Dörverdener Jugendliche erstellen Anti-Mobbing-Comic / „Ein ernstes Thema“

Lucys Leid in vielen Bildern

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Gespannt blätterten die Jugendlichen in dem Heftchen, an dessen Herstellung sie maßgeblich beteiligt waren.

Dörverden - Das jüngste Projekt im Jugendtreff Dörverden, „Lucys Geschichte, ein Comic gegen Mobbing“, ist abgeschlossen. Die Fertigstellung der gedruckten Hefte wurde von den beteiligten Jugendlichen und dem pädagogischen Trägerteam der Sozialpädagogischen Familien- und Lebenshilfe (SoFa) mit einer kleinen Party mit Übergabe des Comics an die Beteiligten gefeiert.

Mobbing und Gewalt, aber auch Freundschaft und Zivilcourage unter Jugendlichen sind Themen, die Holger Nanz von Berufs wegen beschäftigen. Der Sozialpädagoge hat mit Schülern der Aller-Weser-Oberschule Dörverden bereits einen Videofilm über die Gefahren, die im Netz lauern, gedreht und dann mit Jugendlichen vom Jugendtreff einen Comic zum Thema Mobbing mit Hilfe von Bildbearbeitungsprogrammen erstellt. Auf mehr als 80 Seiten zeigen die Zeichnungen viele typische Mobbinghandlungen wie die Behauptung falscher Tatsachen, Beleidigungen, Gewaltandrohungen, soziale Isolation und Stalking. Auch das Risiko, das heutzutage durch neue Medien und soziale Netzwerke gegeben ist, wird thematisiert. Und wenn es im Comic letztlich dann doch ein Happy End gibt, wird deutlich, wie sehr das Opfer leidet – und dass Minderjährige bei Mobbing strafrechtliche Konsequenzen erwarten.

Im Fokus der Geschichte steht die Gefühlslage der 13-jährigen Lucy, die neu an eine Schule kommt. Die Mitschüler schließen sie aus, auch daheim fehlt dem Mädchen der nötige Rückhalt, da ihre allein erziehende Mutter mit eigenen Problemen beschäftigt ist.

Die mit vielen Wendungen gespickte Geschichte, die Nanz gemeinsam mit den Jugendlichen entwickelt hat, zeigt, wie schnell die Grenze zwischen Necken und Mobbing verschwimmen kann. Denn Mobbing, so Nanz, sei als eine Form von Gewalt weit mehr verbreitet als man gemeinhin annehme. „Durch die neuen Medien hat das Thema eine noch speziellere Qualität bekommen“, so Nanz, der beispielhaft auf die in der Regel heimlich gemachten Aufnahmen von peinlichen Situationen verweist, die im Internet verbreitet werden, wo sie für jedermann sichtbar sind.

Wichtig ist dem Sozialpädagogen, dass die Jugendlichen sich mit Themen beschäftigen, mit denen sie auch praktisch in Kontakt kommen. So müsse auch Mobbing nicht immer eine „große Sache“ sein. Schließlich könnten bereits kleine Hänseleien die Gefühle eines anderen Menschen sehr verletzen. „Es ist ein Thema, das man ernst nehmen muss“, so Nanz, der durch Gespräche mit Dörverdener Jugendlichen weiß, dass etwa jeder dritte der Befragten bereits selbst Erfahrungen mit Mobbing gemacht hat. „Da ist es wichtig, Anlaufstellen zu kennen, an die man sich wenden kann, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß“, so Nanz weiter. „Der Comic soll niederschwellig auch in dieser Richtung eine Hilfestellung für Betroffene liefern, aber auch Jugendlichen, die Täter sind, zeigen, was sie durch ihr Mobbing anrichten“, erzählt Nanz.

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