„Ich möchte für immer bleiben“

Hausärztin entscheidet sich endgültig für Dörverden

Mutter und Tochter am Schreibtisch
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Wenn es ihr Medizinstudium zulässt, unterstützt die 20-jährige Elisa ihre Mutter und das Praxisteam. Die Ärztin ist sehr stolz auf die Tochter und hofft, später einmal gemeinsam mit ihr in der Praxis zu arbeiten.

Dörverden – Im Juni sind es bereits zwei Jahre, dass Vesela Lazarova in Dörverden die Hausarztpraxis von Dr. Wulf-Reinhard Gente übernommen hat. Mit dem Start in Dörverden ist die 50-Jährige sehr zufrieden, denn längst hat sich die aus Bulgarien stammende Fachärztin für Allgemeinmedizin am Ort etabliert. Die Patienten vertrauen ihr und sie bekräftigt mit Nachdruck, dass sie vollends in der neuen Heimat angekommen sei.

„Ich hatte einen guten Start“, blickt Lazarova auf ihre Anfänge als selbständige Hausärztin zurück. Hinter ihr lägen spannende Monate, sie habe viele schöne Momente erlebt und bereits eine sehr erfüllende Zeit verbracht. „Die Zeit ist mir wie Wasser durch die Finger geronnen. Manchmal frage ich mich, wo sie geblieben ist“, sagt die 50-Jährige, die ihr Medizinstudium 1996 im bulgarischen Varna abgeschlossen hat. „In Dörverden möchte ich für immer bleiben. Die Menschen sind wunderbar.“ Auch ihr Ehepartner und die beiden Kinder, sie haben sich eingelebt und fühlten sich in Dörverden rundum zuhause. Das sei ihr wichtig, sagt die Allgemeinmedizinerin.

Die eigene Praxis auf dem Dorf empfindet sie als perfekt. „Für mich ist mein Beruf kein Business“, bekräftigt sie mit Nachdruck. Ärztin zu sein, gehe für sie weit über das eigentlich Tun hinaus. Lazarova erzählt von einem Kollegen, der einmal gesagt hat, sein Beruf ende an der Praxistür. Sobald sich diese Tür hinter ihm schließe, beginne sein Privatleben. „Bei mir funktioniert das nicht. Ich denke auch „privat“ an meine Patienten, von denen mir viele regelrecht ans Herz gewachsen sind.“ Keinen Hehl macht die zweifache Mutter daraus, dass sie ein besonderes Faible für die ältere Generation hat. „Ich liebe Kinder, aber mein Herz gehört den Senioren“, sagt sie. „ich liebe alte Menschen.“

Es ist fast zwei Jahre her, dass Bürgermeister Alexander von Seggern die Ärztin in Dörverden begrüßt hat.

Dass sie und ihre Familie ihre ursprüngliche Heimat verlassen haben, habe verschiedene Gründe und sei sowohl den sozialen als auch den politischen Rahmenbedingungen geschuldet. Lazarova spricht von „Kindern ohne Schuhe“, sie fühle sich in Deutschland wie im Himmel, und diese Aussage sei keinesfalls eine Floskel, sie komme von Herzen. „Ich fand meine Arbeit hier von Anfang an perfekt“, sagt sie. Zudem sei auf dem Land das Patienten-Arzt-Verhältnis viel enger, was sie schätze und ihrem beruflichen Naturell entspreche.

Privat hat Familie Lazarova unweit der Praxis ein älteres Haus erworben, das der Ehemann nach und nach renoviert. „Mein Mann ist Bautechniker und handwerklich sehr geschickt. Irgendwann wird das Haus fertig sein, aber oft gibt es auch Wichtigeres für ihn zu tun“, lächelt sie. Nach Bulgarien zu Eltern, Schwiegereltern und Geschwistern, die sie finanziell unterstützt, fahren Lazarovas eher selten, was insbesondere dem Virus geschuldet ist. „Unsere Heimat ist inzwischen hier“, sagt Vesela Lazarova, die Ausgleich und Entspannung beim Backen und Kochen findet. „Ich bin kein sportlicher Mensch“, gibt sie schmunzelnd zu, „leider“. Sie mache sich lieber in der Küche zu schaffen.  

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