Aktionsgruppe „Lust & Leinen“ arbeitet alte Stoffe zu kleinen Kunstwerken um

Alle Hände voll zu tun

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Kunstvolle Handarbeit aus alten Stoffen bietet die Gruppe „Lust & Leinen“.

Dörverden - Kann man aus einem alten Herrenhemd eine schicke Tunika für Damen herstellen? Man kann. Die Mitglieder der Aktionsgruppe „Lust & Leinen“ im Verein Ehmken Hoff in Dörverden verarbeiten nicht nur altes Leinen und Baumwollstoffe sondern hauchen auch gebrauchter Kleidung ein zweites Leben ein.

Altes zu bewahren liegt der Aktionsgruppe „Lust & Leinen“ im Verein Ehmken Hoff sehr am Herzen. Doch was genau ihre Leidenschaft für altes Leinen und alte Stoffe geweckt hat, können weder Heike Henze noch Christa Frenzau, Johanna Heitmann-Sprei und Annette Precht genau bestimmen. „Handarbeiten und vor allem auch das Nähen hat bei uns allen von Jugend an eine Rolle gespielt“, erzählt Heike Henze, die zugleich die Initiatorin und Sprecherin der Aktionsgruppe ist.

Doch alt ist nur das Material. Die Nähmaschinentechnik ist neu. So entstehen Blusen, Schürzen, Tischdecken, Tischläufer, Platz-Sets, Kissen, Rucksäcke, Taschen, Beutel oder besondere Kleinigkeiten. Alle Artikel punkten ebenso durch das verwendete alte Material wie durch originelle Schnitte, professionelle, exakte Verarbeitung und Detailverliebtheit.

Seit vier Jahren entstehen unter den Händen der vier Frauen Produkte, bei denen die Grenze zwischen Nutzen, Kunst und Kunstgewerbe fließend sind. Immer am letzten Sonntag im Monat lädt die Gruppe im Rahmen des sonntäglichen Kulturcafés zur „Offenen Nähstube“ ein. Dort können die Besucher die Produkte kaufen und den kreativen Köpfen hin und wieder sogar beim Nähen über die Schulter blicken. „Bei uns entsteht wirklich alles in Handarbeit. Jedes Stück ist ein Unikat und wir legen Wert auf eine authentische Verarbeitung der alten Stoffe“, bekräftigt Henze.

So sind Reiß- oder Klettverschlüsse selbstredend tabu. Es werden von Fritz Koch hergestellte Holzknöpfe verarbeitet. Bei der vornehmlich weiblichen Kundschaft besonders beliebt sind die Taschen und Rucksäcke, die die Textilkünstlerinnen in den unterschiedlichsten Varianten und Größen anfertigen. „Jede von uns hat ihren eigenen Stil, der auch deutlich erkennbar ist“, erklärt Henze.

Die Frauen kommen alle aus kreativen Berufen und widmen sich dem Handarbeiten seitdem sie eine Schere halten können. „Unser Anspruch ist schon hoch“, gibt Henze zu. Daraus erklärt sich vermutlich auch, warum die Gruppe bislang noch keine weiteren Mitstreiterinnen gewonnen hat, obwohl in ihren Reihen weitere Mitglieder willkommen und auch erwünscht sind.

Ihre vielen Ideen findet jede der Frauen für sich und quasi im Vorbeigehen, zumal die Welt der alten Stoffe durchaus nicht nur schlicht und weiß sondern auch voll schöner Muster und Farben ist. Davon lässt sich das Quartett inspirieren und näht diese Eindrücke in die teils ausgefallenen Kreationen quasi mit hinein.

Material und Farben der Produkte richtet sich dabei danach, was ihnen an Stoffen gespendet wird. „Wir haben das Glück, dass uns alte Schränke geöffnet wurden und wir uns manchmal gleich ballenweise bedienen konnten“, berichtet Henze. Sie schwärmt von alten Aussteuerstücken anhand der Monogramme sich noch die einstige Besitzerin zurückverfolgen lässt. Oder von altem Leinen, das noch Aufschluss darüber gibt, wer den Flachs gesponnen und den Stoff gewebt hat.

Die von der Gruppe genähten Teile sind alle individuell gekennzeichnet. Wer sich genauer informieren möchte, kann unter Telefon 04234/409 Kontakt zu Heike Henze aufnehmen oder schaut Ende November einfach bei der nächsten „Offenen Nähstube“ im Kulturgut vorbei.

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