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„Das hat mir sehr gefehlt“

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Von: Christel Niemann

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Zwei Frauen mit Spielkarten am Tisch.
Richtig happy: Irmgard Kurtz (links) und Helga Judel haben sich ganz doll gefreut, dass es wieder losgeht. © Niemann, Christel

Die einsame Zeit ist vorbei: Mittwochstreff startet in Dörverden nach Coronapause

Dörverden – Nach zweijähriger Corona-Pause ist am Mittwoch der Spieltreff auf dem Kulturgut Ehmken Hoff endlich wieder gestartet. Die Zahl der Besucher blieb zwar noch ein wenig hinter den Erwartungen zurück, was die Freude der Anwesenden aber nicht geschmälert hat.

„Dass sich die Öffnung eher zurückhaltend vollziehen wird, habe ich erwartet“, sagt Christiane Haar, die den wöchentlichen Spieletreff zurzeit im Alleingang organisiert, sich um Kaffee und Kekse kümmert und stets ein offenes Ohr für die Belange der Teilnehmer hat. „Vor allem ältere Menschen haben sich während der Pandemie zurückgezogen. Es muss sich erst herumsprechen, dass wir wieder gestartet sind“, sagt Haar.

Sie weiß, dass nicht wenige „ihrer“ Senioren in den vergangenen zwei Jahren sehr unter der Pandemie gelitten haben. Sie müssten daher regelrecht „aktiviert“ werden. Selbst habe sie ja ebenfalls persönliche Treffen gemieden, vor allem telefonisch Kontakt gehalten und als Ansprechpartnerin zur Verfügung gestanden. Dass Einsamkeit in diesen Gesprächen ein sehr präsentes Thema gewesen sei, bestätigen etliche der Anwesenden.

Helga Judel und Irmgard Kurtz sagen unisono, dass sie sich mächtig darüber freuen, dass es mittwochs endlich wieder zum Kulturgut geht. „Ich habe schon lange darauf hingefiebert, dass es hier wieder losgeht“, sagt Kurtz, die den Mittwochnachmittag fest für die Teilnahme am Spieletreff reserviert hat. „Was anderes geht dann nicht“, schmunzelt sie. Helga Judel bestätigt, dass ihr das Angebot gefehlt habe. „Daheim bin ich ja meistens alleine.“ Alternative Beschäftigungsangebote habe sie kaum gehabt. „Es waren traurige, lange Monate. Hier finde ich Geselligkeit und Gespräche, das habe ich schon sehr vermisst“, erklärt sie und Irmgard Kurtz nickt zustimmend.

Helfer wären gern gesehen

Allein haben sich auch Lydia Remmert, Ute Zweibrock oder Thea Schlüter gefühlt, weil keine Treffen möglich waren. Umso glücklicher sind auch diese Rentnerinnen, dass diese Einschränkung in der Pandemie vorüber ist. „Das hat mir sehr gefehlt und gibt mir Halt. Ich habe mich so doll gefreut. Wir spielen zusammen und reden dabei über Gott und die Welt“, berichtet Zweibrock.

Und es ist nicht nur die ältere Generation, die sich über den Neustart des Spieletreffs freut: Der 24-jährige Bela Betz ist an diesem Tag der mit Abstand jüngste Besucher. Der junge Mann begleitet seine Mutter Marion, die erstmals am Dörverdener Spieletreff teilnimmt. „Wir haben in den vergangenen zwei Jahren extrem zurückgezogen gelebt. Bela leidet an einer speziellen Form von Epilepsie, dem Dravet-Syndrom, und muss von daher besonders geschützt werden. Zugleich wollten wir nun aber auch endlich mal wieder unter Leute und weil wir beide gerne spielen, bot sich diese Veranstaltung natürlich an“, erzählt Belas Mutter, für die der Besuch keine Eintagsfliege bleiben soll. Bela indes wird überlegen, ob er seine Mutter dann erneut begleiten wird. „Ich muss erst mal schauen, wie viel Spaß mir das hier macht“, sagt er lächelnd.

Christiane Haar wünscht sich übrigens tatkräftige Hilfe bei der Organisation des Spieletreffs. Wer Lust hat, sich einmal wöchentlich mittwochs für wenige Stunden zu engagieren, kann sie telefonisch unter 04234/943316 erreichen.  

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