Open-Air-Veranstaltungen für 2021 geplant / Neues Gebäude und Wippe für das Kulturgut

Der Ehmken Hoff im Winterschlaf

Auf dem Spielplatz auf dem Kulturgut Ehmken Hoff soll laut Dieter Sprei eine neue Wippe für die Kinder gebaut werden.
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Auf dem Spielplatz auf dem Kulturgut Ehmken Hoff soll laut Dieter Sprei eine neue Wippe für die Kinder gebaut werden.

Dörverden – Still liegt das Kulturgut Ehmken Hoff an der Straße In der Worth in Dörverden. In den historischen Bauernhäusern, wo eigentlich Konzerte, Seminare, Ausstellungen oder Lesungen stattfinden, ist Ruhe eingekehrt. Kein Licht brennt, kein Auto steht auf dem großen Parkplatz. Es scheint fast so, als sei das Kulturgut in einen tiefen Winterschlaf verfallen.

Doch der Schein stimmt nicht so ganz: Während zwar alle Veranstaltungen und seit dem Beginn des „Lockdowns light“ auch alle öffentlichen Aktivitäten der 18 Arbeitsgemeinschaften des Vereins abgesagt werden mussten, geht es im Hintergrund weiter. Insbesondere die Stiftung und das Veranstaltungsmanagement stecken bereits voll in den Planungen für das kommende Jahr.

2021: Pflanzenmarkt als Auftaktveranstaltung

„Wenn es nach uns ginge, würden wir gerne mit dem Planzenmarkt im April 2021 wieder durchstarten. Das wäre unser Wunschtermin“, berichtet Eva Meinke, Pressesprecherin des Kulturguts Ehmken Hoff. Neben ihr – mit genügend Abstand versteht sich – sitzen Dieter Sprei, Vorsitzender des Stiftungsvorstandes für das Kulturgut, und Susanne Schukat, die Veranstaltungsmanagerin. „Ob das etwas wird, wissen wir natürlich noch nicht, aber wir gehen erstmal davon aus, dass es klappt, und nehmen das als Ausgangspunkt für unsere weitere Planung“, so Meinke weiter. Zuvor sei als einzige Veranstaltung für die Öffentlichkeit noch die Stedorfer Theaterbühne im Februar zu Gast, wobei der Ehmken Hoff dabei lediglich als Spielstätte diene.

„Seit März durften nur ein paar Ausstellungen und einmalig das Open-Air-Kino stattfinden, alles andere musste gestrichen werden“, berichtet Susanne Schukat. „Wir haben aber sämtlichen Künstlern, denen wir absagen mussten, Ausweichtermine für das kommende Jahr angeboten.“ Ohne Ausnahme hätten sie diese Möglichkeit dankend angenommen. „Für uns hat das den Vorteil, dass wir jetzt nicht diverse Ausfallhonorare bezahlen mussten und für die Künstler ist es gut, dass sie, wenn alles glatt läuft, doch noch bei uns auftreten können.“

„Den Planungs-Schwerpunkt für nächstes Jahr legen wir auf Open-Air-Veranstaltungen. Dafür haben wir auch schon extra Stühle und Biertischgarnituren gekauft“, schildert Meinke die Vorbereitungen. Grund dafür ist, dass man draußen grundsätzlich mehr Leute unterbringen könnte als in den Gebäuden des Kulturguts und gleichzeitig besser Abstand voneinander halten kann. Neben dem Planzenmarkt, der sowieso eher draußen stattfindet, ist das Konzert des Bremer-Kaffeehaus-Orchesters am 10. Juli als erste richtige Open-Air-Veranstaltung geplant. „Der Termin ist seit zwei Jahren fest gebucht“, so Schukat.

Doch nicht nur bei den Planungen für zukünftige Veranstaltungen tut sich etwas, auch die Stiftung ist die letzten Monate über aktiv geblieben: „Wir haben uns vermehrt mit internen Bau-Aktivitäten beschäftigt, die der Weiterentwicklung des Kulturguts dienen. Beispielsweise wollen wir eine neue Wippe für den Spielplatz anschaffen“, erklärt Dieter Sprei. Außerdem sollen die zwei historischen Bauernhäuser und Nebengebäude, die bis jetzt dem Ehmken Hoff angehören, um ein weiteres ergänzt werden.

„Dabei handelt es sich um eine alte Scheune aus Rohrsen, die noch vor Weihnachten dort ab- und dann hier im Frühling wieder aufgebaut werden soll“, schildert der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes. Die Scheune solle dann einerseits als Abstellgebäude und andererseits als Ausstellungsraum für Hofmärkte dienen – sobald die wieder erlaubt sind.

Noch könne sich die Stiftung diese Investitionen zwar problemlos leisten, doch das sind nicht die einzigen Kosten, die derzeit anfallen. „Wir haben 2 000 Euro Betriebskosten, die grundsätzlich seit Beginn der Corona-Krise jeden Monat fällig sind. Wir sind noch nicht pleite. Aber da sich die Stiftung selbst finanziert und alle unsere Einnahmen über Veranstaltungen oder Feiern reinkommen, die seit März bis auf Weiteres flachgefallen sind, wäre es schon schön, wenn im Frühjahr veranstaltungstechnisch wieder etwas möglich wäre“, so Sprei.

Grundsätzlich blicken sowohl Meinke als auch Sprei und Schukat der Zukunft positiv entgegen. „Die Regeln, die gelten, dienen zur Sicherheit aller.“ „Da wir die ganze Kultur fast nur ehrenamtlich organisieren, sind wir sehrrobust gegenüber Corona. Wir gehen in den Winterschlaf und warten, bis sich die Wolken verzogen haben. All das machen unsere aktiven Vereinsmitglieder möglich“, so Sprei abschließend.

Weitere Informationen

im Internet unter www.ehmken-hoff.de oder auf Facebook unter www.facebook.com/ehmkenhoff.

Von Lisa Hustedt

Erinnerungen an eine Zeit vor der Corona-Krise: Der Pflanzenmarkt war vergangenes Jahr sehr gut besucht. Stiftung und Verein hoffen, dass sie mit ihm 2021 wieder durchstarten können.
Reges Treiben im Vorjahr: Ab März 2020 mussten sämtliche öffentlichen Veranstaltungen abgesagt werden.

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