Großprojekt Aller-Renaturierung: CDU will Betroffene ins Boot holen

Blaues Band birgt Chancen

Sie soll noch schöner werden: In die Renaturierung der Aller könnten in den kommenden Jahrzehnten mehr als 20 Millionen Euro fließen.
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Sie soll noch schöner werden: In die Renaturierung der Aller könnten in den kommenden Jahrzehnten mehr als 20 Millionen Euro fließen.

Westen – Die Aller im Südkreis Verden soll wieder naturnaher werden. Darum geht es beim Projekt „Aller-Vielfalt“. Welche Chancen sich dadurch ergeben könnten, insbesondere für die dörfliche Region an den Ufern des Flusses, darüber sprach die CDU-Kreistagsfraktion in Westen. Im Herbst soll die Politik entscheiden, ob sich der Landkreis Verden an dem Vorhaben beteiligt – und eine Förderung im Rahmen des Programms Auen des Bundes (Blaues Band Deutschland) beantragt. Das Projekt soll in Kooperation mit dem Nabu und der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung durchgeführt werden. Fraktionsvorsitzender Wilhelm Hogrefe und CDU-Kreisvorsitzender Adrian Mohr schworen ihre Parteikollegen darauf ein, das Projekt als Chance zu sehen.

Bundesmittel in Höhe von mehr als 13 Millionen Euro könnten, so berichtete Hogrefe, in die Renaturierung der Aller von Wohlendorf bis Eissel – 32 Flusskilometer – fließen. Dazu kämen noch Mittel des Landes und der Projektträger. Die Maßnahme soll zum einen Lebensräume für die Tier- und Pflanzenwelt in den Flussauen schaffen, zum anderen neue Akzente für Freizeit und Erholung setzen.

Der erste wichtige Schritt, um dieses Projekt zu einem Erfolg für den Landkreis Verden zu machen, sei laut Hogrefe die umfassende Information der Öffentlichkeit. Bisher sei „Aller-Vielfalt“ lediglich den Gremien des Kreistages vorgestellt worden. Nun müssten alle Betroffenen, vom Naturschützer bis zum Landwirt, vom Anlieger bis zum Wassersportler, sprichwörtlich mit ins Boot geholt werden. 74 Prozent des Ufergeländes im Projektgebiet sei in privater Hand. Hogrefe wünsche sich einen „Verdener Weg“, mit möglichst großem Konsens. Alle Maßnahmen sollen nur im Einvernehmen mit Grundeigentümern und Pächtern erfolgen.

Hogrefe erklärte, warum dieses Projekt durchaus auch für Landwirte Chancen berge. „Früher war die Marsch bekanntlich sehr fruchtbar, die Dörfer an den Ufern der Aller galten deswegen als vergleichsweise reich.“ Doch die Trockenheit der vergangenen Jahre habe auch hier den Grundwasserstand erheblich absinken lassen. „Im Rahmen des Projektes könnten Ideen entwickelt werden, wie sich im Frühjahr Wasser zurückhalten lässt.“ So ließen sich vielleicht Alternativen zur Beregnung finden. Adrian Mohr ergänzte: „Wassermanagement ist ein Thema, das für unsere Region große Bedeutung hat.“

Ideen wurden diskutiert, wie aus dem Projekt möglichst viel Positives für die betroffenen Dörfer herausgeholt werden könnte. Ein „Masterplan Kirchlinteln/Dörverden“ wurde ins Spiel gebracht. Auch sei es denkbar, das Projektbüro einfach mal vor Ort im Projektgebiet einzurichten. „Warum nicht zum Beispiel hier, im Amtshaus?“, regte Hogrefe an. Mohr: „Das würde die Akzeptanz sicherlich erhöhen.“

Einig waren sich alle, dass der Rückbau der Aller viele Möglichkeiten bietet – sofern die Politik es richtig anpackt. „Das Thema geht weit über den Naturschutzaspekt hinaus“, so Mohr abschließend.

Für einige der Politiker war mit dem Vor-Ort-Termin in Westen das Thema aber noch nicht abgehakt. Am nächsten Tag machte sich eine Delegation mit Kreislandwirt Jörn Ehlers auf den Weg an die Havel. Dort führt der Nabu bereits erfolgreich ein vergleichbares Großprojekt durch. Die Lokalpolitiker erhoffen sich durch den Besuch, Anregungen mit in den Heimatkreis zu holen.

Von Reike Raczkowski

Die CDU hat in ihren Reihen viele Landwirte. Dass auch diese beim Aller-Projekt rechtzeitig beteiligt werden müssen, steht für die Politiker außer Frage. Fotos: Raczkowski

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