Dörverdener Kinder lernen am Ehmken Hoff Kräuter und Wildgemüse kennen

Selbst der Giersch hat seine guten Seiten

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Die Grundschüler genossen die Zeit im Kräutergarten und lernten Wissenswertes über das Aussehen sowie den Duft der Pflanzen.

Dörverden - In und von der Natur lernen – das spielt im Schulalltag der Dörverdener Kinder eine wichtige Rolle. Die Klasse 4a von Lehrerin Petra Ried hat jetzt zusammen mit Heike Henze von der Aktionsgruppe Kräutergarten im Verein Ehmken Hoff ein Projekt zum Thema Kräuter gemacht, in dem Ausprobieren und Schmecken auf dem Programm standen.

Zitronenmelisse, Pfefferminze, Wiesen-Bärenklau, Basilikum oder Giersch: Für die Grundschüler sind das keine unbekannten Pflanzen mehr. Zusammen mit Heike Henze haben sie auf dem Kulturgut in Dörverden die Welt der Gewürzpflanzen erforscht und gekostet.

Nachdem sie die Kräutersorten zunächst einmal kennengelernt hatten, durften sie natürlich auch ausprobieren, was man daraus alles herstellen kann. Auf der Speisekarte standen Kräuterquark mit frischem Gemüse, erfrischende Kräuterlimonade und knusprige Kräuterbrötchen. Heike Henze erklärte, dass sie mit Aktionen wie diesen die Kinder sensibilisieren und dazu anregen möchte, dass sie genau hinschauen und unter die Lupe nehmen, was in der Natur so alles an Essbarem wächst. So haben die Kinder beispielsweise gelernt, dass Brennnessel kein Unkraut ist, sondern etwas Wertvolles, aus dem sich viele schmackhafte Sachen herstellen lassen.

Außerdem, so Lehrerin Petra Ries, füge sich das Projekt optimal in die bereits bestehenden Aktivitäten rund um die Themen gesundes Schulfrühstück und gesunde Ernährung ein. Schließlich schmecken Wildkräuter nicht nur besser als gewöhnliche Einheitsware aus dem Supermarkt, sie sind auch besonders reich an Vitaminen, Spurenelementen und so genannten sekundären Pflanzenstoffen. So enthält etwa Brennnessel das Dreißigfache an Vitamin C im Vergleich zum Kopfsalat, das Zwanzigfache an Provitamin A, das Vierzehnfache an Kalzium, das Fünfundzwanzigfache an Magnesium und das Fünfzigfache an Eisen. Und sogar dem Giersch, der Gräuelpflanze und dem ärgstem Feind aller Heimgärtner, lässt sich eine schmackhafte Seite abgewinnen: Man verwendet ihn wie Spinat als Gemüse, kann ihn mit Spinat oder Brennnesseln zum Brennnesselgemüse mischen oder als Füllung für Ravioli, Teigtäschchen oder Pfannkuchen verarbeiten. Es verstehe sich allerdings von selbst, dass man nicht entlang von dicht befahrenen Straßen sammeln soll. Besser halte man sich an die Vorräte an Wald- und Wegrändern oder an die im eigenen Garten.

Für die jungen Naturforscher gab es beim Besuch auf dem Kulturgut aber noch andere Sachen zu erleben. Etwa einen Rundgang durch die Häuser und die Gärten oder die Ehmken-Hoff-Rallye, bei der allerlei Wissenswertes über das Kulturgut abgefragt wurde und nicht zuletzt beim Ausklang des Vormittags auf dem schönen Spielplatz am Kulturgut.

Heike Henke vom Verein Ehmken Hoff würde sich auch über weitere Besuche von Schulklassen oder älteren Kindergartenkindern auf dem Kulturgut freuen. Schließlich gehöre es zu den erklärten Absichten des Vereins, das Kulturgut und seine Möglichkeiten durch altersgerechte Angebote auch für ein jüngeres Publikum zu öffnen. „Eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen wäre daher besonders schön“, so Henze.

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