Geschichte für die Zukunft: Fachfirma arbeitet alten Schafstall auf

Ehmken Hoff in Dörverden: Wo Balken Schuhe bekommen

Mit Klopfholz und Winkeleisen sind Frank Westermann (l.) und Thorsten Bartsch in Aktion.
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Mit Klopfholz und Winkeleisen sind Frank Westermann (l.) und Thorsten Bartsch in Aktion.

Dörverden – Mit der Sanierung eines alten Schafstalls im Auftrag der H.F.-Wiebe- Stiftung wird erneut ein Stück Geschichte für die Zukunft gesichert. Ein in Rohrsen abgebauter Stall soll auf dem Kulturgut Ehmken Hoff wieder aufgebaut werden, um dort als Zeitzeuge vergangener landwirtschaftlicher Strukturen einen Ort zu bereichern, an dem mit historischem Ambiente Geschichte lebt.

Der Grundriss des alten Stalls wird beibehalten und soweit noch brauchbar, werden alle vorhandenen alten Materialien wiederverwendet beziehungsweise fehlende Hölzer durch Altmaterial ersetzt.

Alter Stall in Rohrsen abgebaut

An den zuletzt sehr baufälligen Schafstall erinnert zurzeit nur noch ein Fachwerkgerippe, das Mitarbeiter von „Fach und Werk“ aus Hilgermissen bereits Ende des Jahres abgetragen haben. Die Balken wurden zum Firmengelände transportiert, wo sie zurzeit von Chef Frank Westermann und seinem Team aufgearbeitet werden. Zimmerer Thorsten Bartsch hat die Teile hierfür auf dem Fußboden der Halle ausgelegt. So sieht er auf einen Blick, welche Balken für die Wiederverwendung zu marode sind, damit sie maßstabsgerecht aus massivem, altem Eichenholz neu hergestellt werden.

Marode Stellen werden entfernt und „neues“ Holz an das aufgearbeitete Altholz angeschuht.

Marode Stellen werden entfernt und „neues“ Holz angeschuht

Vier bis fünf Wochen Arbeitszeit, schätzt sein Chef, sind insgesamt nötig, um sämtliche Balken des alten Stallgebäudes zu restaurieren oder durch neue zu ersetzen. Denn der Aufwand sei doch erheblich größer als zunächst geplant. „Zwar wussten wir, dass auf Grund des baulichen Zustands dringender Handlungsbedarf bestand, doch dass der Schaden so groß ist, damit hat dann doch niemand gerechnet.“ Ein Teil der Eichenbalken sei sehr marode und das Holz so arg zerbröselt, dass es sehr aufwendig aufgearbeitet und teils vollkommen ausgetauscht werden müsse.

Eichenbalken teilweise ausgetauscht

Westermann erzählt weiter, dass aber auch die Balken, die man nicht mehr retten könne, immer noch gute Vorlagen für den Nachbau seien: Die verrotteten Elemente der alten Eichenbalken würden mit einem sogenannten Gesundschnitt entfernt und neue bei Bedarf mit Leim und Holznägeln „angeschuht“. „Vom Giebel konnten wir erfreulicherweise einen Großteil des Eichenfachwerks mitsamt dem Weidengeflecht, das mit Lehm verstrichen ist, erhalten. Es wird beim Wiederaufbau mit alten Steinen neu ausgemauert.“

Westermann berichtet außerdem, dass das neu verarbeitete Holz aus einem ehemaligen Herrenhaus in Sudweyhe stammt. „Das Gebäude wurde abgerissen und wir haben uns das Altholz gesichert, das bei Aufträgen wie dem Genannten in die Zweitverwertung geht.“ Aus neuem Holz werde später nur der Dachstuhl angefertigt, wofür Lärchenholz verwendet werde, weil das alte Gebälk leider völlig abgängig gewesen sei.

Und hier soll der Stall hin, wenn er wieder hübsch ist: auf das Ehmken-Hoff-Gelände.

Als erstaunlich gut beschreibt er dagegen den vergleichsweise intakten Zustand der Dachziegel. Westermann: „ Die konnten wir mit geringen Verlusten sichern und damit wird das Dach auch wieder eingedeckt.“

Laut Westermann sei viel Bewegung in der Sache. Die Arbeiten schritten zügig voran, sodass ein beachtlicher Teil der Balken bereits fertig bearbeitet und neu konstruiert worden sei. Wann sein Handwerksbetrieb mit dem Wiederaufbau des Schafstalls mit einem Grundriss von 14,20 x 6,75 Meter starten wird, konnte er allerdings nicht genau benennen. „Sobald die Baugenehmigung vorliegt, wird der Wiederaufbau starten, der in einzelnen Etappen vorgesehen ist.“

Schafstall: Wiederaufbau in einzelnen Etappen

Es werde Gewerk für Gewerk gearbeitet, denn damit der Charakter des Schafstalls so wenig wie möglich verändert wird, sei ein behutsamer Umgang unerlässlich. Auch wenn die Arbeiten flott voranschreiten, bis zum Wiederaufbau auf dem Kulturgut gibt es für die Experten noch viel zu tun.

Wie der Schafstall am neuen Standort sinnvoll genutzt werden kann, ist allerdings bereits geklärt: Im Verein Ehmken Hoff geht man von einer Nutzung als Abstellfläche aus, die dringend benötigt wird.  

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