Meldungen bis nach Saudi-Arabien

Botschaften der Amateurfunker kommen an

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Im Schichtbetrieb wird gefunkt (vorne v.l.) Dietrich Schröder und Reinhold Hartjens sowie (hinten v.l.) Jens Bittner, Michael Riehemann und Henning Nolte auf freien Feld im Einsatz.

Dörverden - Die Botschaft ist für Außenstehende eher kryptisch, aber sie kommt an: „This Is DS0HO/P....“ schicken die Amateurfunker vom Ortsverband Grafschaft Hoya über den Äther. Die Meldung hatte durchaus Sinn.

Der Club ist Mitglied im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) und nahm mit einem Rufzeichen am „Fieldday“, einem internationalen Funkwettbewerb, teil.

Die Funker zeigten sich gut vorbereitet, hatten dafür ihre „Zelte“ auf einer Wiese an der Symperallee in Dörverden aufgeschlagen. Wettbewerbsaufgabe war, binnen 24 Stunden weltweit möglichst viele Kontakte herzustellen. Im letzten Jahr wurden laut Clubmitglied Reinhold Hartjens annähernd 300 Verbindungen in mehrere dutzend Länder auf nahezu allen Kontinenten erreicht. Die atmosphärischen Bedingungen beschrieb er als gut und nach der Hälfte der Wettbewerbszeit waren bereits viele Funkkontakte innerhalb Europas, nach Japan und sogar bis Saudi-Arabien geknüpft. Welchen Platz die Funkamateure mit diesem Ergebnis belegen, wird aber erst nach Auswertung der Logbücher feststehen.

40 Mitglieder, von denen auch mehrere aus der Gemeinde Dörverden kommen, zählt der Ortsverein Grafschaft Hoya. Jeweils am dritten Freitag im Monat um 20 Uhr kommen die Funkbegeisterten im Lindenhof, in der Deichstraße 27, in Hoya zusammen, um sich auszutauschen und zu fachsimpeln.

Die etwas andere Form der Kommunikation

Es ist ein Kreis von technikbegeisterten Menschen, von Tüftlern und Bastlern, die sich im Zeitalter der Digitalisierung diese etwas andere Form der Kommunikation bewahren möchten. „Unsere Herausforderung ist der Kontakt mit der Welt und das mit teils ganz einfachen Mitteln“, beschreiben die Anwesenden die Faszination. Es gehe nicht darum, etwa im Wettbewerb möglichst viele Punkte zu ergattern. Es ist viel mehr der Kick, wenn etwa ein Funkkontakt über riesige Entfernungen zustande kommt. „Außerdem sei immer auch eine menschliche Komponente dabei. Beim Senden hat jeder Funker eine eigene Kennung, die weltweit nur einmal vergeben wird. Reinhold Hartjens funkt unter der Kennung DG3BFA, die ihn weltweit identifizierbar macht.

Wichtig bei Wettbewerben ist das Club-Rufzeichen, um die „Fieldday-Verbindungen“ zu registrieren. Der Kurzwellensender darf jede Kennung nur einmal „einfangen“, alles andere wäre Schummelei. „Aber das lässt unser Ehrenkodex gar nicht zu“, unterstreicht Hartjens.

Etwa zehn Mitglieder haben sich in diesem Jahr auf den 24-Stunden-Funkmarathon eingelassen, wobei es auch die Nacht hindurch auf Punktejagd ging. Es wurde gegrillt, dabei auch das ein oder andere Bierchen getrunken, aber meistens hielt Kaffee die Funkamateure wach.

Das wirkt alles andere als verbissen, denn das gemeinsame Hobby macht den Aktiven vor allem Spaß?. „Leider haben auch wir Nachwuchssorgen“, räumt Hartjens ein. Durch Arbeitsgemeinschaften an Schulen, wird daher versucht, bei jungen Menschen das Interesse an dem Hobby zu wecken, das im Ernstfall sogar Menschenleben retten kann. Denn in Katastrophenfällen können Funkamateure auf Notfunkfrequenzen selbst dann noch wichtige Kontakte zur Außenwelt herstellen, wenn alltägliche Kommunikationssysteme bereits zusammengebrochen sind. Hartjens: „Wir Funkamateure nutzen besonders effiziente Betriebsarten wie die Telegrafie, mit der auf Kurzwelle ohne Probleme weitreichende Funkverbindungen möglich sind. Zum anderen verfügen wir auch über das technische Wissen, um schnell vor Ort entsprechendes Equipment, wie Amateurfunkantennen und Funkgeräte aufbauen und betreiben zu können.“ - nie

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