Fiat-126-Fans treffen sich in Stedebergen / Fachsimpeln und Spritztouren

„Er hat so was wie eine Seele“

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Ordentlich aufgereiht zogen die Fiats die Blicke auf dem Campingplatz auf sich.

Stedebergen - Putzig, charmant, bescheiden und so italienisch: Für die Besitzer und Liebhaber der kleinen Fiat-Automobile der Modellreihe 126 hatte Paul Siebert aus Dörverden jetzt erstmals ein Treffen in seiner Heimatgemeinde organisiert. 20 kleine 126er sowie ein Fiat 500 waren dazu aus dem ganzen Bundesgebiet und aus Österreich auf dem Zeltplatz nahe der Campinggaststätte am Landwehrsee in Stedebergen zusammengekommen, wo sie von Campern und Dorfbewohnern mit Interesse begutachtet wurden.

Wer ein solch kleines Vehikel fährt, hat die Blicke der Passanten sicher. Das weiß auch Paul Siebert, der gleich drei Fiat 126 besitzt, von denen er ein Fahrzeug auch im Alltag nutzt. Dass das Wägelchen nur minimalistisch ausgestattet ist, stört den jungen Mann nicht. „Ich liebe meinen Fiat. Vielleicht auch gerade deshalb, weil sein Ruf in Automobilkreisen nicht der Beste ist“, sagt er schmunzelnd.

Die Zahl der in Deutschland noch zugelassenen Exemplare vom Typ 126, der von 1972 bis 2000 gebaut wurde, gibt Siebert mit etwa 600 an, während vom Fiat 500 noch viermal so viele durchs Land rollen. „Der wurde auch viel häufiger gebaut“, weiß Siebert.

Für die meisten Teilnehmer am Treffen war es eine Art Ehrenkodex, mit den von 26 beziehungsweise 23 Pferdestärken angetrieben Wagen zum Treffen zu fahren. Doch Alfred Grossauer und seine Lebensgefährtin Brigitte Hoemer kamen aus Oberösterreich mit einem Transporter angereist, in den ihr kleiner Fiat 126 Abarth 695 problemlos hineinpasst. Vier Jahre hat Grossauer, fünfmaliger österreichischer Staatsmeister im Straßenrennsport, den knallroten Flitzer restauriert.

Er hat ihn in sämtliche Einzelteile zerlegt und jede noch so kleine Schraube vernickelt und verchromt. „Da rostet aber auch gar nichts mehr“, sagt er voller Stolz. 40000 Euro war ihm der Spaß bislang wert. Alleine das Lackieren habe 5000 Euro gekostet und sicher hatten auch die Felgen, die er in Spanien von Hand hat anfertigen lassen, einen stolzen Preis.

Neben dem Fachsimpeln und dem Austausch von Erlebnissen genossen die Fiat-Freunde auch Spritztouren: „Mein Fiat ist einfach, aber er hat so was wie eine Seele und mehr brauche ich nicht“, beschreibt etwa Paul Siebert sein Verhältnis zu seinem Auto.

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