Schreibende Imkerin und 14-jährige Illustratorin stellen ihr Buch vor

Die Biene Meyer sammelt Honig in Stedorf

Ein Buchcover mit einer lesenden Biene
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Die wunderschönen Illustrationen zum Buch über die Biene Meyer hat die erst 14-jährige Stedorferin Sona Scherthan beigesteuert.

„Aua“, denkt die Imkerin, als sie den Stich auf ihrem Handrücken bemerkt. Und als wäre der Schmerz noch nicht genug, fängt das Insekt, das ihn verursacht hat, auf einmal an, mit ihr zu sprechen. Die „Biene Meyer“, schimpft wie ein Rohrspatz, denn sie hat sich bei der Begegnung mit der Imkerin den Stachel etwas ramponiert. Auch ansonsten ist das kleine Geschöpf nicht auf den Rüssel gefallen, zeigt sich selbstbewusst und ausgesprochen neugierig.

Stedorf –Was ist da bloß los? Hat der Bienenstich bei der Imkerin eine allergische Reaktion ausgelöst, die ihr ein wenig auf das Hirn geschlagen ist? Was es mit dem sprechenden Insekt auf sich hat, erfahren große und kleine Leser in dem Buch über „Die Biene Meyer“ von der Stedorfer Imkerin Jutta Sundermann. Die Illustrationen in dem Buch hat die erst 14-jährige Sona Scherthan, ebenfalls aus Stedorf, gezeichnet. Es ist Ende 2020 im Verlag tredition erschienen.

Sundermann, Imkerin, Autorin und Umweltaktivistin, lebt seit einigen Jahren in Stedorf, in einer Hofgemeinschaft der Genossenschaft AllerWohnen. „Mit dem Imkern habe ich erst 2017 angefangen“, erzählt sie. „Ich finde es ganz großartig, so intensiv mit den Tieren und dem Jahreskreislauf zu arbeiten. Sonst sitze ich nämlich viel am Schreibtisch. Durch das Imkern erlebe ich die Jahreszeiten noch einmal ganz anders, sehe, was gerade blüht und wann es schwieriger für die Bienen wird, Nahrung zu finden.“

Kleine Biene übt sich in Menschenkunde

Die Imkerei sei hochinteressant und komplex. „Die Bienen sind eigentlich sehr autonom, haben eine große Unabhängigkeit. Doch Schädlinge, wie zum Beispiel die Varroamilbe, machen es nötig, dass die Insekten die Hilfe von Menschen in Anspruch nehmen müssen.“

Sundermann, die in der Klimaschutz-Bewegung aktiv ist und zum Beispiel Proteste und Demonstrationen organisiert, hat bereits mehrere Sachbücher geschrieben. „Die Biene Meyer ...erkundet die Hofgemeinschaft“ sei jetzt ihr erstes Werk, das etwas freier erzählt ist – und außerdem auch ein Stück weit persönlich. „Die Idee dahinter war, dass die Bienen nach einer anderen Logik leben als wir Menschen. Ich fand es eine schöne Idee, mir zu überlegen: Welche Fragen hätten diese Tiere wohl an uns? Das Buch handelt von einer Begegnung von Tier und Mensch, der Fantasie, dass die Biene nach einem Stich überlebt und plötzlich mit der Imkerin sprechen kann. Sie ist ziemlich neugierig und stellt viele Fragen zum Leben der Menschen.“ Das Buch sei deswegen auch eine Art Führung durch die Stedorfer Hofgemeinschaft.

Junge Nachbarin zeichnet die Illustrationen

Die Autorin, die Mitglied des Verdener Imkervereins ist, habe beim Schreiben immer im Hinterkopf gehabt, dass sie die Geschichte gerne vorlesen wolle. „Zum Beispiel bei einem Poetry Slam.“ Aber dann kam Corona und so blieb Sundermann nur, das Werk bei einer kleinen Veranstaltung der Hofgemeinschaft vorzustellen. Dort zeigte sich eine junge Stedorferin ganz angetan von der Geschichte: die damals erst 13-jährige Sona Scherthan, eine Nachbarin.

Das Mädchen habe sich immer wieder mit der Imkerin getroffen, wollte alles wissen über das Hobby und die Tiere, die sie versuchte, zu zeichnen und dabei feststellte: Das ist gar nicht so einfach. Aber die Gymnasiastin gab nicht auf, bis sie den Dreh raus hatte. Nun sind ihre wunderbaren Illustrationen unverzichtbarer Teil der Geschichte von der „Biene Meyer“.

Wer die Imkerin und die Schülerin kennenlernen sowie sein Wissen über Bienen (und Menschen) erweitern möchte, ist herzlich eingeladen zu einer Lesung am Samstag, 23. Oktober in die Stadtbibliothek Verden. Kinder können im Anschluss kleine Bienen aus Erlenzapfen basteln. Außerdem erzählen die Imkerin und die junge Zeichnerin gerne mehr über ihre Arbeit. Wer möchte, kann erfahren, wie der Einstieg ins Imkern gelingt oder ausprobieren, selbst eine Biene zu zeichnen. Die beiden stellen ihr Buch ab 10.30 Uhr vor. Die Veranstaltung geht bis 12 Uhr. Es sind noch ein paar Plätze frei und Spontanentschlossene sind sehr willkommen.

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