Alarm und Wärme für Schulen

Gemeinde plant Investitionen in Westen und Dörverden

Dörverden - Gleich zwei große, kostenintensive Bauvorhaben hatte der Schulausschuss der Gemeinde Dörverden am Dienstagabend in der Mensa der Aller-Weser-Oberschule auf dem Zettel.

Zum einen diskutierten die Politiker den Einbau einer neuen Alarmierungs- beziehungsweise Durchsageanlage an der Grundschule Westen, zum anderen eine Erneuerung des Wärmesystems an der Oberschule Dörverden.

Die Grundschule Westen ist derzeit nicht mit einer Alarmierungsanlage ausgestattet, das gleiche gilt für die für den Schulsport genutzte Sporthalle. Das ist ein Problem, denn ein Erlass des Kultusministeriums gibt vor, erklärte Bürgermeister Alexander von Seggern dem Gremium, dass Schulen mit Anlagen ausgestattet sein müssen, durch die im Gefahrenfall die Räumung des Gebäudes eingeleitet werden kann. 

Das Alarmsignal muss sich demnach vom Pausensignal unterscheiden und in jedem Raum der Schule gehört werden können. Es muss an einer ständig besetzten oder an einer frei zugänglichen Stelle innerhalb der Schule ausgelöst werden können. Am gleichen Ort muss sich ein Telefon befinden, mit dem Feuerwehr und Rettungsdienst alarmiert werden können. „Es muss sichergestellt sein, dass die Anlage auch bei Ausfall der Stromversorgung funktionsfähig ist“, so von Seggern. Westen hat so eine Anlage nicht, auch die Pausenklingelanlage ist defekt, sie muss manuell ausgelöst werden. Von Seggern: „Es ist also unumstritten eine Notwendigkeit, hier tätig zu werden.“

Gezielte Anweisungen im Notfall

Geladen war Thomas Pachaly, Ingenieur für Elektrotechnik aus Riede, der die Politiker informierte. „Von einfachen Sirenenanlagen wird heutzutage eher Abstand genommen“, wusste er zu berichten. Er riet der Gemeinde zum Einbau einer elektroaukustischen Anlage (ELA), mit der über den Alarm hinaus auch Sprachdurchsagen gemacht werden können. 

Dies sei hilfreich, wenn den Schülern im Notfall gezielte Anweisungen gegeben werden sollen, wie zum Beispiel: „Verlasst das Gebäude“, „Verlasst das Gebäude über die Fenster“ oder auch „Schließt euch im Klassenraum ein“. Auch wenn der Fall eines Amoklaufes an der Grundschule Westen sehr unwahrscheinlich sei, so habe die Möglichkeit, gezielte Durchsagen machen zu können, erhebliche Vorteile. 88 000 Euro würde der Einbau der Anlage nach Kostenschätzung des Experten kosten.

Die Politiker zeigten sich skeptisch: Stefan Bormann, CDU: „Ich nehme das Thema nicht auf die leichte Schulter, aber der Vorschlag geht über die Mindestanforderungen deutlich hinaus.“ Zwar sei eine Anlage wie vorgeschlagen hilfreich, jedoch sei die Haushaltslage der Gemeinde sehr angespannt. Jens Kuenzler, SPD: „88.000 Euro sind schon ein kräftiger Schluck aus der Pulle.“ Auch Jürgen Stahlke, Grüne, wünschte sich einen Kostenvergleich zwischen der Ela-Anlage und einer günstigeren Alternative. Auf Antrag der CDU wurde das Thema vertagt, bis die Kostenschätzung für eine „kleine Lösung“ vorliegt.

Blockheizkraftwerk als zweite Investition

Um noch weitaus mehr Geld ging es beim zweiten Punkt. „Nachdem das Blockheizkraftwerk (BHKW) am Schulzentrum abgängig ist und die Heizkesselanlage kurz- bis mittelfristig zur Erneuerung ansteht, wurden die Grundlagen für eine komplette Sanierung der Wärmeversorgung geprüft. Eingeflossen ist dabei auch der Antrag der SPD-Fraktion zur Entwicklung eines Raumwärmemanagements in den Schulen der Gemeinde Dörverden“, heißt es in der Beschlussvorlage der Verwaltung. Der mit der Erarbeitung einer technisch fundierten Beschlussempfehlung beauftragte Ingenieur Ralf Spleet aus Verden informierte die Politiker über die Möglichkeiten des weiteren Vorgehens.

Ohne Gegenstimme empfahl der Ausschuss, Spleet zunächst mit dem Einbau einer neuen BHKW-Anlage zu beauftragen (Kosten: 120.000 Euro). Zudem wurde Spleets Ingenieurbüro mit der Entwurfsplanung zur Erneuerung der Heizzentrale mit Kesseltausch inklusive Raumwärmemanagementsystem beauftragt (40.000 Euro). 

Laut Spleets Schätzung beliefen sich die Gesamtinvestitionskosten für alle Maßnahmen inklusive Planungen auf circa 507 .535 Euro. Bevor die Maßnahmen tatsächlich umgesetzt würden, sei aber nach der Vorstellung des Entwurfs ein weiterer Beschluss der Politik notwendig, verdeutlichte von Seggern.

rei

Rubriklistenbild: © dpa

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