Endlose Debatten mit uneinsichtigen Gästen

Gastronomin zu 2G und 3G: „Ständiges Hin und Her raubt Lust am Schaffen“

Am liebsten würde Simone Sebastian die Tür zu Restaurant und Hotel Pfeffermühle nur noch für geimpfte und genesene Gäste offenhalten. Die 2G-Regelung bedeute nach Überzeugung der Gastronomin auch eine Arbeitserleichterung für ihr Personal.
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Am liebsten würde Simone Sebastian die Tür zu Restaurant und Hotel Pfeffermühle nur noch für geimpfte und genesene Gäste offenhalten. Die 2G-Regelung bedeute nach Überzeugung der Gastronomin auch eine Arbeitserleichterung für ihr Personal.

Simone Sebastian führt die Pfeffermühle in Dörverden – und ärgert sich über fehlende Corona-Planungssicherheit für Gastronomen.

Dörverden – Die Pfeffermühle in Dörverden ist an diesem Abend gut besucht. Vor allem sind es bekannte Gesichter, die sich hier zum Kartenspielen oder zum Stammtisch treffen. Ein Thema wird bei allen heftig diskutiert: Was gilt in Zukunft für die Gastronomie? 2G oder 3G, also nur Geimpfte und Genesene? Oder auch Getestete? Inhaberin Simone Sebastian verfolgt die aktuelle Debatte ebenfalls mit großem Interesse, doch ihr größtes Anliegen ist: „Ich wünsche mir endlich Planungssicherheit.“

Es mache keinen Spaß mehr. „Es gibt Tage, da fehlt mir einfach die Kraft weiterzumachen. Es muss endlich eine Regelung geben, die sicherstellt, wie Gastronomiebetriebe geöffnet bleiben können. Dieses ständige Hin und Her macht müde und raubt einem die Lust am Schaffen“, verdeutlicht sie.

Tendenz zur 2G-Regel in der Pfeffermühle in Dörverden – obwohl die nicht bei allen gut ankommt

Deshalb tendiere sie zur 2G-Regel, wobei ihr bewusst sei, dass sie damit nicht bei allen gut ankomme. Aber sie stehe nun mal einer Corona-Impfung positiv gegenüber, zumal Antigen-Schnelltests nicht immer zuverlässige Ergebnisse lieferten.

„Mir ist schon klar, dass 2G das Einführen der Impfpflicht durch die Hintertür bedeutet, aber haben wir wirklich eine Alternative?“, fragt Sebastian, die auch auf ein Ende der endlosen Diskussionen mit Gästen hofft „Für uns Gastronomen ist die Offenhaltungsperspektive überlebenswichtig und das ist durch die aktuellen Regelungen, die von Bundesland zu Bundesland teils auch noch stark abweichen, nicht gegeben“, so Sebastian.

Mitarbeiterin Magdalena Cyman ist bereits in Endlos-Debatten mit Gästen erprobt und hat auch schon weniger schöne Szenen erlebt.

Dadurch würden nicht nur Gastgeber, sondern auch Gäste verunsichert. „Wir haben viele Geschäftsreisende aus Nordrhein-Westfalen, wo die Regeln durchlässiger sind. Für uns hat das langwierige Diskussionen zur Folge, die zum einen zeitraubend sind und die leider auch längst nicht immer harmonisch und einsichtig verlaufen. Das ist schwierig und inzwischen auch sehr ermüdend, wenn sie die Gäste aus anderen Bundesländern beherbergen möchten und sie so immer wieder zu den regionalen Unterschieden im geltenden Corona-Regelwerk informieren müssen.“

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In der Konsequenz habe sie schon Geschäftsreisende erlebt, die sich umgedreht und das Hotel unter Protest verlassen hätten, um sich ein anderes Quartier zu suchen. Aus praktischer Perspektive ist die 2G-Regelung nach Überzeugung der Gastronomin auch eine Arbeitserleichterung für ihr Personal. „Die Kontrollen fallen zwar nicht weg, aber dafür die bereits genannten Endlosdebatten.“ Außerdem würde mit 2G die Pflicht zum Tragen einer Maske entfallen und sie dürfe mehr Sitzplätze im Restaurant anbieten , was ein weiterer positiver Nebeneffekt wäre.

Angst vor erneutem Lockdown treibt Gastronomen um

Die Frage, ob sie die Sorge vor einem weiteren Lockdown umtreibt, beantwortet Sebastian mit einem klaren Ja. ,,Ich hoffe deshalb sehr, dass sich endlich noch mehr Leute impfen lassen und dadurch diese Gefahr verringert wird. Jeder sollte sich bewusst machen, dass man auch eine Sorgfaltspflicht gegenüber seinen Mitmenschen hat. Bei uns im Betrieb sind deshalb alle geimpft, auch wenn der eine oder andere vielleicht auch seine Bedenken hatte.“ Aber nur so könne sie von betrieblicher Seite den besten Schutz bieten. „Jeder, der meint, sich nicht impfen lassen zu müssen, muss halt wissen, dass das Konsequenzen hat“, sagt sie und meint damit nicht nur den eigenen, sondern sämtliche Betriebe. Abschließend unterstreicht Sebastian, dass sie sich, sollte die 2G-Regel verbindlich kommen, nicht dahinter verschanzen wird. Für Kinder und Erwachsene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen könnten, müsse es eine Ausnahmeregelung geben.  

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