In der St.-Cosmae-et-Damiani-Kirche

Blick auf die Jünger Jesu

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Ein Stuhl als Sinnbild für den Apostel Thomas.

„Wo wäre möglicherweise mein Platz an der Tafel mit Jesus und seinen Aposteln? Was bedeutet es, am Tisch des Herrn zu sitzen?“ Nur zwei von vielen Fragen, die bei der Ausstellung „Die 12“ eine wesentliche Rolle spielen, die in der St.-Cosmae-et-Damiani-Kirche in Dörverden zu sehen ist. Künstler Henning Diers war zu Gast, um das Projekt zu erläutern.

Dörverden – In einem Festgottesdienst mit Pastor Rolf Görnandt wurden erstmals die gesamten Ergebnisse des Kunstprojekts „Die 12“ präsentiert. Zwölf Stühle, die sinnbildlich für das Abendmahl stehen – und ganz bewusst Fragen aufwerfen. Der Kirchenchor begleitete musikalisch die Eröffnung der eindrucksvollen Ausstellung.

Aktive aus elf Kirchengemeinden aus den Landkreisen Verden, Diepholz und Nienburg sowie Religionsschüler eines Nienburger Gymnasiums haben gemeinsam unter Anleitung des Hasseler Künstlers Henning Diers die Idee umgesetzt. Jede Gruppe hat sich eine Figur ausgesucht und eine Skulptur in Form eines Stuhles beigesteuert. Dörverden wählte den Apostel Johannes.

Neben der künstlerischen Umsetzung gingen die Teilnehmer begleitend auch auf die Suche nach Antworten zu theologischen Fragen. Denn wenn Jesus diese zwölf Menschen mit Stärken und Fehlern, mit Vertrauen und Ängsten an seinen Tisch geladen hat, habe ich als Christ dann auch einen Platz dort? „Die zwölf Stühle sind so unterschiedlich wie es die Jünger waren und wie es die Menschheit ist“ , so Diers.

Künstler Diers neben dem Stuhl des Simon.

Der Künstler blieb nach dem Gottesdienst und nahm sich Zeit, um Fragen zu beantworten. Diers sprach von der Intensität der Prozesse in den einzelnen Gruppen, in denen auch Flüchtlinge mitgewirkt und wichtige Impulse beigetragen hätten. „Besonders wurden aber der Charakter, das Wesen der einzelnen Jünger sowie eigene Zugänge zum Glauben, Zweifeln, Erbostsein, zu Verleugnung, Angst, Liebe oder Zuversicht gesucht. Es wurden Wege beschritten, die uns Themen wie Nachfolge, Gemeinschaft oder Teilhabe nähergebracht haben“, schildert Diers.

Detaillierte Auskünfte zum Projekt liefert Interessierten der begleitende, reich bebilderte Katalog, der die Individualität der zwölf Jünger beschreibt, die Symbolik der Skulpturen aufgreift und erklärt und sehr gut nachvollziehbar macht.

Diers, für den die Bibel nicht nur ein bedeutendes Kulturgut, sondern auch eine wichtige inspirierende Quelle für viele Kunstvorhaben ist, wird sich zeitnah mit zwei weiteren kulturkirchlichen Projekten in Bremerhaven und in Buchholz in der Nordheide beschäftigen. Im Juli will er zudem in der Kirche Alt Garbsen in Hannover-Garbsen seine zwölf Apostel-Stühle zeigen.

Info

Die Ausstellung „Die 12“ kann während der Öffnungszeiten in der Dörverdener Kirche besichtigt werden.

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