Wesermühle stellt Bio-Speiseöl her

Superfood Hanfsamen: „Das ist ein Stück weit Pionierarbeit“

Spitze einer Hanfpflanze in der Hand gehalten.
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Die Blüten sehen schon gut aus.

Westen – „Ist schon ein wenig wie im Urwald, oder? Und wie schön das duftet, einfach traumhaft“, sagt Andreas Meyer, als er sich einen Weg durch die meterhohen Grünpflanzen bahnt, immer Michael Kappel hinterher. Der Westener Landwirt geht voraus, er zeigt dem Abnehmer seines Produktes den Zustand der Pflanzen.

Kappel baut Hanf an, dessen Samen Meyer im Herbst in seiner Wesermühle in Thedinghausen zu Speiseöl verarbeiten möchte. In Bioqualität, versteht sich. Ob die Ernte ein Erfolg wird, ist heute noch nicht zu sagen.

Hanfanbau in Deutschland als Pionierarbeit

„Wir sind natürlich etwas nervös. Wir würden uns freuen, wenn am Ende ein tolles, regionales Produkt entsteht“, sagt Meyer. Er weiß aber auch: „Hanfanbau in Deutschland – das ist immer noch ein Stück weit Pionierarbeit.“ Zwar ist das Grünzeug eine uralte Kulturpflanze, auch in Deutschland wurden früher aus ihren Fasern Stoffe und insbesondere Seile hergestellt. Aber erstens verlor die Pflanze an Bedeutung, als Alternativen wie beispielsweise Kunstfasern aufkamen. Und zweitens war der Anbau von Hanf zeitweise verpönt und sogar verboten. Das liegt natürlich am Marihuana, dem Rauschmittel, das aus den Pflanzen hergestellt wird. „Unser Hanf enthält allerdings so gut wie kein THC, davon könnten Sie riesige Mengen rauchen und sie würden trotzdem nicht lustig werden“, so Kappel schmunzelnd. THC steht für Tetrahydrocannabinol, so heißt der berauschende Wirkstoff der Pflanzen. Der in Deutschland zugelassene Nutzhanf sei deswegen nicht für die Herstellung von Marihuana oder Haschisch geeignet.

Aus den Samen wird Öl gepresst

Nein, hier auf den elf Hektar in Westen geht es um das kostbare Öl, das aus den Samen gepresst werden kann. 2,53 Meter hoch sind die Pflanzen bereits. „Ernten werden wir wohl Ende September. Dann dreschen wir die Pflanzen, trocknen die Samen – und dann übernimmt die Wesermühle.“

Pflanzen benötigen noch Wärme und Sonne

Andreas Meyer und seine Partnerin Anna Hubach stellen Hanföl – neben vielen anderen Produkten – bereits seit vielen Jahren in ihrer Mühle her. „Wir bekamen die Hanfsamen erst aus Frankreich, später aus Österreich und Tschechien.“ Mittlerweile bezögen sie den Rohstoff von deutschen Landwirten, seit einigen Jahren auch aus Westen. Dass Meyers Herz besonders an den hiesigen Samen hängt, versteht sich von selbst: Natürlich hoffe er, aus regionalen Rohstoffen ein erstklassiges Produkt herstellen zu können. Im Moment deuten die Zeichen auf einen guten Hanfjahrgang hin. Meyer nimmt sich eine Blüte. Er freut sich, weil schnell viele Samen herauspurzeln. „Jetzt noch etwas Wärme und Sonne, dann könnte das was werden.“ Das fertige Öl schmecke grasig und nussig und passe hervorragend zu Salaten, Schafskäse und Mozzarella.

Superfood aus der Region

Und sehr gesund sei es außerdem mit seinem großen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Meyer: „Ich finde es schade, dass die Menschen viel Geld ausgeben für ach so gesunde Produkte, die um den halben Erdball geflogen werden müssen, wie Avocadoöl zum Beispiel, oder Chiasamen.“ Dabei gebe es doch wirklich fantastisches Superfood aus der Region.

Kappel ist ein erfahrener Biolandwirt, aber Hanf baut er zum ersten Mal an. In den Vorjahren habe er für die benachbarten Landwirte Lohmann/Oppenhorst das Dreschen ihres Hanfs übernommen. „So weiß ich ungefähr, was bei der Ernte auf mich zukommt.“ Es sei aber dennoch längst keine Routine, denn die landwirtschaftlichen Geräte hätten oft mit den starken Fasern der Hanfpflanzen zu kämpfen und mehr als einmal musste Kappel seine Maschinen bereits „befreien.“ Trotzdem mache es ihm, der in diesem Jahr zum Beispiel auch Sojabohnen und Buchweizen angepflanzt hat, Spaß, immer mal etwas Neues auszuprobieren. „Ein bisschen durchgeknallt muss man dafür natürlich schon sein.“

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