Bücherei hat wieder geöffnet / Längere Aufenthalte sind noch tabu

Dörverdener Leseratten atmen auf

Erste Kundin: Sonja Mentzler hat ihre Auswahl getroffen. 
Foto: niemann
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Erste Kundin: Sonja Mentzler hat ihre Auswahl getroffen. Foto: niemann

Dörverden – Für die Dauer von fast dreieinhalb Monaten hatte die Gemeindebücherei in der Berliner Straße in Dörverden geschlossen. Am Mittwochvormittag war die Einrichtung nach langer Zwangspause wieder geöffnet, doch der große Ansturm blieb aus, sodass es auch keine Warteschlangen gab.

„Zum Glück sind die Menschen vernünftig. Und vermutlich zeigt auch der Appell von Bürgermeister Alexander von Seggern Wirkung, dass sich die Nutzer am Eröffnungstag noch sehr vorsichtig verhalten. So lassen sich die neuen Regeln auch viel besser einhalten“, meinte Friederike Wessel, die die Bücherei seit 28 Jahren ehrenamtlich leitet. Denn wie in allen öffentlichen Einrichtungen gilt auch hier: Menschenansammlungen vermeiden und Abstand halten. Deshalb dürfen auch nicht mehr als vier Leute gleichzeitig rein und schon von daher sinnvoll, dass zum Auftakt nur vereinzelte Besucher gekommen sind.

Sonja Mentzler ist die erste Kundin am Wiedereröffnungstag und nach Aussage von Wessel eine ihrer Treuesten. „Es vergeht eigentlich kein Monat, in dem sie keinen frischen Lesestoff ausleiht“, plaudert Wessel und die auf die Literaturbereiche Krimi, Science-Fiction oder Fantasy fokussierte Vielleserin lächelt zustimmend. „Ich bin wirklich froh, dass hier endlich wieder geöffnet ist. Ich war in der Vergangenheit zur Reha und hatte viel Zeit zum Lesen und da wurde der Lesestoff schnell knapp.“

Für die Sicherheit von Nutzern und Bibliotheksleitung hatte die Gemeinde im Vorfeld ein Nutzungs- und Hygienekonzept erarbeitet: So gilt beim Zutritt und Verlassen des Gebäudes eine Maskenpflicht, von der nur Menschen mit Vorerkrankungen und Kinder bis Vollendung des sechsten Lebensjahres ausgenommen sind. Weiter haben sich die Nutzenden vor Betreten der Bücherei die Hände zu waschen oder zu desinfizieren und müssen dann jederzeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. Der Aufenthalt in der Bücherei selbst soll möglichst zügig erfolgen, längeres Stöbern oder Leseaufenthalte sind folglich tabu.

Auch eine Dokumentation der Nutzer ist Pflicht. Wessel: „Jeder muss sich damit einverstanden erklären, dass ich persönliche Daten aufnehme, die dann für die Dauer von drei Wochen aufbewahrt werden, damit etwaige Infektionsketten nachvollziehbar sind.“ Wessel selbst sitzt hinter einer Schutzscheibe, die mit einer Öffnung versehen ist, durch die die Bücher bei Ausleihe und Abgabe hindurchgeschoben werden. „Man muss sich an das alles auch ein bisschen gewöhnen, aber ich freue mich sehr, meine Leser endlich wiederzusehen“, sagt Wessel. Vor allem die Kinder hätten ihr doch sehr gefehlt, auf die aktuell unter den rund 5000 zur Verfügung stehenden Medien auch reichlich neuer Lesestoff warte.  nie

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