Barbara Spohr und Frank Schmidt aus Dörverden haben ein Hobby: Ihre Windhunde

Beim Schönheitswettbewerb

Barbara Spohr mit Belanga und Frank Schmidt mit Byk im heimischen Garten, wo die Rassehunde viel Freiheit genießen können. - Foto:Niemann

Dörverden - Mit hervorragenden Ergebnissen im Gepäck sind die Dörverdener Windhundeliebhaber und -züchter Barbara Spohr und Frank Schmidt von einer Veranstaltung des WindhundClubs Weser von 1996 in Hoope zurückgekehrt. Gleich drei von den Eheleuten gezüchtete Barsois haben im Schauteil herausragende bis sehr gute Bewertungen erzielt.

„Byk“, der russische Windhund der Eheleute, ist jetzt sogar ein kleiner Star: Der junge Barsoi-Rüde hat bei der vom WindhundClub Weser organisierten Landessiegerausstellung einen hervorragenden ersten Platz in der Jugendklasse und bei der Endausscheidung den Titel „Landesjugendsieger Weser Ems 2016 erzielt. „Es lief einfach rund“, freut sich die Besitzerin und Züchterin über die ausgezeichnete Bewertung des Jungrüden, die zugleich eine von drei erforderlichen Anwartschaften auf dem Weg zum Deutschen Jugendchampion ist, dem gemeinsam von DWZRV und VDH vergebenen Titel.

Auch zwei Wurfgeschwister des Rüden haben gute Bewertungen eingefahren. Spohr: „Borya, ihre Besitzerin ist Gaby Kristhandt, hat bei den Hündinnen die Jugendklasse gewonnen und unsere Belanga hat durch die Bewertung mit Vorzüglich (V IV) eine wesentliche Voraussetzung für eine Körung erfüllt.“

Man könne eine solche Schau mit einem Schönheitswettbewerb vergleichen, erzählt Spohr. Beispielsweise würden von den Richtern Anatomie und Gangwerk des Hundes bewertet, aber auch die Zähne und der Gebissschluss würden geprüft und die Charaktereigenschaften in Augenschein genommen, erklären die sechsfachen Hundebesitzer. Und von der grazilen, eleganten Erscheinung und vom Auftreten des 14 Monate alten Barsois sind nicht nur sie begeistert. Auch Richterin Gabriele Schröter war derart angetan, dass sie zum Landesjugendsiegertitel auch noch den Titel „Bester Junghund seiner Rasse (BOB)“ draufgelegt hat.

Selbst vorgestellt hat Spohr den 14 Monate alten Hunde–nachwuchs aus der eigenen Zuchtstätte aber nicht. „Unsere Hunde muss fast immer mein Mann übernehmen. Bei ihm benehmen sich die Tiere im Ring einfach disziplinierter und zicken an der Leine längst nicht so rum.“

Seit 1990 teilt das Ehepaar sein Leben mit der Windhund–rasse, die ursprünglich aus Russland stammt. Dort, so berichtet die Besitzerin, wurden sie für die Jagd gezüchtet und aufgrund ihrer Schnelligkeit und guten Augen zum Jagen und Stellen von Wild eingesetzt. „Und so eine tolle Hunderasse, die mit soviel Potenzial ausgestattet ist, die schnell ist, außerdem wachsam und zugleich freundlich den Menschen gegenüber, ist uns zuvor noch nicht untergekommen“, schwärmt Spohr.

Der Name Barsoi leitet sich sich vom russischen Wort „schnell“ ab und trifft genau die auffälligste Fähigkeit dieser hochbeinigen, sehr schlanken Hunde: ihre Schnelligkeit. Auch die meisten der mittlerweile neun Barsois, die das Ehepaar in den vergangenen 25 Jahren gehalten hat, ist der Konkurrenz gnadenlos davongelaufen und hat deutsche und internationale Meistertitel in Hunderennen und im Coursing geholt. Denn das ist eine weitere Leidenschaft der Besitzer. „Der Europameistertitel mit Koura 2011 in Belgien war unser bislang größter Erfolg“, erzählt Spohr.

Doch von nichts kommt natürlich nichts. Regelmäßig werden die Hunde trainiert und vor einem Rennen werden die Trainingseinheiten dann nochmals erhöht. Auch ernährt werden die vierbeinigen Cracks dann sportlergerecht: Trockenfutter, dazu viel frisches Fleisch, Obst und Gemüse. Aus Liebe zu ihren Hunden nehmen Barbara Spohr und ihr Mann auch deren Eigenarten ohne zu Murren in Kauf. „Sie sind ein bisschen sprunghaft was ihre Launen angeht und weil sie es lieben, weich zu liegen, sind unsere Sessel und Sofas eigentlich immer von unseren Vierbeinern besetzt.“ Die Hunde dürften bei ihnen vor allem Hunde sein. „Die Ausstellungen oder Coursings sind für uns Hobby und für die Tiere eine artgerechte Beschäftigung.“ - nie

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