Flächeneigentümer informieren über Windpark-Pläne / Zwei regionale Unternehmen als Betreiber im Blick

Kriterien für potenzielle Investoren

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Die Vorstandsmitglieder Carsten Wigger, Heiner Zeyn, Hermann Kracke und Detlef Harries-Lehmann vertreten die Interessen von fast 40 Flächeneigentümern. Nicht auf dem Foto, aber ebenfalls im Vorstand, ist Harm Schnakenberg.

Ahnebergen - In den sogenannten Bergendörfern in der Gemeinde Dörverden ist in jüngster Zeit immer wieder von einem geplanten Windpark die Rede. Es regt sich bereits Widerstand, ein Verein hat sich gegründet (wir berichteten). Jetzt melden sich erstmals die Flächeneigentümer zu Wort, die darüber informieren möchten, wie der derzeitige Planungsstand ist. „Wir haben uns bisher nicht an die Öffentlichkeit gewandt, weil wir den Bürgern zu einem früheren Zeitpunkt noch gar keine konkreten Informationen hätten geben können“, erklärt Hermann Kracke, Vorstandsmitglied der Eigentümergemeinschaft Windpark Stedorf-Ahnebergen GbR.

Die GbR bündelt die Interessen der insgesamt fast 40 Besitzer von Grundstücken, die zusammen die „Potenzialfläche Dör_01“ ergeben. Diese plant der Landkreis Verden in seinem neuen Regionalen Raumordnungsprogramm (RROP) als Vorrangfläche für Windenergie auszuweisen.

„Der Landkreis ist aufgrund politischer Vorgaben dazu verpflichtet, zusätzlich zu den bestehenden noch weitere Flächen für Windenergie auszuweisen“, erklärt Detlef Harries-Lehmann, ebenfalls Vorstandsmitglied der Eigentümergesellschaft. Und Stedorf-Ahnebergen gehöre künftig dazu, wenn es nach dem Entwurf gehe.

Der ist aber noch nicht in trockenen Tüchern. Derzeit, seit März und voraussichtlich noch bis Mitte des Jahres, werden die sogenannten Avifauna-Gutachten erstellt, die der Landkreis in Auftrag gegeben hat. Hier wird im Rahmen verschiedener Untersuchungen festgestellt, ob alle Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege berücksichtigt wurden. „Wenn der Standort diesbezüglich also nicht geeignet ist, wird die Fläche auch nicht als Vorrangfläche ausgewiesen“, erklärt Harries-Lehmann. Man rede also noch keineswegs über die Planung eines Windparks, sondern lediglich über die mehr oder weniger vage Möglichkeit.

Die Eigentümer haben sich im Sommer vergangenen Jahres zusammengeschlossen, als die ersten potenziellen Investoren bei ihnen vorstellig wurden, berichtet Hermann Kracke. „Es war schnell klar, dass es klüger ist, sich zusammenzutun, bevor einige von uns Vorverträge abschließen. Wenn auch nur zwei von uns etwas Gegensätzliches wollen, kann das ganze Projekt kippen. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, alle an einem Strang zu ziehen.“ Unterstützung bei der Gründung hätten sie von der Landberatung erhalten.

Die GbR habe Kriterien erarbeitet, nach denen Vorentscheidungen für potenzielle Betreiber getroffen werden sollten. „Uns war zum Beispiel ein lokaler Bezug wichtig“, erklärt Carsten Wigger. „Und die Möglichkeit einer Bürgerbeteiligung sowie die Aussicht auf eine lokale Energieversorgung durch den Windpark“, ergänzt Heiner Zeyn. „Auch dass Steuereinnahmen in der Gemeinde bleiben sollten, spielte eine Rolle“, so Hermann Kracke.

Anhand der Kriterien seien am Ende zwei potenzielle Betreiber übrig geblieben. Zum einen die Dörverdener Firma Wiebe, zum anderen die Firma EnergieKontor, die mit ihren Kooperationspartnern, den Stadtwerken Verden und der Volksbank Aller-Weser, ebenfalls einen lokalen Bezug zu dem Vorhaben habe.

Die Interessenten seien mit Plänen für 3-MW-Anlagen an die Eigentümer herangetreten, wie sie derzeit im Binnenland üblich seien, mit einer Gesamthöhe von etwa 200 Metern – also ziemlich groß. „Kleinere Anlagen will heute fernab der Küste keiner mehr bauen“, so Zeyn.

Bestimmte Sorgen tauchen bei den Anwohnern, auch in den Bergendörfern, immer wieder auf. Was die Frage nach dem Rückbau der Anlagen angehe, werde dieser durch entsprechende Bankbürgschaften gesichert. Auch vor nächtlichem Dauerblinklicht brauche sich niemand zu sorgen, die GbR setze sich bei den Betreibern dafür ein, dass die Leuchtbefeuerung nur dann aktiviert werde, wenn sich ein Flugzeug in der Nähe befinde. Das sei mittlerweile technisch möglich. Für die Aspekte „Abstände zu Wohnbebebauung“, „Schattenwurf“ und „Geräuschentwicklung“ gebe es strenge gesetzliche Kriterien, die eingehalten würden.

Über die Größe des Windparks könne man zurzeit keine seriösen Angaben machen, solange noch nicht klar sei, ob die Vorrangfläche überhaupt Realität wird und wenn ja, in welcher Größe. Auch für die Eigentümer heißt es jetzt, abzuwarten, wie das RROP-Verfahren weitergehe.

rei

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