Reiseverbot

Von Corona ausgebremst: Weltenbummler Gerd Janke sitzt in Dörverden fest

Auch Kuba hat Gerd Janke besucht. In dem karibischen Inselstaat sind noch immer viele amerikanische Oldtimer unterwegs.
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Auch Kuba hat Gerd Janke besucht. In dem karibischen Inselstaat sind noch immer viele amerikanische Oldtimer unterwegs.

Dörverden – Ob Europa, arktischer Ozean, Indien, Kanada, Kuba, Chile, Uruguay, Paraguay oder Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt auf der Insel Feuerland: Gerd Janke aus Dörverden ist in den vergangenen Jahren viel gereist und weiß authentisch zu erzählen, was er auf seinen interkontinentalen Trips alles erlebt und gesehen hat.

Mit Auto und Camper, Motorrad oder auch per Schiff war der Weltenbummler unterwegs. Doch zurzeit kommt der 67-Jährige nicht weg vom Fleck und steckt in der Corona-Krise in seinem Geburtsort Dörverden fest. „Einerseits hat Corona mir einen dicken Strich durch sämtliche Reisepläne gemacht, andererseits betrachte ich meine noch rechtzeitige Rückkehr aus Südamerika aber auch als Glücksache. Denn in Deutschland bin ich im Ernstfall natürlich auch viel besser versorgt“, gibt Janke sich pragmatisch.

In diesem Frühjahr wollte er mit dem Motorrad durch Russland touren. Jetzt warte er darauf, dass die Reisebeschränkungen gelockert würden und er wenigstens innerhalb Deutschlands touristische Ziele ansteuern kann. Aber wirklich grämen tue ihn die Zwangspause nicht. „Ich habe es weder eilig noch Wichtiges vor. Ich wohne in meinem Camper, genieße die Ruhe und habe hin und wieder Kontakt zu meinen Brüdern und deren Familien“, so Janke.

Für den Dörverdener durchaus gewöhnungsbedürftig. „Ich war schon als Kleinkind neugierig und bin bereits als Fünfjähriger bei einem Berlinbesuch ausgebüxt“, sagt er und fügt hinzu: „Das Leben ist für Stillstand einfach zu kurz.“

900 Kilometer überwiegend auf unbefestigten Straßen hat Janke auf dem Weg nach Tuktoyaktuk am arktischen Ozean zurückgelegt.

Als junger Mann absolvierte Gerd Janke zunächst eine kaufmännische Lehre, studierte dann in Leer Nautik und befuhr anschließend als Kapitän die Weltmeere. „Ich war viel unterwegs. Einzig ein Kreuzfahrtschiff habe ich nie gefahren.“

1983 gab er den Job auf der Brücke auf und nahm eine Tätigkeit bei der Agentur für Arbeit an. „Das war damals eine große Umstellung“, erinnert er sich an die Zeit, in der er als Berufs- und Reha-Berater in Hoya, Syke und Nürnberg angestellt war. Als 2014 der Ruhestand begann, sei sein Leben noch einmal so richtig losgegangen. „Meinen Hausstand habe ich nahezu komplett versilbert und nur einige Erinnerungsstücke bei meiner Freundin im Allgäu und bei Familienangehörigen in Dörverden untergestellt.“

Dann erzählt er von seinen Touren und dem ersten Motorradtrip nach Kapstadt. „Zwischen Kongo und Angola ist meine Maschine ausgebrannt. Den Motorradschrott habe ich zurück nach Deutschland verschiffen lassen, ich selbst bin von Namibia aus zurückgeflogen.“ Oder er berichtet von seiner Irrfahrt mitten hinein in eine Favela in Rio de Janeiro während der Olympischen Spiele im Jahr 2016. „Ich habe in eine Pistolenmündung geblickt und bin doch mit heiler Haut entkommen. Diese Armenviertel sind für Fremde lebensgefährlich. Ich bin aus Versehen mit dem Motorrad da hinein gefahren und hatte mächtig Glück, dass der Trip nicht in einer Katastrophe endete.“

Seinen Camper hat Gerd Janke auf einem Grundstück der Familie geparkt. Statt zu reisen, übt sich der 67-Jährige jetzt in der Muße und sammelt dabei Erfahrungen bei Begegnungen auf Distanz.

Noch im gleichen Jahr sei er dann in Peru schwer mit dem Motorrad verunglückt. „In Deutschland hat man mich wieder erfolgreich zusammengeflickt.“ Auch die Herzoperation im Vorjahr habe er erstaunlich gut überstanden. „Ich hatte oft großes Glück“, sinniert Janke, der wie eine Katze sieben Leben zu haben scheint. Nach Corona, so sagt er, möchte er jedenfalls weiterreisen und sich noch den einen oder anderen Traum erfüllen. Gemeinsam mit seiner Freundin in einem geländegängigen Off-Road-Mobil durch die Weltgeschichte zu reisen, sei so eine Vision, bei der aber das intensive Entdecken einzelner Länder, Kulturen und Menschen im Vordergrund stehe.

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