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Die Tür des Hofcafés in Dörverden bleibt vorerst geschlossen

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Von: Christel Niemann

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Zwei Frauen vor einer Holztür mit Aufschrift Ehmken Hoff
Die Tür zum Café bleibt erst einmal geschlossen: Monika Schwertner (l.) und Brenda Beckmann. © Christel Niemann

Von ihrem Café auf dem Kulturgut Ehmken Hoff musste sich Betreiberin Brenda Beckmann verabschieden. Ihre Zukunft und die des Cafés sind ungewiss.

Dörverden – Der Traum vom eigenen Café währte nur kurz. Nur neun Monate nach der Eröffnung ist das Hofcafé auf dem Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden schon wieder geschlossen. Aus Rentabilitätsgründen hat die Betreiberin Brenda Beckmann die Reißleine gezogen und den Betrieb unvermittelt eingestellt.

Das Hofcafé auf dem Kulturgut ist zu, wieder einmal. Es scheint unter keinem guten Stern zu stehen. Nachdem es schon vier Betreiberinnen zuvor mit dem Hofcafé versucht hatten, ist nun auch für Brenda Beckmann der Traum vom eigenen Café zerplatzt. Am vergangenen Sonntag war der letzte Tag, an dem Gäste hier Kaffee und die von Beckmann selbstgebackenen Kuchen und Torten genießen konnten. „Das ist sehr, sehr schade“, findet auch Monika Schwertner von der H.F.Wiebe Stiftung. Andererseits hat sie aber auch viel Verständnis für die Entscheidung von Beckmann.

Das Café sei in den ersten Monaten sehr gut gelaufen, berichtet die Noch-Inhaberin. Sie war zufrieden und erinnert sich an Sonntage, an denen das süße Naschwerk ruckzuck ausverkauft war.

Seit April aber kommen immer weniger Gäste und so gehe der Umsatz stetig zurück. Das könne so nicht weitergehen. „Ich bin darüber natürlich sehr traurig, aber manche Dinge lassen sich nun einmal nicht im Voraus kalkulieren.“

Die Pandemie sei eher nicht die Ursache, meint Beckmann. „Ich bin mit Corona gestartet und ich bin gut mit Corona gestartet. Aber dann kam der Krieg in der Ukraine mit all seinen Unsicherheiten, sodass ich eher hier den Grund vermute. Die Menschen sparen und das vor allem bei der Gastronomie.“

Ihre aktuelle Grundstimmung beschreibt sie als wehmütig. Sie hat einen Kloß im Hals und muss die Tränen unterdrücken. Denn die Entscheidung, das Café aufzugeben, habe sie einzig aus Vernunft getroffen. Sie hätte viel lieber weitergemacht.

Was sie in Zukunft beruflich machen wird, steht für die junge Frau noch nicht fest. „Ich fahre jetzt erst einmal mit meinem Mann in den Urlaub. Danach plane ich eine Wanderung auf dem Jakobsweg und dann schauen wir mal.“

Das Thema Gastronomie habe sie aktuell eher abgehakt. „Vielleicht werde ich in einem Büro arbeiten und dafür noch einmal eine neue Ausbildung beginnen. Ich bin dazu bereit.“ Wie es mit dem Café weitergehen wird? Auch das ist laut Schwertner noch ungewiss. „Wir werden uns neue Lösungen überlegen“, sagt sie. Wichtig sei aber, dass das Café, in welcher Form auch immer es geführt werde, dem Kulturgut weiterhin erhalten bleibe.

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