„Jeans Wolf“ im Lockdown: Großer Dank geht an die Stammkundschaft

„Dieses Hin und Her belastet sehr“

„Irgendwann ist auch Corona vorbei“, hofft Oliver Wolf vor seinen prall gefüllten Regalen.
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„Irgendwann ist auch Corona vorbei“, hofft Oliver Wolf vor seinen prall gefüllten Regalen.

Hülsen – Ihr Laden bleibt bis Ende Januar geschlossen. Was das für die Einzelhändler Birte und Oliver Wolf bedeutet? „Eine Teil-Katastrophe, wenn auch nicht existenzbedrohend“, urteilen die Inhaber des Bekleidungsgeschäfts „Jeans Wolf“ in Hülsen, das Mode für alle Figuren sowie Arbeits- und Sportkleidung führt.

Es sind turbulente Monate, die hinter dem Ehepaar und seinem Team liegen. Sechs Wochen lang mussten sie im Frühjahr ihr Modegeschäft wegen der Corona-Krise schließen und jetzt im zweiten Lockdown ist der Laden erneut für rund sieben Wochen dicht. „Dieses Hin und Her belastet sehr“, unterstreicht Oliver Wolf, der sich von der Politik Entscheidungen mit mehr Weitsicht wünscht. „Was bringt es, wenn wir Ende Januar wieder öffnen dürfen und vielleicht nach kurzer Öffnungsphase erneut zumachen müssen. Das nutzt keinem.“ Wie die Gastronomie habe auch der Einzelhandel teils viel Geld in seine Läden gesteckt, um diese coronafit zu machen. Ohnehin vertrete er die Meinung, dass der Mittelstands-Einzelhandel mitnichten ein Hotspot sei und folglich ein Lockdown nicht erforderlich. „Ich denke, dass diese Entscheidung, die Geschäfte zu schließen, ein Stück weit politischer Aktionismus ist.“

Umso dringlicher würden Lösungen gebraucht, die für den betroffenen Einzelhandel langfristige Perspektiven erkennen ließen. „Wir müssen jetzt Ware ordern, wissen aber nicht, wohin die Reise gehen wird.“ Außerdem müssten die versprochenen staatlichen Hilfen schneller fließen. „Und genau da hakt es noch gewaltig“, meint Wolf und lässt seinen Blick über die prall mit Winterkleidung gefüllten Regale und Ständer schweifen. Er erzählt, dass der Dezember und der Januar eigentlich die umsatzstärksten Monate für die Herbst- und Winterkollektion wären, doch der Lockdown habe zu einem massiven Umsatzeinbruch geführt. Wolf: „In den Vorjahren waren diese Sortimente bis Ende Januar immer zu 80 Prozent geräumt. In diesem Jahr werden wir vielleicht 20 Prozent schaffen. Das meiste bleibt unverkauft und das Verkaufsteam muss daheim bleiben.“

Und was geschieht dann mit der Ware? „Sie wird eingepackt und im nächsten Herbst/Winter für die Hälfte des ursprünglich kalkulierten Preises verkauft.“ Für die Monate im Corona-Jahr, in denen sein Geschäft geöffnet war, zieht Wolf eine zufriedenstellende Bilanz. „Wir haben sehr viele Stammkunden, für die es selbstverständlich ist, ihre Kleidung bei uns zu kaufen“, sagt Wolf, der die Gelegenheit nutzt, sich für die Kundentreue herzlich zu bedanken. Ohne die Stammkundschaft hätte es sicher duster ausgeschaut. „Positiv ist auch, dass unser textiles Sortiment breit aufgestellt ist und dass wir keine Miete zahlen müssen, da das Geschäftsgebäude Firmeneigentum ist“, so das Ehepaar, das sich durch die Pandemie nicht davon abhalten lässt, sein Geschäft zu erweitern. „Wir blicken positiv in die Zukunft, denn irgendwann ist auch Corona vorbei. Die Verwaltung benötigt mehr Platz, auch die Verkaufsfläche werden wir erweitern.“  nie

Das Geschäft ist geschlossen. Aber Arbeitskleidung und alle anderen Sortimente können seit gestern telefonisch und per E-Mail geordert und kontaktlos abgeholt werden.

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