Die Ansprüche sind sehr individuell

Weihnachtsbaumschlagen in Diensthop: Alle finden ihr grünes Glück

Ein älterer Herr setzt die Säge an einer Tanne an.
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„Ankommen, Aussuchen und Lossägen“, lautet die Devise von Klaus Müller.

Der Vorfreude freien Lauf lassen, die Familie und die Säge einpacken und ab in den Wald: Bei Förster Michael Müller in Diensthop gab es Weihnachtsbäume zum Selberschlagen. Und wem zwischendurch nach einer Stärkung verlangte, der konnte an der Weihnachtshütte der VDS Dörverden Station machen, Bratwurst vom Grill genießen und sich mit heißen Getränken die Kälte aus den Gliedern vertreiben.

Diensthop – Buschig oder schlank? Klein oder groß? Wie viel Spitzen darf ein perfekter Weihnachtsbaum haben, oder darf er auch nicht perfekt sein? Die Ansprüche innerhalb einer Familie können hier sehr unterschiedlich sein, das weiß auch Revierförster Michael Müller, der bereits seit mehr als 20 Jahren immer am Sonnabend vor dem dritten Advent in den Diensthoper Wald einlädt, damit sich seine Kunden dort einen Tannenbaum aussuchen und ihn persönlich schlagen.

Die Auswahl sorgt für Diskussionen

Müller zeigte sich gleich zum Auftakt der Aktion sicher, dass er für jeden Anspruch und für jede Größe die passende Nordmanntanne zu bieten hat. Und tatsächlich: Alle fanden ihr Glück, selbst Skeptiker wie Heinrich Ewert aus Hoya, der zunächst unschlüssig zwischen den dicht bewachsenen Baumreihen umher pirschte. „Ich bin die Vorhut und gucke mich schon mal um“, sagte er – und dass am Ende ohnehin seine Frau und die Tochter die Entscheidung träfen, welcher Baum bei ihnen am Heiligabend in der Wohnstube steht. Und das, so verriet er, sei gar nicht so leicht. „Meine Frau möchte einen kleinen Baum, an den sie beim Schmücken gut heranreichen kann, und die Tochter einen, der bis zur Decke reicht. Und wenn der Baum irgendwann aufgestellt ist, geht die Debatte weiter“, erzählte er mit Schalk in den Augen. „Die Tochter möchte aus Sicherheitsgründen nur elektrisches Licht am Baum, während meine Frau die Meinung vertritt, dass es nur mit echten Kerzen geht. Ich bin also gespannt, wo wir diesmal landen.“

Selten wird der erstbeste Baum mitgenommen

Zu raumgreifend, zu ungleichmäßig gewachsen oder zu kahl? Mit Fragen wie diesen sah sich auch Horst Lühning aus Hassel konfrontiert. Für ihn war es eine Premiere, unter Mithilfe seiner Frau einen Christbaum selbst zu schlagen. Und wäre es nach ihm gegangen, hätte sich die Suche nach dem passenden Grünzeug ruckzuck erledigt. Doch dem standen die Wünsche von Ehefrau Maria-Theresa im Weg, die sich nicht mit dem erstbesten Baum zufriedengeben konnte. Doch irgendwann war auch hier die für beide Seiten befriedigende Entscheidung getroffen: Die Tanne der Wahl war vom Gatten abgesägt, der Baum bezahlt und die Angelegenheit erledigt.

Ein mittelgroßes Exemplar in sattem Grün trugen Klaus Müller und seine Frau Marlene zur Kasse. „Ankommen, Aussuchen und Lossägen“, lautete die Devise der Eheleute. „Mein Mann ist ein Profi. Als Forstwirt war er selbst viele Jahre im Wald aktiv und hat schon unzählige Weihnachtsbäume geschlagen“, erzählte die Verdenerin. „200 bis 300 Bäume waren es in jedem Jahr“, warf der Ehemann ein, der es sich auch mit 86 Jahren nicht nehmen ließ, dem Baum eigenhändig mit der Bügelsäge zu Leibe zu rücken.

Daheim in ihrer Wohnstube, die außerdem eine Engelskapelle schmückt, wird die Nordmanntanne dann ganz traditionell mit Nürnberger Christbaumschmuck, wenigen roten und goldenen Kugeln und einem Mix aus natürlichen und elektrischen Kerzen geschmückt, während sich bei Familie Brinkmann eine Girlande aus Silberfolie um den Baum schmiegen soll, die der sechsjährige Robin im Kindergarten gebastelt hat. Der Junge hatte auch Mitspracherecht darüber, welcher Baum an Heiligabend im Wohnzimmer der Hasseler Familie steht.  

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