Jetzt fehlt nur noch eine Wohnung

Flexibel und zielstrebig

Bei der Arbeit: Teklebrhan Melake am Packtisch (rechts) mit Karen Dippe (Mitte), Geschäftsführerin des Dörverdener Gemüseabos, und einigen Mitarbeitern. - Foto: Kattwinkel

Dörverden/Westen - Mit Zahlen kennt sich Teklebrhan Melake aus. Aber er ist flexibel. „Ich wollte unbedingt einen festen Job“, so der Flüchtling aus Eritrea. Den hat er gefunden und die Freude darüber ist groß: Seit dem 1. Mai arbeitet der 33-Jährige in der Packabteilung beim Dörverdener Gemüseabo.

Teklebrhan Melake stammt aus dem kleinen eritreischen Dorf Derea und wohnt seit seiner Ankunft im Jahre 2014 in der Flüchtlingsunterkunft, einem Mehrfamilienhaus in Westen. Inzwischen mit seiner Partnerin, die im siebten Monat schwanger ist. Der junge Mann ist gelernter Buchhalter. „In diesem Beruf hätte ich auch gerne in Deutschland weiter gearbeitet. Doch das Buchhaltungssystem in Deutschland ist ganz anders aufgebaut“, musst er erfahren. „Da ich aber inzwischen 33 Jahre alt bin, wollte ich keine Ausbildung mehr beginnen und habe intensiv nach Arbeit gesucht“, erzählt er.

Aufgrund seiner guten Englischkenntnisse, die es ihm auch leichter machen, Deutsch zu lernen, fand er erst einmal einen „Mini-Job“ in einem Langwedeler Restaurant. Er guckte sich weiter um. „Als bei uns eine Stelle frei wurde, haben wir Teklebrhan zunächst einen Praktikumsplatz für einen Monat angeboten“, so Walter Franzmeier, einer der Geschäftsführer. Da alles bestens lief, hat er dann Anfang Mai eine Festanstellung bekommen.“

Zu den Kolleginnen und Kollegen hat er ein gutes Verhältnis. „Sie helfen mir und motivieren mich beim Lernen der deutschen Sprache“, so der neue Kollege, dem es nach seiner Aussage sehr gut beim Gemüseabo gefällt. Und ein bisschen mit Zahlen hat er auch zu tun. So muss er unter anderem den Warenbedarf per Telefon an die entsprechende Sachbearbeiterin durchgeben. „Wir haben zahlreiche Angestellte, die vor gut 20 Jahren aus Russland kamen und aus eigener Erfahrung die Situation kennen, in der sich der Kollege befindet und ihn deshalb unterstützen“, so Karen Dippe, Geschäftsführerin vom Gemüseabo.

Eine sehr erfreuliche Nachricht erhielt Teklebrhan Melake in der vergangenen Woche. Sein Asylantrag ist genehmigt. Nun ist er anerkannter Flüchtling. Eigentlich ein Grund rundum zufrieden zu sein. Doch ein Problem hat er noch. Das Zimmer, das er mit seiner Partnerin bewohnt, müssen sie sich noch mit einem weiteren Bewohner teilen. Eine Privatsphäre sei da kaum möglich, so der werdende Vater. Außerdem sei da noch der Weg zur Arbeit nach Dörverden, den er bei Wind und Wetter mit dem Fahrrad macht. Deshalb suchen er und seine Freundin eine kleine, bezahlbare Wohnung in Dörverden. „Wenn das klappen würde, wären wir glücklich“, so Teklebrhan Melake. Wer den beiden helfen möchte, kann sich gerne beim Gemüseabo melden. - kt

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