Aktionsgruppe „De Plattsnackers“ trifft sich einmal im Monat im Kulturgut Ehmken Hoff

„Du hast doch een an de Hak“ und andere Nettigkeiten

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Volles Haus auf dem Kulturgut Ehmken Hoff beim Auftritt der „Plattsnackers“.

Dörverden - Bestens aufgelegt zeigen sich stets die Mitglieder und Gäste der Aktionsgruppe „De Plattsnackers“ beim „Plattdütsche Nahmdach in‘n Ehmken Hoff“.

Klocke dree werden die Gäste zunächst mit Kaffee und Kuchen bewirtet und im Anschluss vom Vereinsvorsitzenden Gerd Meyer und vom Sprecher der Aktionsgruppe, Enno Bohlmann, begrüßt. „Hast du wat, dann wor di dat“, das heißt auf Hochdeutsch „Wenn du etwas hast, dann bewahre es“. Diese Aussage trifft auf die rund 30 Mitglieder der Aktionsgruppe Plattsnackers im Ehmken Hoff Verein zu, die sich auf vielfältige Weise für den Erhalt der niederdeutschen Sprache engagierten.

Die Plattsnacker in der Region werden immer weniger: Niederdeutsch, im Volksmund schlicht „Platt“ genannt, hat als Umgangssprache seine beste Zeit schon lange hinter sich. Heute sprechen und verstehen Platt nicht mehr viele. „Wir wollen, dass Plattdeutsch weiterlebt“, sagt Bohlmann. Wie der Aktionsgruppensprecher sind alle Plattsnackers ausgesprochene Fans der Sprache. „Sie ist wichtig für uns. Ich selbst bin quasi zweisprachig aufgewachsen und habe als Kind sehr viel Plattdeutsch gesprochen. Dann habe ich es allerdings viele Jahre vernachlässigt und erst im Ruhestand wieder neu für mich entdeckt“, erzählt Bohlmann.

Platt sei quasi barrierefrei. „Menschen, die Platt miteinander sprechen, kommen einander schneller näher. Selbst ein in der Sprache geführter Streit fällt in der Regel glimpflich aus, weil am Ende alle lachen“, findet Bohlmann, der diese Sprache für nachkommende Generationen bewahren will.

Und er zählt noch weitere Vorzüge des Plattdeutschen auf. „Wenn man auf Plattdeutsch jemandem etwas sagt, was einem am Gegenüber missfällt, ist es längst nicht so verletzend.“ Einer der Anwesenden hat ein Beispiel parat. „Du bist doch verrückt“ heißt auf Platt: „Du hast doch een an de Hak.“ Das klinge doch bei weitem nicht so aggressiv.

Bohlmann weiß, dass viele der Auffassung sind, Plattdeutsch sei eine Mundart oder ein Dialekt. Doch das sei falsch. Platt sei eine eigene Sprache und damit natürlich auch ein wichtiges Kulturgut der Region. „Trifft man einen fremden Menschen, der auch Platt spricht, ist die erste Hürde schon genommen“, so seine Erfahrung.

Die Aktionsgruppe der Plattsnackers sieht Bohlmann als eine Art „sprachliche Heimat“ an, in der sich Gleichgesinnte treffen, ausschließlich auf Plattdeutsch miteinander snacken und gemeinsame Aktivitäten – wie etwa Ferienpassaktionen für Dörverdener Kinder mit alten Spielen – planen. Bohlmann: „Wir haben das Ziel, mit unserer Begeisterung auch Kinder zu erreichen.“ Bohlmann betont, dass es unmöglich ist, das auf Plattdeutsch gesagte eins zu eins ins Hochdeutsche zu übersetzen. Man könne es nur übertragen, da die plattdeutsche Sprache auch viel mit Klang und Hören zu tun habe.

Wer Lust hat, sich der Aktionsgruppe „De Plattsnackers“ anzuschließen, ist herzlich eingeladen. Die Gruppe trifft sich jeweils am dritten Montag im Monat, um 19.30 Uhr, in Kochs Hoff auf dem Kulturgut Ehmken Hoff in Dörverden. Das Treffen am 16. November findet ausnahmsweise bereits um 17 Uhr statt. Bohlmann: „Wir haben rund ein Dutzend Kinder eingeladen, die sich für die Sprache interessieren. Mit ihnen wollen wir aber nicht nur Platt snacken, es wird auch gespielt.“

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