Dörverdener hat bereits Stammzellen gespendet / Aufruf zu Typisierungsaktion

„Das Gefühl, etwas Gutes getan zu haben, dauert an“

Oliver Lühring appelliert an alle Bürger, sich am 3. April typisieren zu lassen. - Foto: Niemann

Dörverden - Für Florian wäre es noch viel besser als ein Sechser im Lotto, wenn sich für ihn ein genetischer Zwilling finden würde. Wie berichtet, ist der 26-jährige Dörverdener an Blutkrebs erkrankt und kann nur überleben, wenn ein Mensch mit nahezu identischen Gewebemerkmalen ihm Stammzellen spendet. Da die weltweite Suche nach einem geeigneten Spender bislang erfolglos verlaufen ist, organisieren seine Freunde gemeinsam mit der DKMS am Sonntag, 3. April, 11 bis 16 Uhr, eine Registrierungsaktion in der Oberschule in Dörverden, für die Bürgermeister Alexander von Seggern die Schirmherrschaft übernommen hat. Einer, der sich bereits vor langer Zeit hat typisieren lassen und dadurch ein Menschenleben gerettet hat, ist Oliver Lühring.

Lühring ist aktiver Feuerwehrmann in Dörverden. Anderen Menschen zu helfen, ist Teil seiner Lebenseinstellung. Wie fühlt es sich an, jemandem mit einer Spende eine neue Lebenschance zu schenken? „Es ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl, einem Menschen ganz konkret zu helfen und sein Leben zu retten“, sagt der 41-jährige Familienvater.

Immer mal wieder denkt er deshalb an einen Mann, den er weder gesehen noch kennengelernt hat. Er weiß nur, dass er heute 31 Jahre alt ist, auf Zypern lebt und dass er vor drei Jahren dringend seine Hilfe brauchte. Denn der damals 28-Jährige war an Leukämie erkrankt und nur die Transplantation gesunder Stammzellen eines Spenders konnte sein Leben retten. Und zufällig hatte Lühring die gleichen Gewebemerkmale wie der zypriotische Patient, sodass er rund 20 Jahre nach seiner Registrierung zum Lebensretter wurde.

Bei der DKMS hatte sich Lühring bereits Mitte der 90er-Jahre registrieren lassen. „Ich war damals 20 Jahre alt“, sagt er und dass seine Registrierung im Rahmen einer Typisierung in Hoya erfolgt sei. Anfang 2013 bekam Lühring dann Post von der DKMS, dass er für eine Stammzellspende in Frage kommt. Er wurde gebeten, eine Blutprobe beim Hausarzt abzugeben, die die Übereinstimmung auch tatsächlich bestätigt hat.

Weitere medizinische Fragen wurden abgeklärt und dann ging es in die Uniklinik nach Münster zur Voruntersuchung. „Wenn dabei alles in Ordnung ist, steht der Spende nichts im Wege“, erzählt Lühring. Er bekam Spritzen mit nach Hause, die er sich mehrere Tage selbst gegeben hat. Die Nebenwirkungen beschreibt er als grippeähnliche Symptome. „Das war nicht schlimm, eine Lappalie, wenn man bedenkt, worum es geht.“

Anschließend ging es wieder nach Münster. „Von der Spende habe ich eigentlich nichts bemerkt. Ich habe mir dabei Filme angeschaut. Ich war etwas über vier Stunden an das Gerät angeschlossen“, sagt er. „Man muss sich das wie eine Dialyse vorstellen.“ Das Gefühl, etwas richtig Gutes getan zu haben, hält bei Lühring bis heute an und er appelliert an alle Bürger in Dörverden und Umgebung, sich typisieren zu lassen. Jeder Spender schenke Florian und anderen Erkrankten neue Hoffnung. Wichtig ist aber auch die finanzielle Unterstützung der Aktion. Als gemeinnützige Gesellschaft ist die DKMS auf Spenden angewiesen, da jede Neuaufnahme eines Spenders 40 Euro kostet. Hier die Daten: DKMS-Spendenkonto: IBAN DE5629 1517001012039101 BIC BRLADE21SYK. - nie

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