Breitbandausbau geht weiter

Digitale Entwicklung weiterhin im Fokus

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Über den Erhalt der aktuellen Förderbescheide freuen sich Bürgermeister Alexander von Seggern (l.) und Wirtschaftsförderer Günter Ebenthal bei einem Ortstermin im Ausbaugebiet in Westen.

Dörverden – Nachdem lange fraglich war, ob überhaupt noch Fördermittel zur Verfügung stehen, sind jetzt endlich zwei Förderbescheide des Amtes für regionale Landesentwicklung Lüneburg (ArL) im Rathaus eingegangen. Diese betreffen zum einen die Ausbaugebiete Borstel und Nocke und zum anderen die Siedlungsbereiche Westen (Süd-West), Donnerhorst und Horst mit Einzellagen.

„Das sind sehr gute Nachrichten, von denen die Menschen unmittelbar profitieren werden“, schreibt Bürgermeister Alexander von Seggern in einer Pressemitteilung über die erhofften Zuwendungsbescheide. Für insgesamt 61 bisher als unterversorgt geltende Gebäude werden künftig Bandbreiten von mindestens 16 MBit/s zur Verfügung stehen. Im Rahmen der Maßnahmen sind dafür rund 16 Kilometer Tiefbau vorgesehen. Dabei werden knapp 18 Kilometer Glasfaser und 18 Kilometer Leerrohre neu geschaffen.

Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 600.000 Euro. Für die Arbeiten wurde jetzt eine Landeszuwendung in Höhe von rund 490.000 Euro bewilligt. Der Anteil der Gemeinde liegt bei etwa 55.000 Euro. „Solche Projekte sind für Telekommunikationsunternehmen sonst einfach nicht rentabel“, erläutert Bürgermeister von Seggern. „Wenn die Wirtschaftlichkeitslücke, die für die Gewährung einer Zuwendung immer bestehen muss, nicht immer wieder von staatlicher Seite geschlossen würde, würde es mit dem Ausbau bei uns in der Gemeinde sicher nicht von selbst weitergehen.“

„Bevor allerdings die Aufträge vergeben werden können, müssen zunächst aufwendige Vergabeverfahren durchgeführt werden“, weist Wirtschaftsförderer Günter Ebenthal auf die nächsten Schritte hin. „Es wird also noch etwas dauern, bis tatsächlich mit dem Ausbau begonnen werden kann.“ Nach den bisherigen Erfahrungen werde es unumgänglich sein, wie im Fall der Ortschaft Diensthop, entsprechende Fristverlängerung zu beantragen.

Unabhängig vom Erhalt der beiden Zuwendungsbescheide steht die digitale Entwicklung tagesaktuell erneut im Fokus. Trotz der politischen Sommerpause hat die Gemeinde ein weiteres Signal für die Fortsetzung des gemeindeweiten Breitbandausbaus gegeben. Der Verwaltungsausschuss hat beschlossen, für die Ortslagen, die nicht innerhalb von drei Jahren eigenwirtschaftlich von Telekommunikationsunternehmen ausgebaut werden und in denen die verfügbare Breitbandversorgung weniger als 30 MBit/s beträgt (sogenannte weiße Flecken), einen weiteren Förderantrag über den Landkreis Verden zu stellen. Aktuell kommen hierfür 117 Adressen im ganzen Gemeindegebiet in Betracht. In einem dieser weißen Flecken liegt auch die Grundschule Westen. Die Kofinanzierung wird aus gemeindlichen Haushaltsmitteln getragen, wobei sich der Landkreis anteilig mit maximal 750 Euro je Adresse beteiligt.

Für die Aller-Weser-Oberschule und Grundschule Dörverden mit der Außenstelle Barme soll durch den Landkreis zudem ein Antrag im Rahmen des Sonderaufrufs „Schulen“ der Bundesförderung gestellt werden. „Hier trägt der Landkreis vollständig den kommunalen Finanzierungsanteil“, zeigt sich von Seggern erfreut über den jüngsten Beschluss auf Kreisebene und lobt ausdrücklich die gute Zusammenarbeit der beiden Verwaltungen.

In diesen Tagen wird in Kooperation mit den übrigen kreisangehörigen Kommunen sowie dem Landkreis nun die erforderliche Zweckvereinbarung abgeschlossen. Wann es zu einem Ausbau kommt, steht noch nicht fest. Die Planungen gehen von einem Zeitraum bis 2023 aus.

„Die Gemeinde bleibt in Sachen Digitalinfrastruktur also weiterhin aktiv und lässt auch hier nicht locker“, begründet von Seggern den gemeindlichen Einsatz.

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