„Sehr erzürnt“ und „völlig betrunken“ 

29-Jähriger hat vage Erinnerungen an den Konflikt an Silvester

Dörverden - Diverse Beteiligte, die meisten davon in der Tatnacht erheblich alkoholisiert und dazu unterschiedliche Interessen, was die Aufklärung des Sachverhalts betrifft.

Es ist nicht leicht für die 3. Große Strafkammer des Landgerichts Verden, herauszufinden, wer in welcher Form für den Tod eines 42 Jahre alten Mannes aus Verden in der Silvesternacht 2015/2016 in Dörverden verantwortlich ist. 

Am Freitag hat ein 29 Jahre alter Angeklagter aus Dörverden ausgesagt und einen Schlag eingeräumt. Damit haben sich bislang vier der fünf Angeklagten in dem Prozess geäußert, aber nur der 29-Jährige weiß angesichts einer getroffenen Verständigung, was ihn als Strafe erwartet. Zwischen sechs und neun Monaten, ausgesetzt zur Bewährung, sowie eine Geldauflage zwischen 500 und 1 .000 Euro. Bedingung ist jedoch eine geständige Einlassung.

Völlig betrunken

In einer von seinem Verteidiger Dr. Jürgen Meyer verlesenen Erklärung berichtet der Angeklagte, dass er in jener Nacht völlig betrunken von Verwandten nach Hause gebracht werden sollte. Immer wieder sei er diesen ausgebüchst. Vor einer Gaststätte sei er auf mehrere streitende Personen getroffen. Er habe sich lediglich erkundigt, was los sei. Daraufhin sei er beleidigt sowie mit der Faust ins Gesicht geschlagen worden sein und dann mit seinem schmerzenden Auge beschäftigt gewesen.

Auf Grund seiner damaligen Alkoholisierung könne er den Ablauf nicht im Detail schildern. Er wisse auch nicht, ob sich die streitenden Personen bereits prügelten. „Sehr erzürnt“ sei er dann aber in deren Richtung gerannt, um sich „an dem Streit zu beteiligen“. „Ich befand mich jetzt in einem Pulk von Menschen und schlug einmal in Richtung einer Person. Ob ich sie in diesem Moment auch traf, kann ich nicht verlässlich sagen. Ich weiß nur noch, dass genau in diesem Moment mich irgendjemand von hinten packte und mich aus dem Geschehen herauszog.“ Später habe er erfahren, dass sein ebenfalls angeklagter Onkel ihn weggezogen habe.

Urteil fällt vielleicht am 12. Oktober

Ob der Schlag das spätere Opfer traf, ist der Erklärung nicht zu entnehmen. Der Onkel hatte am Dienstag ausgesagt, dass er und andere Personen versucht hätten, seinen Neffen in ein Auto zu zerren. Dies findet in der Erklärung jedoch mit keinem Wort Erwähnung und Nachfragen sollen offenbar nicht beantwortet werden. „Weitere verlässliche Angaben zum Tatgeschehen kann und möchte ich nicht machen“, wird indes erklärt und damit begründet, dass es sich bei den anderen vier Angeklagten um „engste Familiengehörige“ handelt.

Ein Polizeibeamter wurde gestern noch zu der polizeilichen Vernehmung eines 21 Jahre alten Angeklagten gehört, der sich am Mittwoch eingelassen hat, aber nicht wie berichtet in Dörverden, sondern im Heidekreis lebt. Ungeklärt blieb gestern die Frage eines möglichen Verwertungsverbotes der Aussage des 21-Jährigen bei der Polizei.

Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt. Als möglicher Termin für eine Urteilsverkündung wurde gestern Donnerstag, der 12. Oktober, genannt. wb

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