Neues Schmuckstück aus dem Kulturgut wird mit Besonderheit ausgestattet

Ein königlicher Ofen für den Dörverdener Speicher

Ein kleines Fachwerkhäuschen.
+
Der schmucke Speicher bekommt den letzten Schliff, denn auch der Lagerraum soll stilecht aussehen.

Er ist ein Hingucker: Der einst in Oiste als Häuslingshaus genutzte Speicher aus dem 18. Jahrhundert, der auf Initiative von Hermann Wiebe auf dem Kulturgut Ehmken Hoff wiederaufgebaut wurde und der dem Verein zukünftig als Lagerraum dienen soll, steht kurz vor seiner Fertigstellung.

Dörverden – Zurzeit bekommt das kleine Fachwerkgebäude seinen letzten Schliff und der Dörverdener Ofenbaumeister Arne Ziedeler baut in der Stube einen 170 Jahre alten Kachelofen wieder auf, der dem Verein von Privat überlassen wurde. „Leider darf er in Zukunft nur noch Blickfang sein“, bedauert Projektkoordinator Friedel Röhrs. Er erzählt, dass der Ofen zuletzt etwa 35 Jahre im Haus von Jens Plöger in Dörverden stand und dort dessen Wohnzimmer mit wohliger Wärme versorgt habe. Doch dann habe der Schornsteinfeger die weitere Nutzung untersagt. „Die neuen Emissionsbestimmungen sind schuld. Deshalb haben sich Plögers einen neuen Ofen angeschafft und uns ihren alten überlassen, weil sie es nicht übers Herz brachten, ihn einfach zu entsorgen“, erzählt Röhrs.

Der Ofen ist eine Spende der Familie Plöger aus Dörverden

Schließlich habe der „Alte“ eine richtige Vergangenheit. Röhrs: „Es ist ein ganz besonderes Exemplar und stammt ursprünglich aus dem einstigen Königsbahnhof von König Georg V von Hannover. Laut Wikipedia wurden nach einer Grundrisszeichnung aus dem Jahr 1861 im Bahnhof Räume für die königliche Familie belegt. Ebenso war ein Salonwagen für die königliche Familie in Nordstemmen stationiert.“

Röhrs erzählt weiter, dass es zwar bedauerlich sei, dass der Ofen nicht mehr in Betrieb genommen werden dürfe, er aber nichtsdestotrotz immer noch ein besonders schönes Dekorationsobjekt abgebe. Auch Fachmann Ziedeler spricht sich für den Erhalt des Ofens aus, selbst wenn er energetisch keinerlei Nutzen mehr habe. „Es ist ein schönes Stück, das als antike Feuerstätte eine Epoche widerspiegelt“, meint der Fachmann, der dem Verein sein handwerkliches Know-how ehrenamtlich zur Verfügung stellt.

Kniffliger Aufbau: Das Material ist alt und dünn

Er erzählt, dass der Wiederaufbau – obwohl das Innenleben fehle – ein kniffliges Unterfangen sei und reichlich Fingerspitzengefühl erfordere. „Die Keramik ist alt und dünn. Ich muss gehörig aufpassen, dass nichts kaputt geht.“ Insgesamt muss der Fachmann 50 Kacheln, die beim Abbau alle nummeriert und dann gereinigt wurden, in der richtigen Reihenfolge wieder aufeinandersetzen. Als typisch für einen Ofen dieser Art bezeichnet er noch die Krone, die ihn oben abschließt. Doch die prunkvolle Ausschmückung des Ofens werde er wohl erst Mitte kommenden Monats anbringen können.  

Königliche Wärmequelle: Obwohl dem Kachelofen das Innenleben fehlt, ist der Aufbau ganz schön kompliziert, berichtet Experte Arne Ziedeler.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Brandschutzprüfung: Polizei bricht in „Rigaer 94“ Türen auf

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Italien nach Sieg gegen die Schweiz im EM-Achtelfinale

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Wales siegt dank Bale und Ramsey - Türkei vor Turnier-Aus

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Biden und Putin gehen beim Gipfel in Genf aufeinander zu

Meistgelesene Artikel

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster

Parkhaus Brückstraße: Feuchtigkeit sorgt für Desaster
Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kino steht in den Startlöchern: Verdener Cine City öffnet am 1. Juli

Kommentare