Wahl im Herbst: Helfer noch gesucht

Damit das Kreuzchen auch in kleinen Orten geheim bleibt

Ein Ortsschild mit der Aufschrift Diensthop.
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Wer aus der Ortschaft Diensthop kommt, muss auch in diesem Jahr wieder in Dörverden wählen. Nur so ist sichergestellt, dass das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Die Barnstedter wählen in Westen.

„Warum dürfen wir Diensthoper eigentlich nicht mehr in unserer eigenen Ortschaft wählen gehen? Früher ging das doch auch.“ Diese Frage, die uns kürzlich ein Leser gestellt hat, lässt sich schnell beantworten: damit das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt und niemand erfährt, wo man seine Kreuzchen gemacht hat.

Dörverden – Das Niedersächsische Kommunalverfassungsgesetz gibt vor, dass Ortschaften mit weniger als 150 Einwohnern anderen Wahlbezirken zugeordnet werden sollen. In der Gemeinde Dörverden betrifft das seit 2016 Barnstedt und Diensthop, die bis dahin eigene Wahllokale hatten.

Barnstedt und Diensthop werden seit 2016 Westen und Dörverden zugeschlagen

Bei solch kleinen Ortschaften, Barnstedt mit 57, Diensthop mit 46 wahlberechtigten Einwohnern, kann es schnell passieren, dass, je nach Wahlbeteiligung, am Ende so wenig gültige Wahlzettel in die Urne wandern, dass sich möglicherweise ausrechnen lässt, welche Parteipräferenz der eigene Nachbar hat. Nun mag der eine oder andere sagen: Auf dem Dorf weiß man sowieso alles übereinander, spielt das wirklich eine so große Rolle? Ja, allein schon, weil eine Verletzung des Wahlgeheimnisses das Ergebnis anfechtbar machen könnte. Deswegen werden auch bei der Kommunalwahl am 12. September die Barnstedter nach Westen und die Diensthoper nach Dörverden gebeten. Daneben gibt es natürlich weiterhin die Möglichkeit der Briefwahl.

Wer die meisten Stimmen hat, schlägt den Ortsvorsteher vor

Aber was bedeutet das für die Ortsvorsteher in der kommenden Wahlperiode von 2021 bis 2026? Denn es gilt, dass die Fraktion oder Gruppe, die in einer Ortschaft die meisten Stimmen erhält, den Ortsvorsteher vorschlagen kann. Soll es dann also keine Ortvorsteher mehr für diese Dörfer geben? Keine Sorge, für Barnstedt und Diensthop bedeutet das lediglich, dass die Partei, die in dem Wahlbezirk, dem die Ortschaft zugeordnet wird, die meisten Stimmen bekommt, das Vorschlagsrecht hat. Es könnte also sein, dass die SPD künftig den Ortsvorsteher von Diensthop vorschlagen kann, obwohl, rein hypothetisch, in Diensthop niemand die SPD gewählt hat. Kann man jetzt unfair finden, aber die Vergangenheit zeigt, dass sich die Fraktionen wegen solcher Fragen zumindest öffentlich noch nie in die Haare bekommen haben. Bestes Beispiel: Wahnebergen. Obwohl die CDU dort 2016 nach ihrem Wahlsieg eigentlich den Ortsvorsteher hätten stellen können, hat sie sich für die langjährige Ortsvorsteherin Karin Plump (SPD) ausgesprochen.

Eine Neuerung zu 2016 gibt es im Bereich der Gemeindewahlleitung. Diese übernimmt diesmal nicht Bürgermeister Alexander von Seggern – einfach, weil er selbst zur Wahl steht. „Deswegen darf ich erstmals diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen“, sagt Günter Ebenthal, Kämmerer und Allgemeiner Vertreter. Stellvertretender Wahlleiter ist Fachbereichsleiter Mathias Klug.

Wer Wahlhelfer werden möchte, sollte sich melden

Ebenthal hat schon jetzt eine Bitte an die Bevölkerung: „Wer sich vorstellen kann, Wahlhelfer zu werden, soll sich bitte bei uns im Rathaus melden.“ Das gelte für die Kommunalwahl am 12. September ebenso wie für die Bundestagswahl am 26. September. Am 26. September würde auch eine Bürgermeister-Stichwahl stattfinden, wenn nötig. Das würde aber wohl erst dann überhaupt in Betracht kommen, wenn neben Alexander von Seggern und Volker Meyer noch ein dritter Kandidat oder auch eine Kandidatin den Hut in den Ring wirft.

Interessierte Bürger, die wahlberechtigt sind und ehrenamtlich unterstützen möchten, melden sich bitte bei der Gemeinde Dörverden, Telefon 04234/399-32 oder E-Mail an t.grimm@doerverden.de. Ebenthal: „Wir greifen zwar immer gerne auf bewährte Kräfte zurück, aber wegen der üblichen Fluktuation unter den Helfern ist es wichtig, dass wir immer auch neue Bürger dazugewinnen können.“

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