Hülsener Thorsten Gaus hübscht alte landwirtschaftliche Maschinen auf

„Bei mir kann er sich ausruhen“

Die zehnjährige Viktoria macht sich hin und wieder als Handlanger nützlich.
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Die zehnjährige Viktoria macht sich hin und wieder als Handlanger nützlich.

Hülsen – Thorsten Gaus aus Hülsen restauriert seit einigen Jahren alte landwirtschaftliche Maschinen. Unlängst hat der Mitstreiter im Kreis der Oldiefreunde Hülsen einen Hanomag R22, Baujahr 1951, wieder zu neuem Leben erweckt. „Der Schlepper musste früher viel arbeiten, bei mir kann er ausruhen, ist nur noch Freizeitmobil“, sagt er und tätschelt dem Oldie, an dem er noch finale Arbeiten an Elektrik und Kupplung vornehmen muss, die blecherne Flanke.

22 Pferdestärken treiben den betagten Trecker an, den Gaus im Nachbarlandkreis Rotenburg nach Vermittlung von Helmut Busemann von den Oldtimer-Freunden für kleines Geld erstanden hat. Gaus erzählt, dass ein Rentner mit Faible für alte Traktoren ihn eigentlich habe restaurieren wollen; irgendwann einmal, wenn er in Rente sei. Doch dazu sei es nicht mehr gekommen: „Der Mann ist verstorben und so stand der R22 35 Jahre ungenutzt und von Efeu überwuchert nutzlos herum“, schildert Gaus und zeigt Bilder, wie der Trecker völlig zugewachsen in einer Scheune stand. „Der optische Zustand war desolat. Alle Reifen waren platt und an der Technik war – wenngleich der Motor sogar holprig lief – sehr viel kaputt.“

Doch seitdem ist der gelernte Kfz-Mechaniker unzählige Male in seine Werkstatt entschwunden und hat etliche Stunden in die Restaurierung des einstigen Acker-Boliden gesteckt. Er hat geschraubt und gewerkelt, wann immer sich ihm die Gelegenheit bot und auch das Mehr an Freizeit durch Kurzarbeit in der Coronakrise in den alten Hanomag investiert. „Es sind Kindheitserinnerungen, die einfache Technik der Traktoren und der Spaß am handwerklichen Arbeiten, die mich an dieser Tätigkeit reizen“, sagt er. Er merke beim Tüfteln gar nicht, wie schnell die Zeit verfliegt.

Gaus freut sich, dass sich seine zehnjährige Tochter Viktoria für sein Hobby interessiert und ihn ab und an zu Treckertreffen begleitet. „Sie schaut mir auch bei der Arbeit über die Schulter und stellt sich als Handlanger schon recht geschickt an“, schmunzelt er.

Gaus sagt auch, dass er beim Schrauben Entspannung findet, zumal er sein Hobby auch nicht mit Verbissenheit ausübe. Übrigens: Arbeiten müssen die Senior-Maschinen bei Gaus nur noch hin und wieder. Etwa zu Schauzwecken, um Kindern die alte Technik vor Augen zu führen oder um mit dem tipptopp-restaurierten Lanz--Kartoffelroder die eigene Ernte aus dem Ackerboden zu holen.

Von Christel Niemann

Die Schätzchen: Links der Hanomag R22 Baujahr 51, den Gaus ganz bewusst in der Originallackierung und im Shabby-Look belässt, rechts sein Deutz D 40 Baujahr 58, den er noch komplett neu lackiert hat.

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