Au-pair Melanie Janowsky aus Dörverden in Chicago

„Hier ist einfach alles anders“

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Melanie vor dem „cloud gate“, einer Skulptur, in der sich die Skyline von Chicago spiegelt.

Dörverden/Chicago - Verrücktes Essen, außerordentlich freundliche Menschen, spektakuläre Hochhäuser und Einblicke in ganz verschiedene Kulturen: Die 23-jährige Dörverdenerin Melanie Janowsky lebt derzeit für ein Jahr in Chicago, USA, und erlebt dort als Au-pair das Abenteuer ihres Lebens.

Als Industriekauffrau hat Melanie drei Jahre in Bremen gearbeitet, bevor sie sich dazu entschloss, ins Ausland zu gehen, um ihr Englisch zu verbessern und eine neue Kultur kennenzulernen. „Für mich stand schnell fest, dass nur die USA infrage kommen, weil es schon immer mein Traum war.“ Sie entschied sich für ein Au-pair-Jahr. „Weil man einfach direkt ein Teil einer amerikanischen Familie wird.“

Ihren Traum erfüllte sie sich am 9. September und flog von Hamburg aus nach New York zu den Orientierungstagen ihrer Agentur AIFS. „Dort waren wir insgesamt 231 Au-pairs aus allen möglichen Ländern der Welt, wie Deutschland, Frankreich, Schweden, Südafrika, Thailand, Kanada, Brasilien und Mexiko.“ In vier Tagen in New York haben die Teilnehmer jede Menge Informationen über die kulturellen Unterschiede bekommen. „Zum Beispiel darf man hier die Kinder niemals alleine lassen, etwa im Auto, wenn man an der Tankstelle bezahlt. Da muss man die Kinder mitnehmen und kann sie nicht eben schnell eine Minute alleine lassen.“

Am 12. September ging es weiter zu Melanies Gastfamilie in Chicago, Illinois, die aus zwei Mädchen (drei und fünf Jahre alt) und den Gasteltern besteht. Melanies Aufgabe ist es, sich um die Kinder zu kümmern, sie in den Kindergarten zu bringen, Essen für sie zuzubereiten und mit ihnen zu spielen. Nach dem Abendessen bringt Melanie die beiden ins Bett.

„Der größte kulturelle Unterschied ist, dass amerikanische Kinder eigentlich alles selbst entscheiden. Das bedeutet, sie wählen selbst aus, was sie anziehen möchten. Und man kann sie auch nicht von etwas anderem überzeugen, auch wenn es überhaupt nicht zusammen passt.“ Das gleiche gelte für die Mahlzeiten.

„Amerikaner machen mehr Komplimente“

„Deswegen gibt es manchmal lustige Sachen zu essen, wie Nuggets mit Hot Dogs und Käsemakkaroni.“ Kochen sei darum nicht immer ganz leicht, weil die Kinder manchmal kurzfristig ihre Meinung änderten und man dann nochmal von vorne anfangen müsse.

„Am Wochenende nutze ich meine Zeit, um mich mit anderen Au-pairs in der Innenstadt von Chicago zu treffen. Dort gibt es jede Menge Shopping-Möglichkeiten.“ Auch das „cloud gate“ oder umgangssprachlich wegen der Form Bean (Bohne) genannt, sei beeindruckend. „In dieser Skulptur spiegelt sich die Skyline von Chicago.“ Einen tollen Blick auf die spektakulären Hochhäuser habe man auch bei einer Bootstour auf dem Lake Michigan.

Melanie kommt es vor, als ob in den USA „einfach alles anders ist.“ Zum Beispiel schmecke alles anders als in Deutschland, obwohl es die gleichen Produkte, wie zum Beispiel Cola, seien. Aber auch die Verkehrsregeln würden sich von unseren unterscheiden. Und, ganz offensichtlich, die Kindererziehung. „Die Kinder bekommen meistens, was sie wollen. Es gibt eigentlich nie ein Nein.“

Melanie gefällt besonders die Offenheit der Menschen in den USA. „Hier wirst du auf der Straße angesprochen und bekommst gesagt, dass deine Schuhe gut aussehen, oder dass dir der Pulli, den du gerade kaufen willst, gut steht. Amerikaner machen viel mehr Komplimente und fragen immer, wie es einem geht.“

Toll sei, dass sie schon viele neue Leute und neue Kulturen kennengelernt habe. „Ich bin mit Au-pairs aus Deutschland, Schweden, England, Frankreich und der Slowakei befreundet“, berichtet die Dörverdenerin glücklich.

„Mir gefällt es hier super und Heimweh habe ich eigentlich nicht wirklich. Ich vermisse nur meine Familie und Freunde sowie Fußball. Ich bin Riesen-Fußballfan und hier ist eher Football, Baseball oder Basketball beliebt.“ Alles in allem sei sie sehr glücklich mit ihrer Entscheidung, in die USA zu gehen. „Ich kann es jedem nur empfehlen, sich diesen Traum zu erfüllen.“ Von ihrer Agentur AIFS fühle sie sich ausgesprochen gut betreut. „Wer mehr wissen möchte, sollte im Internet unter www.aifs.de gucken. Da gibt es viele Infos.“

rei

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