Kabarett von „Edgar und Irmi“ im Ehmken Hoff

Bissig und fast schon zu böse

Die Zuschauer lachen über die meisten Witze herzlich, einige bleiben aber auch im Halse stecken.

Dörverden - „Wo sind wir denn hier gelandet? Ach ja, in Dörverden. Nun, es hätte noch viel schlimmer kommen können.“ So beginnen die Kabarettisten Silvia und Wolfgang Klösel als „Edgar und Irmi“ ihren schieren Wasserfall an kritischen Betrachtungen um die große Politik und die kleinen Dramen des Alltags, die sie am Küchentisch sitzend vor annähernd 100 Besuchern auf dem Kulturgut Ehmken Hoff zelebrieren.

Am Küchentisch philosophieren „Edgar und Irmi“ über große Politik und kleine Alltagsdramen. 

Aber immerhin: Der Raum sei schön, ziemlich alt und auch so passend zum Publikum, geht es weiter. Fast drei Stunden nehmen die Kabarettisten die zumeist leeren Wortwolken und ständig wiederkehrenden Plattitüden aus den Mündern von Politikern und ach so wichtigen Leuten aufs Korn. Die erste Programmhälfte der Wortkünstler ist ein erbitterter politischer Abriss der vergangenen zwei Jahre, der an beißendem Zynismus schwer zu überbieten ist und der angesichts der Flüchtlingsthematik ein wenig zu viel an Polemik enthält.

Kaum ein Politiker, den Edgar ungeschoren davonkommen lässt, wenngleich er sich die Regierungspartei und ihre Schwesterpartei CSU besonders intensiv zur Brust nimmt. Sei es Tarnkappen-Uschi Ursula von der Leyen, „Führerin“ Angela Merkel oder Christian Wulff, dessen zu erwartendes Ruhestandssalär er anhand der Lebensjahre eines Johannes Heesters errechnet, alle bekommen ihr Fett weg. Aber auch die „Sozis“: „Ja, der Gabriel, der hat Gewicht, also auch politisch gesehen.“ Angela Merkel, früher Kohls Mädchen, sei heute das Mädchen, das alle verkohle.

Respektlos und ohne Scheu bezieht der Kabarettist, von Irmi mal naiv, mal bauernschlau flankiert, Stellung. Als gute Bundespräsidentin etwa kann sich Edgar die Katzenberger oder besser noch Margot Käßmann vorstellen. „Sie hat einen Heiligenschein und kann – wenn es hart auf hart kommt – jeden von der Mafia gnadenlos untern Tisch saufen“, sagt er. Irmi dagegen hat Angst vor dem Islam, weil „der schon vor der Tür steht“. Doch Edgar kann sie beruhigen. „Vor der Tür stehen nur die Zeugen Jehovas, die ihren Wachturm verkaufen.“

Die zweite Hälfte bringt etwas Auflockerung für die Zuschauer, da sich das Duo aus Franken mehr über allgemeine Themen lustig macht. Doch auch hinter diesen Witzen steckt oft mehr Wahrheit, als dem Publikum lieb sein kann.

Am Ende gibt es viel Applaus für die mit Musikbeiträgen angereicherten Rundumschläge, selbst wenn einige davon eine Spur zu zynisch geraten sind.  

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