Innerhalb von zwei Stunden zerstörten die Flammen im Jahr 1777 das halbe Dorf

Die Feuersbrunst von Dörverden

Auf dem Hausbalken auf dem Hof True an der Großen Straße. Links ist darauf das Datum des Brandes am 30. April 1777 zu lesen.
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Hausbalken auf dem Hof True an der Großen Straße. Links ist darauf das Datum des Brandes am 30. April 1777 zu lesen.

Dörverden – Am Mittwoch, 30. April 1777, brannten im Zentrum von Dörverden 34 Wohnhäuser und 37 Nebengebäude ab. „Solch einen Großbrand hatte es zuvor in der Gemeinde nicht gegeben, und auch danach hat sich eine solche Feuersbrunst nicht wieder ereignet“, sagt Helmut Lohmann. Der Sprecher der Aktionsgruppe Geschichte im Verein Ehmken Hoff, hat sich mit dem verheerenden Brand im 18.

Jahrhundert beschäftigt und ging der Frage nach, wie es zu einer solchen Katastrophe kommen konnte.

  • Im Jahr 1777 hat eine Feuersbrunt das halbe Dorf Dörverden niedergebrannt
  • Helmut Lohmann hat historische Quellen ausgewertet und ist den damaligen Ereignissen nachgegangen.
  • Noch heute sind in der Gemeinde Spuren der Katastrophe zu entdecken.

Lohmann hat zunächst in einem Bericht des Amtes Westen vom 3. Mai 1777 an die Königliche Regierung in Hannover kaum Aufschlussreiches gefunden. Dort, so Lohmann, werde berichtet, dass der Brand im Hause Heinrich Schünemann (heute Dieckhoff, Bahnhofstraße 1) entstanden sei. Das Feuer habe sich sofort ausgebreitet und auf die benachbarten strohbedeckten Häuser übergegriffen. Innerhalb von nur zwei Stunden seien die insgesamt 71 Gebäude abgebrannt.

Dem Bericht des Amtes Westen konnte Lohmann auch entnehmen, dass das Feuer zuerst im Gebälk über der Wohnstube von Schünemanns Haus entdeckt worden war. Über die Ursache wurden aber keine Angaben gemacht. Es sei nur überliefert worden, dass an diesem Tag ein starker Ostwind geweht habe. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass sich das Feuer so rasant ausgebreitet hat. Schriftlich belegt, so Lohmann, sei weiter, dass zu allem Unglück die meisten Dörverdener zu der fraglichen Zeit auf dem Markt in Verden gewesen seien, sodass zu wenige Löschhelfer verfügbar waren. Lohmann dazu: „ Zum Glück gab es keine Schwerverletzten und es ist niemand ums Leben gekommen. Neben Kirche, Pfarrhaus und dem Schulhaus neben der Kirche, blieben weitere 68 Wohnhäuser und Nebengebäude von den Flammen verschont.“

In einem weiteren Bericht hat Lohmann den Vorschlag gefunden, dass verschiedene Hofstellen umgesiedelt werden sollten, um dadurch die dichte Wohnbebauung auseinanderzuziehen. „Mehrere große Gebäude wurden tatsächlich schon bald nach dem Brand wieder neu errichtet. Davon zeugt beispielsweise der Hausbalken am Haus Nr. 1 Hof Ahlers, heute Kirchstraße 32, auf dem das Datum vom 1. August 1777 dokumentiert ist. Und auf dem Hausbalken des Hauses Dörverden Nr. 20 (heute Große Str. 33/ Hof True) steht sogar zu lesen: „“Anno 1777 DEN 30TEN April Da Brandte Ich Nieder, und DEN 3ten August Stand Ich Da Wieder“.

Der Geschichtsfreund vermutet, dass die Zimmerleute aus Dörverden und den benachbarten Dörfern in diesen Tagen mehr als gut zu tun hatten. Schließlich musste auch eine beachtliche Menge an benötigtem Bauholz geschlagen und bearbeitet werden. Lohmann hat weiter recherchiert, dass es zum Glück für die Geschädigten schon damals eine Versicherung gab, die Hoyaische Brand-Avertions Gesellschaft im Wert von insgesamt 5 856 Reichsthalern. Neben den Schäden an den Gebäuden seien in dem Bericht an die Königliche Regierung auch noch die Schäden an Saat-Gerste und anderen Kornsaaten sowie Hausgeräten und Kleidung erwähnt worden. Auch wurde der Vorschlag gemacht, wie die neu zu errichtenden Wohnstellen hergestellt werden sollten, damit künftig ein Mehr an Sicherheit gewährleistet sei.

Nicht zuletzt habe der Westener Amtmann die Brandkatastrophe zum Anlass genommen, eine Karte in Auftrag zu geben. „Daraus kann man heute genau erkennen, welche Gebäude damals abgebrannt sind und welche nicht und wie die Dorfmitte damals bebaut gewesen ist“, weiß Lohmann.  nie

Der Hausbalken auf dem Hof Ahlers in der Kirchstraße gibt das Datum 1. August 1777 an.

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