Heimatkünstler Rudolf von Brill

Die vielseitigen Werke eines Wahldörverdeners

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Familientreffen: Die vier Enkel Arne, Angela, Jürgen und Heiner von Brill (v.l.) vor Bildern, die der Großvater in Norwegen gemalt hat. Außerdem waren Dieter von Brill (Sohn) und Iris von Brill (Enkelin) bei der Ausstellung dabei.

Dörverden - Eine besondere Würdigung für einen verstorbenen Heimatmaler: Im Beisein zahlreicher Gäste – darunter mehrere Nachfahren des Künstlers – wurde am Sonntagnachmittag auf dem Kulturgut Ehmken Hoff von Dieter Ullrich die Ausstellung mit Bildern von Rudolf von Brill eröffnet.

Florale Ansichten und Motive aus der Natur und der Umgebung gibt es viele, doch damit erschöpft sich das Werk des im Juli 1992 verstorbenen Wahl-Dörverdeners bei Weitem nicht. Er war ein vielseitiger Maler, wie auch Jürgen von Brill, ein Enkel des Malers, bei der Beschreibung des Großvaters unterstrich. Jürgen von Brill und seine Geschwister Angela, Arne und Heiner von Brill, Verwandte sowie örtliche wie überörtliche Leihgeber haben diese Ausstellung ermöglicht, die bis Sonntag, 17. Dezember, immer sonntags im Ausstellungsraum des Kulturguts zu sehen ist.

In seinen Grußworten ging Ullrich kurz auf die Hintergründe der kleinen Ausstellungsserie ein, die zum vierten Mal die Kunstwerke von bereits verstorbenen Kunstschaffenden aus der Gemeinde in den Fokus rückt. Jede dieser Ausstellungen sei auch als Hommage an Können und Kreativität der Verstorbenen zu sehen. Die aktuelle Schau ist eine umfangreiche Ausstellung, die gut in die nostalgische Atmosphäre des Kulturgutes passt. Und lässt sich der Besucher Zeit beim Betrachten der Bilder, erkennt er selbst als Laie schnell, dass hier auch so mancherlei Originelles und mittlerweile Verlorenes in den Motiven durchschimmert. Eben ein Stück Dörverdener Geschichte, eine Erinnerung an vergangene Zeiten.

Bo (vier Monate) und Mareike Apholz, geborene von Brill, vor einem Selbstporträt ihres damals noch jungen Ur-Ur- beziehungsweise Ur-Großvaters Rudolf von Brill.

Bei aller Treue zum Sujet hatte Rudolf von Brill immer wieder neue Materialien und Farbkompositionen entdeckt, aus beziehungsweise auf denen er seine Bilder schuf. „In seinen frühen Werken hat er überwiegend mit dunklen Farben gearbeitet. Mit zunehmendem Alter wurden die Gemälde dann zusehends heller“, berichtete Ullrich.

Der 1912 in Bremen geborene Künstler, hatte nach der Schule zunächst eine Malerlehre gemacht und lebte sein künstlerisches Talent beim Erstellen von Ölbildern aus. 1932 heiratete er Dora Holze, mit der er zwei Söhne bekam. Natürlich blieb auch von Brill vom Kriegsdienst nicht verschont. Er wurde nach Norwegen abkommandiert und behielt auch dort das Malen bei, wovon auch einige Ölbilder in der Ausstellung zeugen. 1945 kehrte von Brill aus Kriegsgefangenschaft zurück und die Familie zog nach Dörverden, wo von Brill die Landwirtschaft des Schwiegervaters übernahm. „Er hatte keine Ahnung von Landwirtschaft und Gartenbau“, reflektierte Jürgen von Brill die berufliche Veränderung seines Großvaters. „Er hat sich dann aber schnell in die neuen Aufgaben eingefunden und sie wurden zu seiner zweiten Leidenschaft neben der Malerei.“

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