Kinder sind sehr gern gesehen

Barmer Büchereileiterin wünscht sich mehr Leser

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Zwei Viel-Leserinnen unter sich: Büchereileiterin Jutta Koch (l.) mit der treuen Stammkundin Ingrid Janssen.

Barme - Die meisten Dörverdener kennen die Gemeindebücherei im Kultursaal in Dörverden. Doch wissen längst nicht alle, dass es auch in der Ortschaft Barme eine gemeindeeigene Bücherei gibt. Dabei existiert diese Einrichtung im ehemaligen Barmer Rathaus bereits seit fast 60 Jahren. Sie ist klein, aber fein.

Auf rund 30 Quadratmetern bietet die gut sortierte Bücherei schon den Kleinsten und Erstlesern einen ordentlichen Bestand zum Stöbern und Ausleihen. „Wir haben im Moment leider nur einige wenige erwachsene Leser, die sich ab und zu mal ein Buch ausleihen. Es kommen leider auch nur wenige Mütter mit ihren Kindern in die Bücherei. Und Männer verirren sich in diesen Raum noch seltener. Das ist sehr schade“, erzählt Jutta Koch, die die Bücherei seit über 36 Jahren ehrenamtlich leitet, die Räume immer mittwochs, von 17.30 bis 18.30 Uhr, für die Öffentlichkeit aufschließt und dabei unerschütterlich auf „bessere Zeiten“ hofft. Doch die Karteikarten, die Koch mit größter Sorgfalt führt, sind unbestechlich.

Zu den wenigen verbliebenen treuen Leserinnen zählt Ingrid Janssen, die ihren Lesestoff seit Jahrzehnten auch aus dem Bücherei-Bestand bezieht. Denn wenn die Bibliothek auch klein und ausstattungsmäßig nicht auf dem modernsten Stand ist, kann sie doch mit aktueller, zeitgemäßer Literatur punkten. „Ich finde hier eigentlich immer, was ich suche“, so die Barmerin zufrieden.

In Barme warten rund 3 000 Bücher darauf, ausgeliehen zu werden. Etwa ein Drittel ist Lesestoff für Kinder und Jugendliche.

Die Zahl ihrer aktiven Leser mag die Büchereileiterin nicht genau beziffern. „Es kommen hin und wieder mal neue Nutzer hinzu, aber dafür werden andere wieder zu passiven Karteileichen.“ Koch bedauert, dass nicht mehr Kinder die Gelegenheit der kostenlosen Buchausleihe nutzen. Dafür hat sie in der Vergangenheit bereits mehrmals Projekte mit dem Kindergarten Barme und der Außenstelle Barme der Grundschule Dörverden durchgeführt, die jedoch nicht den erhofften Erfolg gebracht haben. „Die Resonanz war fast Null. Ich habe kaum ein Kindergartenkind oder einen Grundschüler in der Bücherei wiedergesehen“, bedauert Koch, die an die Eltern appelliert, gemeinsam mit ihrem Nachwuchs in die Gemeindebücherei zu kommen. „Es ist doch so wichtig, Kinder ans Lesen heranzuführen.“

Wer die Möglichkeiten der kostenlosen Bücherausleihe nutzt, hat es laut Koch zumeist auf Belletristik und Krimis abgesehen, dabei wartet die Gemeindebücherei auch mit vielen Sachbüchern, Ratgebern oder Kochbüchern auf. „Ich habe auch einen umfangreichen Bestand an Vorlese- und Erstlesebüchern und auch einige Jugendbücher hier, wobei Pferdebücher bei Mädchen ein Dauerbrenner sind.“

Doch so aktuell wie die Datenautobahn kann die kleine Barmer Bücherei natürlich nicht sein. Auch die Preisfrage hat Einfluss auf den Bestand, denn für ein gebundenes Buch können bis zu drei Taschenbücher angeschafft werden.

Jutta Koch würde sich über eine Erweiterung und Verjüngung des Leserkreises freuen, auch wenn sie weiß, dass es kein Leichtes ist, vor allem Jungs fürs Lesen zu interessieren. Das hatte sich in den vergangenen Jahren durch die Fantasy-Literatur um Harry Potter zwar geändert, aber dieser Hype sei lange vorbei, Harry Potter ebenso wie Herr der Ringe vollkommen out und eine neue „Welle“ nicht in Sicht. 

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