Mit dem Oldtimer von Nienburg nach Dörverden 

Ganz entspannt am Steuer

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Wulf-Reinhard Gente und Norbert Harasiuk beim Fachsimpeln über die Technik des alten Opels. 

Dörverden - Eine Perle nach der anderen kurvte langsam und bedächtig um die Ecke: Es war ein besonderer Anblick auf dem Kulturgut Ehmken Hoff, als dort über 20 Oldtimer und Klassiker auf vier Rädern einparkten. Etliche Interessierte bestaunten und fotografierten die „Senioren“ sowie Fahrzeuge jüngerer Bauart, die nur noch ein paar Jahre vom Status eines Oldtimers trennen.

Der „Oldtimer Club Nienburg“ hatte Mitglieder und Freunde zu der Ausfahrt eingeladen, die die Piloten zu mehreren regionalen Zielen, unter anderem zum Weserwehr Dörverden, führte. Außerdem wurde im Gasthaus Waidmannsheil in Diensthoop zu Mittag gegessen und auf dem Kulturgut eine Kaffeepause eingelegt. „Sehr entspannt und gemütlich“, so das Motto der Tour.

120 Mitglieder gehören nach Aussage des Vereinsvorsitzenden Norbert Harasiuk dem 1987 gegründeten Oldtimer-Club Nienburg an, der Motorräder und Autos aus der Zeit der 30er-Jahre bis zu den „Youngtimern“ vereint. „Unsere Mitglieder kommen aus den umliegenden Landkreisen, sogar aus Celle und Hannover sind mehrere Oldtimerfreunde dabei. „Wir treffen uns einmal monatlich im Gasthaus Bürgerpark in Nienburg. Auch die traditionelle Ausfahrt am 1. Mai, die Spargel- oder Grünkohltour oder die Jahresabschlussfahrt sind eher gemütliche Veranstaltungen, wo man auch miteinander fachsimpeln und sich mit Gleichgesinnten gut austauschen kann“, berichtet der Vorsitzende von den Aktivitäten des Clubs.

Harasiuk selbst fährt einen Opel Olympia Rekord Baujahr 1956, Modell 1957 mit für heutige Verhältnisse bescheidenen 45 Pferdestärken unter der Motorhaube. Ein Automobil, das er „von der ersten bis zur letzten Schraube“ wie aus dem Effeff kennt.

Es trifft sich gut, dass fast sämtliche Clubmitglieder „hobbymäßig begeisterte Schrauber sind“, sodass es zumeist auch kein Problem ist, Ersatzteile für die betagten Boliden zu organisieren. Und wenn es doch mal ein Problem gibt? „Dann findet man Hilfe und Unterstützung bei anderen Clubmitgliedern“, lobt Harasiuk den Zusammenhalt.

Zur Kaffeepause hatten die Clubmitglieder ihre Oldtimer auf das Kulturgut gelenkt.

Einen Oldtimer zu fahren sei nun einmal viel mehr, als nur von A nach B zu kommen. Es stecke auch viel Zeit und Arbeit und oft auch eine Menge finanzieller Einsatz dahinter. Aber es sei vor allem ein großer Reiz, sich mit alten Fahrzeugen zu beschäftigen. Das bestätigte auch Dr. Wulf-Reinhard Gente, der gemeinsam mit Tobias Heimsoth und Enno Bohlmann die Gemeinde Dörverden im Club vertritt. „Die Fahrzeuge sehen schön aus und sind um vieles individueller als heutige Modelle. Ein weiterer Punkt, den fast alle Oldtimer-Fahrer sehr schätzen, ist das bewusstere Fahren – man ist mit gemäßigter Geschwindigkeit unterwegs und muss dabei auch keinerlei technischen Finessen wie an neuen Autos beachten“ Oldtimer zu steuern, bedeute, ein Auto noch selbst zu fahren und nicht, es nur zu „bedienen“. Zudem sei die Technik der Oldies einfach gestrickt, sodass jeder, der einigermaßen begabt sei, die meisten Probleme auch eigenhändig beheben könne.

31. Oldtimertreffen mit Ausfahrt in Hoya

Wer sich für Oldtimer interessiert und bestenfalls ein solches Schätzchen sein Eigen nennt, ist am Sonntag, 22. Juli, zur Teilnahme am 31. Oldtimertreffen mit Ausfahrt eingeladen. „Diesmal treffen wir uns in Hoya“, informiert Harasiuk. „Die Kartenausgabe zur Ausfahrt erfolgt zwischen 8 Uhr und 9.30 Uhr am Gasthaus Lindenhof, wo wir die Ausfahrt durch die Landkreise Nienburg, Diepholz, Verden und Heidekreis am Nachmittag auch mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken beschließen werden“, so Harasiuk weiter. Er bittet um Anmeldung per Telefon, E-Mail oder Fax bis zum 19. Juli. Weiter weist der Vorsitzende noch auf die sommerliche Mehrtagesfahrt des Clubs hin. Ziel ist diesmal das August-Horch-Museum in Zwickau, das an die Geschichte der fast vergessenen Autostadt in Sachsen erinnert.

Weitere Informationen zum Club gibt es unter der Telefonnummer 05021/3816 oder 0177/7724888 sowie Fax 05021/9037343 und per E-Mail an NorbertHarasiuk@gmx.de.

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