Knochenmark-Typisierung: 568 Registrierungen / Geldspenden weiter gebraucht

Dörverdener schenken Florian und seiner Familie Hoffnung

Drei von insgesamt 568 Spendern: Sonja Vujec, Stefanie Holm und Maria Vujec (von links) wollen unbedingt helfen.

Dörverden - Maria Vujec lässt sich eine Blutprobe entnehmen. Im Nu ist alles vorbei, sie nimmt ihre Unterlagen mit und die medizinische Helferin widmet sich bereits dem Nächsten, damit keine lange Wartezeiten entstehen. Maria Vujec kommt aus Dörverden: „Jeden kann dieses Schicksal treffen. Und wer selbst Familie hat, kann nachempfinden, wie es einem Betroffenen geht und möchte helfen“, erklärt sie ihren Beweggrund, sich bei der DKMS registrieren zu lassen.

Am Sonntag fand in der Mensa der Aller-Weser-Oberschule in Dörverden unter Schirmherrschaft von Bürgermeister Alexander von Seggern die Typisierungsaktion für den 26-jährigen Florian aus Dörverden statt. Der junge Mann ist an Leukämie erkrankt und nur eine Stammzellentransplantation kann sein Leben retten.

Schon kurz nach zehn Uhr waren die ersten Spendenwilligen vor Ort und um elf stand bereits eine kleine Menschenschlange in der Mensa und wartete auf den Beginn der Typisierung, die pünktlich um 11 Uhr startete. Am Ende waren 568 Röhrchen mit je fünf Milliliter Blut fertig beschriftet und verpackt. Zudem wurden bislang rund 13 000 (7000 Euro alleine am Sonntag) für die Deutsche Knochenmarkspenderkartei (DKMS) gespendet.

Die Tochter von Maria Vujec, Sonja, war ebenfalls sofort bereit, mitzumachen. Dass sie sich typisieren lassen würde, war auch für Stefanie Holm schnell klar. „Ich habe auch keine Angst bezüglich einer Knochenmarkspende“, denkt sie bereits einen Schritt weiter. Zögern würden auch Mutter und Tochter Vujec nicht, hätten sie die Möglichkeit, Stammzellen zu spenden. Wie Annegret Müller: „Für mich wäre es das Größte, helfen zu können“, sagt sie und fügt gleich noch ein Lob an die medizinischen Fachkräfte von DRK-Kreisverband und der DKMS sowie an alle Helfer hinzu: „Papierkram und Blutabnahme gingen richtig flott. Die Leute sind kompetent und freundlich und alles ist super organisiert.“

Große Anteilnahme sogar von Fremden

Auch mehrere Mitglieder der Dörverdener SPD waren in die Mensa gekommen. „Aus Altersgründen können wir zwar alle keine Blutprobe mehr abgeben, aber wir haben Geld gespendet“, erzählen sie. Denn damit die insgesamt 22 720 Euro für die 568 Laboruntersuchungen bezahlt werden können, wird jeder Euro gebraucht. „Jeder kann selbst entscheiden, was ihm möglich ist, zu spenden. Sowohl Vereine als auch Privatpersonen haben bereits Aktionen zugunsten der DKMS durchgeführt“, ist Organisator Michael Reinhardt dankbar und hofft, dass die Bereitschaft, Bares auf das DKMS-Spendenkonto bei der Kreissparkasse Syke (IBAN DE 56 2915 1700 1012 0391 01, BIC BRLADE21SYK) einzuzahlen, auch weiterhin besteht. „Jede Typisierung kostet 40 Euro“, erklärte Reinhardt. Spenden seien daher auch weiterhin sehr wichtig.

Überhaupt sei es sehr erfreulich, dass so viele Menschen gekommen seien, um seinem Freund Florian zu helfen, lobt Reinhardt die Welle der Solidarität und Hilfsbereitschaft für Florian. Der war zeitweise selbst vor Ort und wurde von Freunden, Bekannten und sogar von Fremden umarmt, die so ihre Anteilnahme an seinem Schicksal zeigten. Florian und seine Familie sind nun natürlich voll neuer Hoffnung, dass unter den Registrierten einer dabei ist, der den jungen Mann mit einer Stammzellenspende retten kann. „Krebs ist scheiße, aber es ist auch Wahnsinn, was meine Freunde machen und was sie bislang für mich auf die Beine gestellt haben“, sagt Florian. der 26-Jährige fühlt sich im Moment natürlich sehr angeschlagen. „Ich bekomme das volle Programm, Chemo und Bestrahlung, und warte eigentlich nur darauf, dass sich irgendwo auf dieser Welt ein geeigneter Spender findet. Und ich glaube fest daran.“

Seinem Kumpel Michael Reinhardt ist es wichtig, seinen Dank auszusprechen. Zum einen an die Vertreter der DKMS, an die dutzenden Ehrenamtlichen aus dem Umfeld von DRK-Kreisverband und Ortsfeuerwehr Dörverden und an die vielen anderen Freiwilligen, die sich in den Dienst der Sache gestellt haben. So halfen Freunde und Bekannte bei der Aufnahme der Personalien, organisierten ein Kuchenbüfett und versorgten die Spender mit von regionalen Firmen gesponserten Bratwürsten, Brötchen oder Getränken.

„Sogar die Kinderfeuerwehr hat sich eingebracht und den Nachwuchs bespaßt, während die Eltern registriert wurden.“ Vor allem dankte er auch jenen, die gekommen waren, sich typisieren zu lassen: „Sie helfen damit nicht nur unserem Freund Florian, sondern auch anderen Erkrankten.“ - rö

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