Edelkrebse sollen im Dörverdener Vereinsteich heimisch werden

Angler setzen auf Artenschutz

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Der Vorsitzende des Sportfischervereins Dörverden/Weser, Harald Gottwald, Thomas Klefoth vom Landessportfischerverband Niedersachsen und Sportwart Werner Güsen (von links) setzen die Krebse in den Teich ein.

Dörverden - Neue, ungewöhnliche Bewohner hat seit kurzem der Vereinsteich des Sportfischervereins Dörverden/Weser auf dem ehemaligen Bundeswehrgelände an der Hoyaer Straße. Sie sind etwa fünf bis acht Zentimeter lang, haben einen Panzer, Scheren und sind sehr selten geworden: 100 Edelkrebse tummeln sich nun in dem Gewässer. „Eine Artenschutzmaßnahme“, erklärt der Vorsitzende des Sportfischervereins Dörverden/Weser, Harald Gottwald.

Der Einsatz der Tiere wurde von Harald Gottwald und Gewässerwart Andreas Brenda initiiert. Der Teich, der mit Hecht, Karpfen, Schleien und Weißfischen besetzt ist, wurde nach sorgfältiger Prüfung durch den Verein und Fischereibiologen vom Landessportfischerverband Niedersachsen als sehr gut geeignet befunden für einen Initialbesatz mit Edelkrebsen: weil es dort keine anderen Krebse gibt, das Gewässer mit Unterwasserpflanzen und Totholz viel Struktur bietet, der See an den meisten Stellen flach ist und ein hohes Nährstoffpotenzial aufweist und weder Aal noch Wels im Gewässer vorkommen, sodass nur ein geringer Fraßdruck auf die neuen Bewohner ausgeübt wird.

Die Edelkrebse aus der Krebszucht Göckemeyer gehen zurück auf eine Krebspopulation im Landkreis Höxter, die für die Erhaltungszucht gerettet und bis heute erfolgreich vermehrt werden konnte. Der Edelkrebs (Astacus astacus) war ehemals in Deutschland und Europa weit verbreitet. Mittlerweile ist er in seinem gesamten Verbreitungsgebiet in Europa jedoch entweder akut vom Aussterben bedroht oder bereits ausgestorben. In etlichen Gewässern ist das Vorkommen nordamerikanischer Flusskrebse dafür verantwortlich: Signalkrebs und Kamberkrebs wurden gegen Mitte des 19. Jahrhunderts nach Europa eingeführt und sind Überträger der Krebspest, eine Pilzerkrankung, die für den Europäischen Edelkrebs tödlich ist und innerhalb weniger Wochen eine gesamte Population auslöschen kann. Die Überträger sind mikroskopisch klein und haften überall an; sei es im Gefieder oder Fell von wasserbewohnenden Vögeln und Säugetieren oder an den Stiefeln von Kindern, Anglern oder Gewässerunterhaltern. Die Gefahr einer Neuinfektion eines mühsam aufgebauten Bestandes ist deshalb erheblich.

Die 75 Mitglieder des Vereins, für die neben Angeln auch Besatzmaßnahmen und Naturschutzmaßnahmen wie Pflege der Zufahrten, der Gehölze und des Uferbereiches auf dem Programm stehen, freuen sich über die Aktion und hoffen, dass die Krebse, die bis 15 Zentimeter groß werden, sich gut entwickeln. Der Teich ist öffentlich zugängig und lädt zum entspannten Verweilen ein.

kt

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