Dala und Kimo: Neuzugänge begeistern die Besucher im Wolfcenter

„Bleiben immer wilde Tiere“

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Die Jungwölfe können nicht anders: Wenn Dala und Kimo von Christina und Frank Faß zum Heulen animiert werden, müssen sie einfach mitmachen. Für die Besucher des Wolfcenters ist diese Vorführung ein echter Höhepunkt.

Barme - Wenn Dala an Christina Faß hochspringt, sie mit ihrer grauen Schnauze anstößt und leise fiepend um Aufmerksamkeit bettelt, könnte man für einen Moment glatt vergessen, dass sie kein süßer Hundewelpe ist. Dala ist, wie ihr Bruder Kimo, ein wildes Tier. Auch, wenn man das den beiden Hudson Bay Wölfen nicht sofort anmerkt.

Dass die vier Monate alten Wölfe so vertraut mit den Wolfcenter-Betreibern Frank und Christina Faß umgehen, liegt daran, dass sie von ihnen mit der Flasche aufgezogen wurde.

Der gesamte Welpenwurf der Tiere, die in ihrem Aussehen Polarwölfen ähneln, wurde in einem anderen Wildpark geboren. „Dort leben Wölfe und Bären miteinander im selben Gehege vergesellschaftet“, so Frank Faß. „In der Regel legt die dort tragende Wölfin einen Bau für die Geburt der Welpen in einer Extraschutzzone für Wölfe an, die von den Bären nicht betreten werden kann.“

In diesem Jahr habe die Wölfin jedoch den Bau außerhalb der Schutzzone angelegt, so dass die Bären recht schnell neugierig wurden und bereits anfingen, ihn teilweise aufzugraben. Durch eine erfolgreiche Ablenkungsfütterung konnten die Tierpfleger die Bären weglocken, um die Welpen aus dem Bau zu retten. Ein Zurücksetzen der Kleinen war jedoch nicht mehr möglich, weil es an einem Alternativbau in der Schutzzone mangelte.

Diese Umstände erforderten die Handaufzucht der kleinen Wölfe. Zwei der Welpen, den Rüden Kimo und die Fähe Dala, übernahm das Barmer Wolfcenter, um die beiden großzuziehen.

Mit Erfolg, wie sich jetzt zeigt. Die beiden Jungwölfe sind mittlerweile sehr gewachsen und entwickeln sich prächtig. Sie sind, wie es bei Handaufzuchten üblich ist, deutlich menschenbezogener als jene Tiere, die von Wölfen aufgezogen wurden. „Sie sind interessiert an den Menschen und nehmen auch Kontakt mit uns auf“, so Frank Faß.

"Wolfcenter" Dörverden

Haustiere könne man aber auch aus diesen Handaufzuchten nicht machen. „Sie bleiben immer wilde Tiere. Das ist uns sehr bewusst. Man darf nie den Respekt vor dieser Tatsache verlieren, nicht nachlässig werden im Umgang mit den Wölfen.“ Gerade, wenn sie mit zwei bis drei Jahren erwachsen seien, dürfe das nicht vergessen werden. Wie bei anderen Wildtierarten auch, die mit der Hand aufgezogen wurden, könne der erwachsene Wolf in Einzelfällen dem Menschen gegenüber gefährlich werden und darauf gelte es, zu achten.

Frank Faß erinnert daran, dass Dala und Kimo trotz der Nähe zu den Menschen immer noch sehr Instinkt gesteuert agieren. Aber genau das freue die Betreiber eher, denn die beiden seien schließlich Wölfe – und sie sollten sich entsprechend verhalten.

Deswegen waren die beiden „Wolfseltern“ schon ein wenig stolz, als die beiden Tiere ihr erstes Geheul hören ließen. Mittlerweile können Dala und Kimo sozusagen „auf Kommando“ heulen: Wenn die Menschen um sie herum die entsprechenden Geräusche machen, stimmen die beiden mit ein. „Das ist im Moment ein echter Höhepunkt unserer Führungen“, so Frank Faß und tritt sogleich den Beweis an.

Und da blitzt es auf einmal ganz eindeutig hervor: Die Laute, die aus den Kehlen von Dala und Kimo kommen, klingen erst etwas zaghaft, steigern sich dann aber zu dem typischen, tiefen, wilden Geheul. Mit einem kuscheligen Haustier hat das nichts zu tun. Die Besucher auf der anderen Seite des Gitters sind begeistert – und heulen ebenfalls mit.

rei

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