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Die Maurerkelle bleibt wohl im Kofferraum

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Von: Christel Niemann

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Ein Bagger mit ausgehobenem Erdreich. Im Vordergrund ein Mann mit Warnweste und Schutzhelm.
Bevor das Feld zur Bebauung freigegeben werden kann, rollte ein Bagger an, um Probegrabungen vorzunehmen. Die Baggerschaufel legte insgesamt sechs sogenannte Schnitte von 20 bis 30 Metern Länge in der Nähe zur B 215 an. © niemann

Dörverden – Die archäologischen Probebohrungen auf dem bislang landwirtschaftlich genutzten Grundstück an der B 215 neben der Straße Övelgönne in Dörverden, wo in naher Zukunft das gemeinsame Feuerwehrgerätehaus der Ortsfeuerwehren Dörverden und Stedorf erbaut werden soll, haben bislang keine großen Überraschungen erbracht.

„Alles im grünen Bereich.“ Die Funde sind bisher harmlos und nicht spektakulär “, so Kreisarchäologin Dr. Jutta Precht. Eine Einschätzung, die auch der mit den Probegrabungen befasste Archäologe Andreas Thümmel bestätigte. Precht hatte auf bedeutendere Funde als etwa auf die Fortsetzung eines gestern gesicherten Bachlaufs gehofft, der anlässlich der Grabungen für den Neubau des Netto-Marktes an der B 215 dokumentiert worden war.

Hoffnung auf weiterführende Funde zur Mittelaltersiedlung

Die damaligen Funde waren insgesamt überaus spektakulär und belegten eine Mittelaltersiedlung. Weiterführende Funde, beispielsweise Hinweise auf ein bislang noch unentdecktes Bauernhaus aus dem Mittelalter, wären demnach ein archäologischer Leckerbissen für Precht und eine Sensation für Dörverden gewesen, doch leider deutet aktuell nichts darauf hin.

Am Dienstag weitere Probebohrungen

Auch heute wird der beauftragte Mitarbeiter vom Grabungsteam der Firma Denkmal 3D aus Vechta weitere Probebohrungen auf den Flächen vornehmen, die später durch Gebäude und Fahrzeugstellflächen versiegelt sein werden, um sicherzustellen, dass im Boden nicht wichtige archäologische Fundstücke schlummern. Künftige Grünflächen auf dem betroffenen Areal bleiben indes unberührt. „Auf den Zeitplan des Bauvorhabens werden die Grabungen keine negativen Auswirkungen haben“, unterstreicht Precht. „Wir haben mit Absicht rechtzeitig begonnen.“

Für Precht und ihren Kollegen sind Probegrabungen Alltagsgeschäft, das wenige Male im Jahr stattfindet. Erst wenn die Archäologie fündig wird, ändert sich die Vorgehensweise und es werden nicht mehr flächendeckende Stichproben mit dem Bagger durchgeführt, sondern es wird versucht, die Grenzen der Fundstelle abzustecken. Dann hat auch das grobe Baugerät ausgedient und es werden feinere Gerätschaften wie Maurerkelle, Spatel und Pinsel eingesetzt. Doch obwohl das diesmal wohl im Kofferraum bleiben wird, ist Precht nicht enttäuscht. „Ich muss nicht zwangsläufig etwas finden“, sagt sie.

Über ihre weitere Vorgehensweise sagt Precht, dass sie zunächst einmal den Kontakt zur Gemeinde Dörverden aufnehmen werde, um über die Ergebnisse der Probegrabungen zu berichten und das weitere Vorgehen abzustimmen.  

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