Dörverdener Bücherei besteht seit 1951 / Früher in einer Baracke untergebracht

„Frauen und Kinder sind die eifrigsten Ausleiher“

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Die Stammleser wissen das kostenlose Angebot zu schätzen.

Dörverden - Eine große Auswahl an Lesestoff hält die Gemeindebücherei Dörverden in den Räumlichkeiten über dem Kultursaal bereit. Von Friederike Wessel betreut und von Schülern der Oberschule tatkräftig unterstützt, wird diese Einrichtung bis heute von der Dörverdener Bevölkerung gut angenommen. Und auch die Kleinen aus dem Kindergarten, der sich im gleichen Gebäudekomplex befindet, kommen regelmäßig vorbei und schauen sich gemeinsam mit den Erzieherinnen nach neuen Bilderbüchern um.

„Unser Bestand umfasst etwa 6000 Bücher“, erzählt Friederike Wessel, die seit 1992 die Verantwortung für die Gemeindebücherei trägt. Sie verweist auf ihre jungen Helfer, ohne die die Bibliotheksarbeit auf ehrenamtlicher Basis kaum zu leisten sei. Wessel und die Jugendlichen verstehen sich – über die Altersgrenzen und über unterschiedliche Lesevorlieben hinweg.

Die Aufgaben der Jugendlichen sind vielfältig: Bücher ausgeben und zurücknehmen, sortieren, einbinden, Leseausweise ausgeben, Regale ein- und umräumen oder Bücher in den „Umsonst-Koffer“ legen, der im Eingangsbereich auf die Leseratten wartet.

Durch ihre Mitarbeit tragen die Schüler entscheidend zum Erhalt der Einrichtung bei, die seit 1951 fester Bestandteil im Kulturangebot der Gemeinde ist. 1960 übernahm die Lehrerin Sigrid von Hedenström die Leitung der Bücherei, deren Bestand zu jener Zeit kaum mehr als zwei Bücherschränke umfasste. Wessel: „Es folgte der Umzug in die Baracke am Steinweg. Eine Heizung gab es dort nicht und im Winter musste eine Stunde vor Beginn der Ausleihe erst einmal eingeheizt werden.“

In den 70er-Jahren hat dann auch Friederike Wessel erstmals Bibliotheksluft geschnuppert. „Ich habe schon immer gerne gelesen und mich schon früh als ‚Büchereilehrling‘ beworben.“ Doch so einfach war das nicht. „Es gab damals unter den mithelfenden Schülern eine richtige Hierarchie“, sagt Wessel lachend. „Neulinge mussten erst einmal die Fahrradständer putzen, während die gedienten Helfer meistens nur noch Karten spielten oder Schokolade verputzten – ihren Lohn für die Mitarbeit.“

1972 zog die Bücherei abermals um, diesmal in das neugebaute Dörverdener Rathaus, wo mittlerweile die Polizei zu finden ist. Am heutigen Standort neben dem Kindergarten ist sie seit 1992 zu finden.

„Jährlich werden rund 60 neue Bücher angeschafft“, berichtet die Büchereileiterin. Außerdem werde der Bestand durch Buchspenden aus der Bevölkerung aufgefrischt. „Wir können zwar nicht aus dem Vollen schöpfen, aber wir verfügen über einen sehr umfangreichen, thematisch breit gestreuten Bestand“, sagt Wessel und dass das Medienangebot ergänzt werde durch rund 100 Hörbücher.

Die Resonanz sei in den Wintermonaten und vor den Sommerferien am größten. „Kinder und Frauen sind die eifrigsten Ausleiher“, sagt sie und dass das Lesen von Büchern aus der Gemeindebücherei zum Nulltarif zu haben ist. „Wir nehmen ganz bewusst keine Gebühr.“

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