deshalb wurde eine Firma mit der Abholung und Entsorgung des Fahrzeugs beauftragt, sodass es voraussichtlich noch in dieser Woche entfernt wird.“

Einen Wagen auf diese Weise zu entsorgen, sei keine gute Idee, erklärt die Fachdienstleiterin. Neben dem Kennzeichen gebe es noch diverse weitere Möglichkeiten, zumindest den letzten Halter eines Fahrzeugs festzustellen, „die an dieser Stelle allerdings nicht verraten werden sollen“. Die Aufklärungsquote liege aber bei nahezu 100 Prozent.

Solche Fälle sind leicht nachzuverfolgen

Wegen dieser guten Nachverfolgbarkeit kämen Entsorgungen solcher Art normalerweise selten vor. „Zurzeit ist jedoch wie im gesamten Bereich der illegalen Abfallbeseitigung auch hier eine starke Zunahme zu beobachten“, so Brünn, die allein von fünf Fahrzeugen in ihrem Zuständigkeitsgebiet im noch nicht beendeten Januar berichtet. In 2020 seien es acht Fahrzeuge gewesen – im gesamten Jahr.

Das Geisterauto „parkt“ schon seit drei Monaten in der Wildnis. Der Landkreis hat jetzt eine Firma mit der Entsorgung beauftragt.

Wird so ein Fahrzeug entdeckt, werde zunächst durch einen Aufkleber am Fahrzeug und ein Anschreiben des letzten Halters versucht, den Verursacher dazu zu bewegen, das Altfahrzeug selbst zu beseitigen. „Der zugebilligte Zeitraum ist vom Standort und Zustand des Fahrzeugs abhängig. In der Regel sollte das Fahrzeug innerhalb eines Monats aus dem Verkehrsraum verschwunden sein.“

Kosten trägt der letzte Halter

Silke Brünn äußert sich auch zur Kostenfrage: Da sich regelmäßig zumindest der letzte Fahrzeughalter ermitteln lässt, werden diesem die entstanden Kosten inklusive des Verwaltungsaufwandes auferlegt, sodass die Kosten nicht von der Allgemeinheit getragen werden müssen. „Manche Autoverkäufer glauben, dass mit dem Verkauf des Fahrzeugs sämtliche Verpflichtungen erloschen sind. Das funktioniert jedoch nur dann, wenn der Käufer das Fahrzeug auch tatsächlich wieder anmeldet – was jedoch häufig unterbleibt.“ Deshalb hat Fachdienstleiterin Silke Brünn einen Tipp: Verkäufer sollten sich anhand geeigneter Nachweise, wie zum Beispiel Personalausweis, vergewissern, dass die angegebenen Personalien des Käufers auch tatsächlich stimmen, um nicht später auf den Entsorgungskosten sitzen zu bleiben.  rei/cbu

Rubriklistenbild: © Butt

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