Defizit: 766700 Euro / Gemeinde will erheblich in den Gewerbepark investieren

„Müssen jetzt konsequent und folgerichtig handeln“

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Bürgermeister Alexander von Seggern (rechts) bedankte sich bei Kämmerer Günter Ebenthal für die Erstellung des umfangreichen Verwaltungsentwurfes.

Dörverden - Ein deutliches Defizit weist der Haushalt 2016 im ersten Entwurf der Verwaltung auf. Dörverdens Bürgermeister Alexander von Seggern und Kämmerer Günter Ebenthal sind davon überzeugt, dass nicht trotz, sondern gerade wegen der desolaten finanziellen Situation der Gemeinde jetzt erhebliche Investitionen notwendig sind.

Das Minus im Entwurf, der gestern öffentlich vorgestellt wurde, liegt bei 766700 Euro. Unverändert seien es, erklärten Kämmerer und Bürgermeister, strukturelle Faktoren, die die Fehlentwicklung maßgeblich beeinflussten: die unterdurchschnittliche Steuereinnahmekraft, die geringe und zurückgehende Einwohnerzahl, die Minderung der für den Einkommenssteueranteil maßgebenden Schlüsselzahl in den Jahren vor 2015 sowie eine seit Jahren angespannte Haushaltslage.

Die neuste amtliche Einwohnerzahl, 8983, sei nur ein Argument, durch Investitionen dem in den vergangenen Jahren anhaltenden Trend entgegenzuwirken, um Zuzüge zu generieren und mit einem attraktiven Angebot Pendler zu gewinnen.

„Langfristig gesehen bin ich davon überzeugt, dass die größte Chance für die Gemeinde, ihre Einnahmen zu steigern, in der Realisierung des Gewerbe- und Industrieparks Barme liegt“, betonte von Seggern in diesem Zusammenhang. Und deswegen sei es auch notwendig, in diesen Bereich in 2016 erheblich zu investieren: Für die verkehrliche Erschließung des Areals sollen 1037000 Euro eingeplant werden. 407000 Euro wurden für die Erstellung eines Regenwasserrückhaltebeckens angesetzt. Der Finanzierungsbedarf für die Abwasserbeseitigung wird auf 337 000 Euro geschätzt. Ein Ansatz in Höhe von 86000 Euro betrifft die Straßenbeleuchtung. Im Bereich der Wirtschaftsförderung ist eine Summe von 600 000 Euro eingeplant: Es handelt sich hierbei um den restlichen Investitionszuschuss an die Wirtschafts- und Strukturentwicklungsgesellschaft Landkreis Verden mbH (WSG) in Zusammenhang mit der Errichtung des Industriestammgleises. Um all diese Investitionen finanzieren zu können, müsste die Gemeinde Kredite in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Euro aufnehmen.

„Wir müssen jetzt konsequent und folgerichtig handeln“, sagte von Seggern mit Blick auf die erheblichen Anstrengungen und Gelder, die in den vergangenen Jahren bereits in das Gelände geflossen sind. „Wer ob der kritischen Finanzlage auf wichtige Investitionen in die Zukunft verzichtet, vergibt die Chance auf eine positive Entwicklung.“

Deswegen gehe er davon aus, dass der Landkreis den Haushalt genehmigen werde, „obwohl dieser unter anderen Umständen sicherlich nicht genehmigungsfähig wäre“.

rei

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