Dörverden will Reduzierung durchsetzen

Trinkwasser sorgt für viel Zündstoff

Mediengruppe Kreiszeitung
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Dörverden - Der Trinkwasserverband Verden soll im Bereich des Wasserwerkes Panzenberg in Verden die Fördermengen reduzieren. Das fordert der Rat der Gemeinde Dörverden und hat dazu in seiner Sitzung am Donnerstagabend einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Ganz reibungslos verlief die Abstimmung dazu allerdings nicht.

CDU-Fraktionschef Adrian Mohr war es, der die Diskussion mit seiner Vorlage angeschoben hatte. Zwar sei Dörverden von den unmittelbaren Folgen der Trinkwasserförderung in Verden nicht betroffen. „Wir als Gemeinde sind aber Mitgesellschafter und stehen daher in der Verantwortung, der wir uns stellen müssen“, betonte Mohr. „Mir geht es nicht darum, den Hammer kreisen zu lassen und den Verband an den Pranger zu stellen, sondern nach einer einvernehmlichen Lösung für alle Seiten zu suchen.“

Mohr verwies auf die neueren hydrologischen Gutachten, die eindeutig belegen würden, dass es zwischen der Grundwasserförderung im Bereich Panzenberg und den aufgetretenene Schäden, insbesondere dem Trockenfallen der Halse, einen Zusammenhang gebe. „Anders als in den Jahren zuvor, wird diese Untersuchung von keiner Seite angezweifelt“, betonte Mohr. „Im Neubewilligungsverfahren will der Verband dennoch mit 9,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr eine Fördermenge deutlich über dem Durchschnitt der vergangenen Jahre beantragen.“ Eine Maximalförderung in diesem Volumen, etwa 26 Millionen Liter pro Tag, hätte eine weitere Absenkung des Grundwassers im Einzugsgebiet zur Folge. Hauptabnehmer des geförderten Trinkwassers ist bekanntermaßen das Land Bremen. „Von dort gibt es deutliche Signale zur Gesprächsbereitschaft“, wusste Mohr.

Seinem schärfsten Kritiker sah sich Mohr nicht in den Reihen der Sozialdemokraten gegenüber. Es war vielmehr Hans Hermann, langjähriger Weggefährte Mohrs in der CDU, der sich vehement gegen das Vorgehen wehrte. Hermann ist Vertreter des Gemeinderates im Vorstand des TV und zugleich stellvertretender Verbandsvorsteher. „Die öffentliche Kritik, auch in der Presse, ist unangebracht“, sagte Hermann. Er verwies zudem darauf, dass die Gemeinde Dörverden ihr Wasser nicht vom Panzenberg sondern vom benachbarten Werk Langenberg beziehe. „Wir sind also nicht direkt betroffen.“ Hermann zeigte sich enttäuscht darüber, dass die Kommunen ihre eigene Einrichtung öffentlich an den Pranger stellten. „Wir sollten vielmehr erst intern klären, was überhaupt machbar ist.“

Weniger von den eigenen Parteifreunden, sondern von der SPD gab‘s dafür Zuspruch. „Mir aus dem Herzen gesprochen“, rief Richard Logies in Richtung Hans Hermann. Anders hingegen Walter Franzmeier (Grüne Liste). Er vermisste angesichts der massiven Umwelteinflüsse, bedingt durch die Förderung, jede „Nachhaltigkeit“. „Es kann daher nur richtig sein, mit allen Beteiligten eine gemeinsame Linie zu finden, um dann notwendige Änderungen durchzusetzen.“

Neben einer Reduzierung der Trinkwassermenge im Wasserwerk Panzenberg, so der mehrheitliche Beschluss, gehört dazu auch die Einberufung einer Verbandsversammlung. Das Gremium soll TV-Geschäftsführer und Vorstand beauftragen, ein Konzept zu erarbeiten, das auch Perspektiven einer Mengenreduzierung für den Hauptabnehmer in Bremen beinhalten muss. Bei zwei Enthaltungen (Hans Hermann und Bürgermeister Alexander von Seggern), gab es dafür zwölf Ja-Stimmen (CDU, Grüne Liste, UWDuD), sowie eine Gegenstimme (Richard Logies).

mw

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