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Weserlust in Barme: „Es muss ja weitergehen, irgendwie“

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Von: Christel Niemann

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Im Außenbereich ist in eine große Pergola investiert worden, die den Gästen bei freiem Blick auf die Weser Schutz vor Sonne und Regen bietet.
Im Außenbereich ist in eine große Pergola investiert worden, die den Gästen bei freiem Blick auf die Weser Schutz vor Sonne und Regen bietet. © Niemann

Corona macht der Gastronomie zu schaffen. Auch der Weserlust in Barme fehlen die Gäste. Keine Kohltour, keine Feier...Aber aufgegeben wird nicht!

Barme – Erneut macht die Corona-Pandemie vielen Gastronomen einen dicken Strich durch die Rechnung. Das zum Jahresbeginn so wichtige Geschäft mit Grünkohlessen läuft ebenso schlecht wie bereits vor einem Jahr. Vor der Pandemie freuten sich auch die Betreiber der Weserlust in Barme im Januar und im Februar über ein gut gefülltes Terminbuch. „An den Wochenenden waren wir oft bis auf den letzten Platz ausgebucht“, erzählt Astrid Koithan, die den Gastronomiebetrieb nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes Nils im Oktober gemeinsam mit ihrem Sohn Dennis und dessen Lebensgefährtin Ann-Kristin Einolf führt. Aber derzeit hagele es vor allem eins, nämlich Absagen, was der aktuellen brisanten Corona-Lage geschuldet sei.

Weserlust in Barme: Nicht nur Corona - es fehlen auch Arbeitskräfte

Die Wirtin muss folglich mit reduzierten Plätzen, ständig wechselnden Regeln und weniger Restaurantbesuchern klarkommen – und einem weiteren großen Problem: „Uns fehlen an allen Ecken und Enden Mitarbeiter – angefangen bei der Spülkraft über Servicekräfte bis zum Koch“, erzählt sie und dass die Familie den Betrieb mit reichlich Mehrarbeit und findigen Ideen am Laufen halte.

Die Corona-Krise habe auch den Saalbetrieb radikal ausgebremst, da wegen der Kontaktbeschränkungen größere Familienfeste nicht möglich seien. So finden im Saal der Weserlust bis zu 150 Personen Platz. Doch auch hier stimmt der Blick ins Reservierungsbuch traurig. „Bislang ist noch keine größere Feier gebucht“, sagt Koithan, die vor Corona mit ihrem Team mehrere großen Feiern übers Jahr verteilt ausgerichtet hat.

Weserlust: Auch Reservierungen werden abgesagt

Blick auf den Koch in der Küche der Weserlust
Dennis Koithan hat das Kommando in der Küche übernommen, unterstützt von seiner Mutter, während Lebensgefährtin Ann-Kristin Einolf im Service arbeitet. © Niemann

„Wir spüren derzeit eine besonders große Verunsicherung bei den Gästen. Auch Reservierungen im Restaurant werden abgesagt“, ergänzt ihr Sohn Dennis, der als gelernter Koch die Küche verantwortet.

Wie es weitergeht, weiß niemand. „Aber es muss ja weitergehen, irgendwie“, sagt Astrid Koithan tapfer. Natürlich sei die Pandemie für alle Beteiligten sehr belastend, aber der ihnen eigene Optimismus gebe ihnen die Kraft, an bessere Zeiten zu glauben. „Wir hoffen sehr, dass im Frühjahr die Konfirmationen stattfinden können und blicken bereits auf Ostern, wo wir ein Büfettangebot planen.“ Denn den Kopf in den Sand stecken wird das Trio von der Weserlust sicherlich nicht. Das komme gar nicht infrage, wie die Familie einmütig betont.

Den Kopf in den Sand stecken: Das komme gar nicht infrage

Die Weserlust in Barme, in einmalig exponierter Lage an der Weser, sei vor Corona gut aufgestellt gewesen, und das sei der Betrieb immer noch. Man sei gut auf den Moment vorbereitet, in dem die Gastronomie ihre Gäste wieder ohne Einschränkungen begrüßen und bedienen dürfe. „Darauf freuen wir uns bereits.“

Der Saal der Weserlust in Barme.
Der Saal der Weserlust in Barme wird derzeit pandemiebedingt nicht genutzt. © Niemann

Die Zeit mit reduzierten Öffnungszeiten haben Koithans genutzt, die betrieblichen Abläufe neu zu überdenken und zu organisieren und sie haben außerdem im Außenbereich in eine große Pergola investiert, die den Gästen bei freiem Blick auf die Weser gleichermaßen Schutz vor Sonne und Regen bietet.

Weserlust in Barme: Sitzen unter der neuen Pergola und freier Blick auf die Weser

Selbst wenn die drei kein Klagelied anstimmen wollen, verhehlen sie dennoch nicht, dass sie den ungezwungenen Kontakt zu ihren Gästen vermissen, die ungetrübte Atmosphäre im Restaurant und den Trubel, der herrscht, wenn sich im Saal eine ganze Gästeschar tummelt. „Durch Corona ist man schon stark eingeschränkt, und natürlich gibt es auch Tage, an denen man den Betrieb, den man eigentlich liebt, nicht so richtig genießen kann.“ Aber unterm Strich seien sie doch voller Hoffnung auf bessere Zeiten und es werde vorwärts geschaut.  nie

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