Tier qualvoll gestorben

Hirsch verendet in Weidezaun bei Dörverden: Nabu weist auf Aktion hin

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Qualvoller Tod: Der Hirsch konnte sich nicht selbst befreien und geriet immer mehr in Panik. An seinem Geweih hingen am Ende nicht nur viele Meter Litze, sondern auch drei Holzpfähle, die er aus der Erde gerissen hatte.

So etwas macht jeden Tierfreund traurig: Am Wochenende wurde in einem Revier im Hegering Allermarsch ein verendeter Hirsch gefunden. Er hatte sich an der Umzäunung einer Pferdeweide in der Gemeinde Dörverden stranguliert und verendete qualvoll. Kein Einzelfall, so Hegeringleiter Stefan Kleiner.

  • Hirsch qualvoll in Weidezaun im Landkreis Verden verendet
  • Nicht genutzte Weidezäune unbedingt abbauen
  • Nabu startet Aktion zum Entfernen von Weidezäunen in Holtum

Update, 13. Februar: Den Fall des verendeten Hirsches bei Dörverden hat sich der Naturschutzbund (Nabu) zum Anlass genommen, auf eine besondere Aktion hinzuweisen. Schon seit über einen Jahr befasse sich die Nabu-Biotoppflegegruppe Holtum mit dem Abbau von altem Einzäunungs- und Stacheldraht auf den Nabu-eigenen Flächen im Holtumer Moor, heißt es.

Da der Naturschutzbund erst kürzlich 17 Hektar Naturschutzflächen im Holtumer Moor geerbt habe, werde nun systematisch mit dem Abbau von altem Stacheldraht und anderen Hinterlassenschaften begonnen. Früher wurden vor allem Weideflächen eingezäunt, damit das Weidevieh nicht zum Nachbargrundstück gelangen konnte, informiert der Nabu.

Fälle wie den des qualvoll verendeten Hirsches in Dörverden will der Nabu auf seinen eigenen Flächen auf jeden Fall verhindern, heißt es weiter. Wer den Nabu bei seinen Aktivitäten im Holtumer Moor unterstützen möchte, kann sich bei Franz Berger unter 04230/627 oder Hansi Peymann unter 04230/585 melden. Auch junge Naturschützer seien herzlich willkommen, so der Nabu.

NABU-Mitglied Marinus Pannevis aus Verden beim Einsammeln von ausgedienten Drahtzäunen.

Originaltext, 10. Februar: Dörverden – Leider kein Einzelfall, wie Hegeringleiter Stefan Kleiner unserer Zeitung schildert. „Es kommt immer wieder vor, dass Grünland temporär als Weideland genutzt wird, die Umzäunung jedoch nicht wieder abgebaut wird“, berichtet Kleiner. Das sei sicher keine böse Absicht. „Die meisten Menschen denken da wohl einfach nicht drüber nach.“ 

Aber gerade junge Hirsche spielten gerne mit dem Geweih an den Litzen, verhedderten sich dann schnell und könnten sich nicht mehr davon befreien, da die Drähte äußerst reißfest seien. Solche Fälle kämen in den Allermarsch-Revieren zwar nicht ständig vor, aber immerhin alle paar Jahre. „Das Schlimme ist, dass die meisten dieser Fälle vermeidbar sind.“ Kleiner erinnert sich aber auch an einen Fall vor einigen Jahren, als sich ein Hirsch auf dem Sportplatz in Hülsen in einem Tor verfangen hatte.

Todeskampf des Hirsches zieht sich hin

In dem aktuellen Fall handelte es sich aber um die größte Gefahrenquelle: einen temporären Zaun. „Der Hirsch hatte letztlich etliche Meter Litze und sogar drei Vollholzpfähle im Geweih, bevor er jämmerlich zugrunde gegangen ist“, erzählt Stefan Kleiner verärgert. Der Todeskampf habe sich über eine Strecke von 100 Metern hingezogen, wobei die Pfähle regelrecht aus der Erde gerissen worden seien. „Wenn ich so ein Tier finde, dann tut es mir immer sehr leid. Ich weiß natürlich: Wenn ich den Hirsch geschossen hätte, wäre er auch gestorben. Aber nicht auf diese grausame Weise.“

Der Hegeringleiter appelliert an Landwirte und Pferdebesitzer, nicht mehr genutzte temporäre Umzäunungen unbedingt unverzüglich abzubauen. Das gleiche Schicksal traf einen Hirsch im Landkreis Rotenburg bei Fintel: Er verhedderte sich in einem Weidezaun und musste erlöst werden.

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