In Dörverden „An der Bahn“ gibt es einen neuen Anlauf für einen Solarpark

Strom für 1000 Haushalte

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Planer Christian Lüdke (l.) mit Bürgermeister Alexander von Seggern.

Dörverden - Von Christel Niemann. Wenn die Sonne über dem Gewerbegebiet „An der Bahn“ in Dörverden aufgeht, dann soll sie dort bald Strom erzeugen. Nachdem in der Vergangenheit ein erster Investor den Rückzieher gemacht hatte, will jetzt die Hallesche Solarinvest auf dem unweit der Tennisanlage des TC Dörverden gelegenen Gewerbegelände, das sich in Privatbesitz befindet, einen Solarpark errichten.

Mit der Planung ist das Architekturbüro Wässerling + Lüdke aus Erfurt betraut, das zusammen mit Partnerunternehmen bereits zahlreiche Vorhaben dieser Art realisiert hat und sich auch für den Solarpark Stedebergen verantwortlich zeichnet. Auf einer nur mäßig besuchten Informationsveranstaltung mit Bürgermeister Alexander von Seggern und Ortsvorsteher Richard Logies informierte Planer Christian Lüdke am Mittwochabend in der Mensa der Oberschule über das Vorhaben. Die Anlage, so Lüdke, könnte jährlich 3,7 bis 3,8 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren und damit den durchschnittlichen Jahresverbrauch von etwa 1000 Haushalten abdecken. Die Größe des Geländes, auf dem der Solarpark entstehen soll, gab er mit 5,5 Hektar an, die erwirtschaftete Leistung mit 4,2 Megawatt Peak. Lüdke geht davon aus, das der Umwelt im Jahr durch das Projekt rund 1500 Tonnen Kohlendioxid und andere Schadstoffe aus konventionellen Kraftwerken erspart bleiben.

Außerdem winkten der Gemeinde jährlich Gewerbesteuereinnahmen um 250000 Euro. Die Photovoltaikmodule sollen mit einem Neigungswinkel von 15 Grad aufgestellt werden und eine maximale Höhe von 1,80 Meter betragen. Eine bodennahes Solarfeld, wie es in Stedebergen geplant wird, sei an der Bahn nicht möglich. „Das Verfahren ist patentiert und an diesem Standort nicht umzusetzen“, so der Planer, der erläuterte, das beim Bau der Anlage weniger als ein Prozent der Grundstücksfläche versiegelt werde. Rund um die Fläche sollen eine Hecke aus Weißdorn und zusätzlich Apfelbäume gepflanzt werden. Zwischen den Modulen wird Gras angesät, das ein Landwirt zweimal jährlich mähen soll.

Aber es ist Eile geboten, da die Solaranlage aufgrund gesetzlicher Fördermodalitäten für Gewerbegebiete bis Ende August fertiggestellt sein muss, sodass folglich auch das Verfahren durch den Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde keinen Aufschub mehr zulässt. Grundsätzlich sollte es gegen ein solches ökologisch nicht zu kritisierendes Vorhaben im Rahmen der Umstellung auf erneuerbare Energien zwar keine Einwände geben, dennoch musste sich auch Bürgermeister Alexander von Seggern einigen kritischen Fragen stellen. Beispielsweise bezüglich des hohen Landschafts- beziehungsweise Gewerbeflächenverbrauchs für den Solarpark. Und, ob die Gemeinde die – allerdings seit vier Jahrzehnten brach liegende Gewerbefläche – als Standort für mögliche Betriebsansiedlungen nicht leichtfertig aufgibt. Nachgefragt wurde auch, warum die Gemeinde für das betreffende Areal nie eine Ausweisung als Sondergebiet im Flächennutzungsplan auf den Weg gebracht habe.

Rund 25 Jahre, bei wirtschaftlicher Rentabilität auch länger, soll die Anlage laut Planer Lüdke Strom produzieren. Die Grundstückseigentümer erhalten dafür ein Nutzungsentgelt. Für die Zeit nach Stilllegung des Solarparks sei dann der vollständige Rückbau vertraglich vereinbart.

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