Dörverdener Familien planen Gründung einer weiteren Betreuungseinrichtung

Eltern wollen Konzept für Waldkindergarten erarbeiten

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Naturmaterialien, wie hier Kastanien, dienen als Spielzeug.

Dörverden - Eltern aus der Gemeinde Dörverden suchen Mitstreiter, die sich für ihre Kinder ein besonderes Betreuungskonzept wünschen. Mehrere Familien wollen einen Waldkindergarten gründen. Vorbilder gibt es unter anderem in Kirchlinteln und Verden, wo die Waldkindergärten längst fester Bestandteil des Betreuungsangebotes geworden sind.

„Wir beschäftigen uns schon länger mit dem Thema“, erzählt Lisa Paulsen. Die junge Mutter aus Westen hat einen eineinhalbjährigen Sohn und eine zweieinhalbjährige Tochter. Auf der Suche nach einem geeigneten Kindergartenplatz fanden sie und ihr Partner allerdings keine Einrichtung, die sie rundum überzeugen konnte.

Als sie vom Konzept der Waldkindergärten hörten, reifte die Idee, selbst eine derartige Einrichtung zu gründen. Rund 15 Elternpaare mit zurzeit 20 Kindern haben bereits ihr Interesse an dem Vorhaben signalisiert, weitere wollen die Initiatoren am Mittwoch, 13. Januar, um 20 Uhr, bei einem unverbindlichen Informationstreffen in der Kneipe Westen begeistern.

Gemeinsam mit Britta Gliesmann, Mutter einer zweijährigen Tochter, erklärt Paulsen das Prinzip des Waldkindergartens: „Die Kinder treffen sich am Morgen im Wald in ihrem Bauwagen oder ihrer Hütte und besprechen spontan und abhängig vom Wetter, zu welchem Spielort sie gehen: an einen Wasserplatz, um im Matsch zu spielen, auf eine Wiese, um Kleintiere zu beobachten, oder in den Wald, um mit herumliegenden Holzstücken zu spielen.“ Denn konventionelles Spielzeug brauchten Waldkindergartenkinder nicht.

„Die Kinder verbringen – abgesehen von wenigen witterungsbedingten Ausnahmen – mit den Erzieherinnen den ganzen Vormittag draußen in der freien Natur, wo sie unter fachlicher Anleitung spielen und lernen. Hier können sie mit und in der Natur experimentieren, ihre Kräfte ausprobieren, ihrem Bewegungsdrang nachgehen, kreativ und gestalterisch mit Materialien aus dem Wald spielen. Es gibt viele Kinder, die an der frischen Luft mit viel Platz für Bewegung glücklich sind.“

Weitere Mitstreiter

sind gern gesehen

Auch würden alle nötigen Fähigkeiten, die für ihren weiteren Werdegang wichtig wären, dort auf natürliche Art und Weise erlernt. Aus ihren Erfahrungen als Lehrerin weiß Gliesmann, dass viele Kinder nur noch wenig mit der Natur in Kontakt kommen. Denn während früher Kinder ganz selbstverständlich ihre Streifzüge in die Natur unternommen haben, sind derlei Aktivitäten heute selten. „Die Kinder sitzen oft zu lange vor Fernseher oder Spielekonsole, und der Wald als naturnaher, spannender Abenteuerspielplatz ist ihnen kaum bekannt.“

Genau das soll das Angebot Waldkindergarten verändern, das außerdem die vielfältigen Betreuungsangebote für Kinder in der Gemeinde bereichern und ergänzen würde. Da der klassische Waldkindergarten nur vormittags geöffnet ist, schwebt den Initiatoren eine Kooperation mit einer bestehenden Ganztagseinrichtung vor, da viele Eltern berufstätig sind. „Eine Angliederung, etwa an die Kita Am Hesterberg wäre für uns gut vorstellbar“, so die Frauen. Für eine Trägerschaft sei die Gemeinde ihr Wunschpartner.

Auf die Eltern kommt nun viel Arbeit zu, da Waldkindergärten vor allem von Eigeninitiative leben. „Der Gründungsprozess kann schätzungsweise zwei Jahre dauern“, vermuten Paulsen und Gliesmann, deren Kinder dann gerade noch in dem Alter sind, um Dörverdener Waldkinder zu werden. Wie groß das Interesse unter den Dörverdener Eltern ist, wird sich am Informationsabend zeigen, wo auch Fragen aus der praktischen Arbeit beantwortet werden sollen. Kontakt unter Telefon 04239/613, 0157/84732211 oder per E-Mail an lisa.paulsen@ posteo.de.

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